Markus Rill

Live

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CD-Review

Reviewdatum: 31.08.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Live, Eigenvertrieb, 2007
Markus Rill Vocals, Guitar, Harmonica
Andreas Obieglo Piano, Accordion, Guitar, Vocals
Robert Hasleder Mandolin, Dobro,Weissenborn
Produziert von: Markus Rill Länge: 63 Min 34 Sek Medium: CD
1. Singin' In The Cemetery9. Just So You Know
2. Cowboy Blue10. Fade To Blue
3. Hobo Dream11. Run Run Run
4. Where Do We Go From Here12. The Price You Pay For Sin
5. That's All Right Mama13. Trouble With The Law
6. Unlike You14. Broken Puppet
7. Sarah Stein15. Out Of The Cold
8. Love Has Dragged Me Down

Live-Alben gehören heutzutage nicht mehr unbedingt zum guten Ton. Die Blütezeit der Live-Alben liegt lange, lange zurück. Die späten 60's und 70`s bescherten uns so einige grandiose Live-Dokumente mit Kultstatus. Aber immerhin boten und bieten Livemitschnitte immer noch die beste Gelegenheit für den Künstler, sich in einem etwas anderem Licht darzustellen. Die Akteure besitzen den unschätzbaren Freiraum, ihre Songs, je nach Gusto, in einem modifizierten Arrangement zu präsentieren, Tempi und Instrumentierung den gegebenen Umständen anzupassen.
Nun ist es so, dass auch bei den so genannten Roots-Künstlern derartige Konzertmitschnitte nicht mehr ganz so häufig auf der Tagesordnung stehen, wobei Blue Rose-Künstler Markus Rill die Ausnahme von der Regel nur zu gerne bestätigt, indem er auf eigene Faust, d.h. ohne Unterstützung seines Stammlabels, eine 15-Song-Livescheibe auf seiner Homepage anbietet, die sich der geneigte Rill-Fan für einen recht erschwinglichen Kurs von 10 Euro (plus Porto) ganz einfach zusenden lassen kann.

Rill macht bei seinen Konzerten aus der Not eine Tugend und musiziert, nicht zuletzt in Ermangelung eines tragfähigen Budgets, im Duo. Entweder mit Kollege Robert Hasleder (Mandoline, Dobro, Weissenborn) oder aber mit seinem Kumpel Andreas Obieglo, der sich als Multiinstrumentalist auf Piano, Akkordeon und Gitarre ausleben darf. Natürlich sehen sich die Herren Musiker genötigt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Song nämlich. Rills Lieder, die hier größtenteils von seinen Blue Rose-Alben "Hobo Dream" und "The Price Of Sin" stammen, entledigen sich der recht stimmungsvollen Albumarrangements und verstehen es, auch in diesen 'stripped down'-Versionen zu überzeugen, weil die Essenz des Ganzen, die nackte Komposition, jeweils Hand und Fuß hat. Rill ist es über die Jahre gelungen, seine Songwriter-Kumpanen aus dem texanischen Umland derart genau zu studieren, dass es ihm immer wieder gelingt tragfähige Songs zu schreiben, was in diesem Live-Kontext natürlich umso deutlicher wird.
Natürlich vermisst man zunächst die feine Schlagzeugarbeit und die atmosphärische E-Gitarre bei Hobo dream z.B., gewöhnt sich aber beim zweiten Hören schon an die veränderte Konstellation und freut sich kurze Zeit später schon über die gelungene Rockabilly-Version des alten Arthur Crudup/Elvis Presley-Klassikers That's all right mama, wo Robert Hasleder ein rasantes Mandolinen-Intermezzo präsentiert oder fragt sich nach dem Genuss des brandneuen Titels Sarah Stein, wie wohl die Full-Band-Ausarbeitung auf dem im Oktober erscheinenden Rill-Studioalbum "The Things That Count" klingen mag.

Neben Rills einnehmender Raspelstimme und seinem kompetenten Fingerpicking, brillieren also Hasleder und Obieglo mit erfrischenden Instrumentalleistungen, so dass diese Live-Scheibe ihren ganz eigenen, intimen Charme entwickelt und trotz der Tatsache, dass sie an zwei verschiedenen Abenden im November 2006 und Februar 2007 aufgezeichnet wurde, wie aus einem Guss daherkommt und gerade aufgrund der musikalischen Reduktion ihren speziellen Reiz ausübt. Ein toller Song wie The price you pay for sin gewinnt in dieser umwerfenden, von Obieglos Piano aufgewerteten Version schließlich noch mehr an Format.
Da ist es doch gut zu wissen, dass Rills Live-Album schon im Oktober einen hoffentlich würdigen Nachfolger in Form eines neuen Studioalbums an die Seite gestellt bekommt.

Frank Ipach, 31.08.2007

 

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