Metal Church

A Light In The Dark

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.07.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Metal Church
A Light In The Dark, Steamhammer/SPV, 2006
Kurdt Vanderhoof Guitars
Ronny Munroe Vocals
Jay Reynolds Guitars
Steve Unger Bass
Jeff Plate Drums
Produziert von: Kurdt Vanderhoof Länge: 60 Min 33 Sek Medium: CD
1. A Light In The Dark7. Pill For The Kill
2. Beyond All Reason8. Son Of The Son
3. Mirror Of Lies9. More Than Your Master
4. Disappear10. Blinded By Life
5. The Believer11. Watch The Children Pray 2006 (For David Wayne)
6. Temples Of The Sea

Als ich vor drei Jahren eine erste längere Story für dieses Magazin schreiben wollte, fiel meine Wahl bei der Suche nach der dazu geeigneten Band auf METAL CHURCH. Die Frage, warum gerade dieser Act den Anfang machen sollte, wurde hoffentlich beim Lesen der History zu dieser einst neue Maßstäbe setzenden Gruppe beantwortet. Wer sich die Zeit dazu nicht nehmen mag, dem soll es an dieser Stelle noch einmal kurz erläutert werden.

1984 mit einem famosen, über jeden Zweifel erhabenen Album ("Metal Church") gestartet, schien dem Seattle-Fünfer eine hoffnungsvolle Zukunft beschieden. Leider sollte es nie zu einem Durchstarten in Gefilde wie den kurz zuvor durchgestarteten METALLICA kommen. Gründe gab es viele. Unkonstante Leistungen beispielsweise.
Das zweite Album "The Dark" (1986), heute gerne als Klassiker präsentiert, traf seinerzeit keineswegs auf ungeteilte Meinungen. Watch The Children Pray oder Start The Fire stehen bis heute für Songs allerhöchster Güte und sind ein unverzichtbarer Bestandteil in Konzerten der Band, doch schon Ton Of Bricks konnte nur noch als halbwegs gelungener Versuch durchgehen, den eigenen urwüchsigen Power Metal mit der aufkommenden Speed-/Thrashwelle zu verschmelzen. Im Vorprogramm der METALLICA-Tour 1987 sollte das neben der schwachen Live-Präsenz deutlich hörbar werden. Als Konsequenz schieden David Wayne (Vocals) und Mastermind Kurdt Vanderhoof (Gitarre) aus. Letzterer blieb der Band jedoch als Songwriter, Studiogitarrist und quasi sechstes Bandmitglied im Hintergrund erhalten.
Der neue Sänger Mike Howe und der baumlange John Marshall an der zweiten Gitarre brachten nicht nur frischen Wind auf die Bühne, das dritte Album "Blessing In Disguise" (1989) sollte es in punkto Qualität mit dem vielgerühmten Erstling locker aufnehmen können. Leider befand sich der Heavy Metal gegen Ende der achtziger Jahre bereits auf dem absteigenden Ast, wertvolle Jahre waren seit dem Debut verschenkt worden, und hinzu kamen abgesagte Konzerte wegen Krankheitsfällen. Eine anständige Tour hätte verlorenes Terrain zurückgewinnen können, denn das damalige Line-Up dürfte mit Sicherheit das Stärkste aller Zeiten gewesen sein. Howe als ausgezeichneter Frontmann mit einer phantastischen Stimme gesegnet, Craig Wells und Marshall als unschlagbares Duo an den Sechssaitigen, Duke Ericksson am Bass wie ein Fels in der Brandung und ein Weltklasse-Drummer mit Kirk Arrington, was sollte da eigentlich schief gehen?
Ein fast untergegangenes viertes Album ("The Human Factor, 1991) mit einer Tour durch kleine Clubs, während METALLICA millionenfach absahnten, der Verlust des Plattenvertrages, mit "Hanging In The Balance" (1993) trotz bärenstarker Live-Performance ein soundmäßig schwaches Album voller eigentlicher Song-Brecher, erneute Krankheitsfälle und personelle Wechsel führten schließlich zum vorläufigen Ende.

Seit Vanderhoofs livehaftiger Rückkehr im Jahre 1999 handelt es sich im Falle "A Light In The Dark" um das dritte Werk seit der Reunion. Mittlerweile beim Label SPV gelandet und von einer sichtlich bemühten Agentur betreut, sollten die Rahmenbedingungen jetzt also endlich stimmen. Von einem rundum perfekten Bild lässt sich jedoch erneut nicht sprechen.
Nachdem es sich bei "Masterpeace" (1999) und "The Weight Of The World" (2004) um größtenteils songmäßige Rohrkrepierer im dürftigen Soundgewand handelte, hat Meister Kurdt mal wieder kräftig am personellen Karussell gedreht. Der mittlerweile verstorbene David Wayne musste nach dem Desaster von 1999 gehen, Kirk Arrington ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, und so ist aus der glorreichen "Mark II Besetzung" (1989-94) keiner mehr an Bord. Vanderhoof, letzter Mohikaner der Truppe von '84, hat allerdings eine Schar von Mitstreitern gefunden, die zumindest live halbwegs an alte Zeiten anknüpfen könnte.

