Markus Rill

The Things That Count

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.12.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


The Things That Count, Blue Rose Records, 2007
Markus Rill Vocals, Acoustic Guitars, Resonator Guitar, Harmonica
Joe McMahan Electric Guitars
Dave Jacques Upright Bass
Jen Gunderman Wurlitzer, Organ, Piano, Accordion
Bryan Owings Drums, Percussion
Richard McLaurin Pedal Steel, 12-String Acoustic Guitar, Harmony Vocals, Mandolin
Claire Small, Mack Starks, Dave Coleman Vocals
Produziert von: Richard McLaurin Länge: 47 Min 01 Sek Medium: CD
1. Straighter Road7. On The Sly
2. Unlike You8. Faith Is Hard
3. What Might've Been9. The Things That Count
4. Scene Of The Crime10. Dimestore Paperback Memory
5. Sarah Stein11. I'll Wait For You
6. Gotta Keep My Hands Off12. Just Like It Never Did Exist

Unsere wahrlich nicht einfacher werdende Welt lässt sich trotz aller Globalisierungsbestrebungen auch weiterhin aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. Dieser speziell fokussierte Blick erlaubt es uns schließlich, all die Dinge, die uns für unser persönliches Wohlergehen von Wichtigkeit erscheinen, in einem gewissen Maße selbst zu steuern. Da lässt sich manch einer ziellos treiben, hofft auf zufälliges Glück, der andere schwimmt mit dem Strom, klammert sich an seine Vorderleute und bemüht sich, den Kopf über Wasser zu halten. Dann gibt es da aber auch noch die Zielstrebigen, die Mutigen, die ihr Leben bisweilen mehr oder weniger erfolgreich reflektieren und sich ihre Wege zum Glück selbst ebnen.

Der Künstler, insbesondere die Spezies der Singer/Songwriter, nimmt hier wiederum eine Sonderstellung ein. Dieser scheint offenbar von berufswegen dazu gedrängt, sein Innerstes nach außen zu kehren und die Dinge die zählen, gegeneinander abzuwägen. Diesen schonungslosen Weg wählt auch der deutsche Roots-Akteur Markus Rill erneut, indem er sein aktuelles Werk, welches offiziell erst im Januar 2008 in die Läden kommt, derzeit aber schon über Rills Homepage und den Blue Rose-Shop erhältlich ist, "The Things That Count" nennt und sich und sein Handeln ganz gezielt hinterfragt, ohne natürlich auf die ultimative Antwort zu stossen. Denn unsere Existenz bleibt stets ein fortwährendes Frage-und-Antwort-Spiel.

Rill, der sich schon während seines letzten, absolut empfehlenswerten Albums ("The Price Of Sin"), auf die Suche nach schlüssigen Antworten begab, kommt auf seinem neuen Longplayer, "The Things That Count", möglicherweise einen kleinen Schritt weiter. Vorwärts schauen und nicht mit den Verfehlungen der Vergangenheit hadern, bringt ihn zunächst einmal auf eine vermeintliche Straighter road.
"I made a wreck of my dream, it took me a while to find out what was left for me. I made a mess of the truth, it took me a while to figure out what was left for me to do. Now, I'm following a straighter road, I'm learning what I should have known".
Dieser Zuversicht verströmende Titel führt geradewegs zu der Erkenntnis, dass sich Rill, wie wir alle, ständig in einem gewissen Zwiespalt befindet, und die dringlichsten Fragen noch eine Weile auf ihre Lösung warten müssen. Im Titeltrack des Albums, The things that count, geht es Rill nicht anders als dem Hörer und dies macht ihn als Singer/Songwriter glaubwürdig und sympathisch: "I know a lotta things, but I don't know a lotta things that are of a lotta use".

Im Übrigen erzählt Rill, in gewohnt spannender Manier, die zwar alltägliche, aber letztlich doch überraschende Geschichte von Sarah Stein, der emigrierten Wiener Tänzerin, die in den Dreißiger Jahren dem Fluch des Nationalsozialismus in Richtung Amerika entflieht, um Zeit ihres Lebens dem verloren geglaubten Glück wehmütig nachzutrauern. Das klingt zunächst ein wenig nach Hollywood, entpuppt sich aber innerhalb des treffsicheren, atmosphärischen Arrangements als Glücksgriff für dieses Album.

Überhaupt hat sich Markus Rill hier auf die Dinge konzentriert, die für seine Kunst wirklich zählen:
Wie in den letzten Jahren üblich, schart er eine Handvoll erlesener U.S.-amerikanischer Roots-Musiker um sich, die seine Short-Stories auf ein qualitativ hochstehendes Niveau befördern und unterstreichen, dass der selbst auferlegte Minimalismus der im Sommer erschienenen "Live"-CD bisweilen recht wohltuend daherkam, doch der hier offenbarte Facettenreichtum einer kompletten Band den Songs nur förderlich sein kann, indem sie Spannungsbögen gekonnt lancieren und für reichlich Abwechslung sorgen.
Hört man sich z.B. Jen Gundermans (LAST TRAIN HOME) Pianobeiträge und Joe McMahans diversen Gitarrenabenteuer an, wird einem schnell klar, warum Rill sich zur Produktion seiner Alben in die USA begibt. Diesen Herrschaften muss man nicht groß erläutern was zu tun ist, um einen Song nach vorne zu bringen, die haben das einfach im Gefühl. Ein gutes Gefühl und einen herrlich ungekünstelten Gesamtsound hat übrigens auch der Produzent Richard McLaurin (FARMER NOT SO JOHN) kreiert, der zuletzt auch seine einschlägigen Erfahrungen als Produzent von Dana Coopers "Made Of Mud" und als Engineer bei Peter Coopers "Cautionary Tales"-Album machen durfte. Zudem finden wir alte Bekannte wie Sänger Mack Starks, Basser Dave Jacques und Drummer Bryan Owings, die den musikalischen Kreis aufs Feinste abrunden.
"The Things That Count" darf man wohl getrost als gelungenes Unternehmen bezeichnen. Somit bleibt Markus Rill als einer der führenden deutschen Roots-Künstler mit internationaler Klasse unangefochten.

Frank Ipach, 04.12.2007

 

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