"A Light In The Dark" tut dies indessen noch nicht. Durchaus gute Ansätze verpuffen, auch wenn die typischen METAL CHURCH-Trademarks immer wieder aufblitzen. Ronny Munroe, der mich zuweilen an den jungen Biff Byford (SAXON) erinnert, mag zwar für nahezu alle Texte die Verantwortung tragen, bei seinen Gesangslinien hätte er allerdings Hilfe von außen gebrauchen können. Mehr oder weniger inspirationslos trällert sich der Mann durch Tracks, die mit stimmigeren Hooklines durchaus zum einen oder anderen Song mit früheren Qualität hätten führen können.
Soundmäßig gibt es nichts zu bemängeln. Vanderhoof hat als Toningenieur und Produzent ganze Arbeit geleistet. Von der instrumentalen Seite her betrachtet, handelt es sich um ein Werk, das alle wichtigen Trademarks typischer METAL CHURCH-Songs beinhaltet. Die neue Mannschaft um das einzige Originalmitglied vermag es jedoch nicht, in punkto Songwriting bleibende Akzente zu setzen. Die ehemaligen Gitarristen Craig Wells und John Marshall sowie ex-Sänger Mike Howe schufen in Zusammenarbeit mit Vanderhoof Klassiker für die Ewigkeit, während man jetzt zwar den typischen METAL CHURCH-Stil, aber auch ausnahmslos belanglose Tracks zu hören bekommt.
Wenn die gelungene Neuauflage von Watch The Children Pray - ein Tribut an den im Mai 2005 verstorbenen Ur-Shouter David Wayne - bereits das beste Stück des Longplayers darstellt, sagt das eigentlich schon alles aus.
"A Light In The Dark" beginnt mit dem gleichnamigen Titelsong recht verheißungsvoll. Ein wenig an Ton Of Bricks erinnernd, geht es gleich in die Vollen. Auch Beyond All Reason, im typischen METAL CHURCH-Gewand, glänzt mit einem ansprechenden Gesang Ronnie Munroes. Doch hier ist die Herrlichkeit dann bereits vorbei. Mirror Of Lies ist ein Speed-Track ohne Höhepunkte und mit miserablen Vocals, lediglich die Soli im Mittelteil reißen noch was. Disappear zeigt die Band mit schweren, schleppenden Gitarrenläufen und Mr. Munroe völlig neben der Spur. The Believer setzt die Heaviness fort, ist ansonsten mehr als langweilig und der Sänger wie gehabt ohne eine klare Gesangslinie.
Bei Pill For The Kill geht es wieder leicht aufwärts. Nach wie vor äußerst druckvoll agierend, sammelt man hier wieder ein paar Punkte auf der Habenseite. Son Of The Son präsentiert tolle Gitarrenläufe, eine fette Rhythmusarbeit, schöne melodische Soli, sprich die geliebten Trademarks. Leider aber auch einen unterirdisch agierenden Shouter.
More Than Your Master stellt noch einmal einen kleinen Höhepunkt dar, der mit einer besseren Darbietung am Gesangsmikrophon durchaus auf den "alten" Klassikern hätte stehen können. Doch Blinded By Life liefert prompt den nächsten Tiefpunkt. Eines der nichtssagendsten Stücke der Bandhistorie.
Auf Watch The Children Pray beweist Munroe, dass er eigentlich gar nicht mal so übel singen kann. Nur warum tut er's dann nicht überall?

Zu Zeiten von "Hanging In The Balance" (1993) hatte man mit einem gewissen Paul O'Neill einen songschreibenden "Musical Coordinator" an Bord und schuf einen Klassiker wie Waiting For A Savior. Von solchen Glanzleistungen zeigt man sich heute meilenweit entfernt. Vanderhoof wirkt in Sachen Songwriting ausgebrannt und allein gelassen. Somit kann man vielleicht den Hardcore-Fans der Gruppe eine Freude machen, solange der bandtypische Stil nicht auch noch flöten geht. Allen anderen seien an dieser Stelle noch einmal das phantastische Debut-Album oder "Blessing In Disguise" empfohlen. An dieser Meßlatte kann "A Light In The Dark" einfach nicht mehr kratzen.

Jürgen Ruland, 30.07.2006

 

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