Michael Schenker

Bridge The Gap

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.11.2013
Jahr: 2013
Stil: Hard′n′Heavy

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Michael Schenker
Bridge The Gap, in-akustik, 2013
Michael SchenkerLead & Rhythm Guitar
Doogie WhiteVocals
Wayne Findlay7-String Guitar, Keyboards
Francis BuchholzBass
Herman RarebellDrums
Produziert von: Michael Schenker & Michael Voss Länge: 46 Min 09 Sek Medium: CD
01. Neptune Rising08. Temple Of The Holy
02. Where The Wild Winds Blow09. Shine On
03. Horizons10. Bridges We Have Burned
04. Lord Of The Lost And Lonely11. Because You Lied
05. Rock And Roll Symphony12. Black Moon Rising
06. To Live For The King13. Dance For The Piper
07. Land Of Thunder

Unser deutscher Immer-noch-Vorzeige-Axtschwinger Michael Schenker hat in seinen "Temple Of Rock" - so auch der Titel seines vorherigen Albums - zwei alte Bekannte aufgenommen: Herman Rarebell und Francis Buchholz. Ja, da schaut's, gell? Handelt es sich doch, wie wir alle wissen (oder wissen sollten!), um das Rhythmus-Duo, welches den SCORPIONS zu ihrer erfolgreichsten Zeit den richtigen Kick-in-the-ass verpassten. Außerdem wurde für den Platz am Mikrofon Doogie White verpflichtet, der mir erstmals in Diensten von Ritchie Blackmore's RAINBOW aufgefallen war, sich aber in letzten Jahren kreuz und quer durchs Hard'n'Heavy Feld geknödelt hat.
Wayne Findley ist ja schon länger für Schenker an den Tasten und der zweiten Gitarre tätig.
Klingt wie eine gute Bastion für schmissigen Hard Rock.

Tatsächlich kommt das, wenn man sich erst einmal reingehört hat, gar nicht übel. Es klingt zwar irgendwie düsterer und "schmermetallischer", als man das von Michael Schenker aus seinen MSG-Tagen gewohnt ist, aber allein die aufkreischende Gitarre in Neptun's Rising verrät unseren Michel und macht gleich Lust auf eine Rockparty. Es geht nahtlos in Where The Wild Wind Blows über, mit kernigen Tiefton-Riffs und einem Doogie White, der sich ein bisschen Richtung MAIDEN zu versuchen scheint. Nun ja, eine süffige Schunkel-Nummer kommt dabei schon raus und Schub hat die Nummer auch. Ganz nette Idee auch, das Gitarrensolo mit einer Akustikgitarre einzuleiten. Nur dieses - dann heiß ersehnte - Solo findet praktisch nicht statt. Schade. Vielleicht wollte Schenker ja nicht gleich mit seinen Fähigkeiten protzen.
Auch im nächsten Song - von Rarebell mächtig eingepeitscht - kommt mir Bruce Dickinson noch ein bisschen in den Sinn, auch wenn das mehr Richtung alte MSG und besagte RAINBOW geht und so langsam - spätestens mit dem folgenden Lord Of The Lost And Lonely - begibt sich White auch gesanglich in die Bereiche von Ronnie James Dio (der Herr hab ihn selig!). Zwar ohne dessen Charisma zu erreichen, aber hätte Ronnie in den frühen 80ern bei RAINBOW gesungen, hätt's vielleicht ähnlich geklungen.

Was mir etwas fehlt, sind die Schenker-Soli, die auch dem banalsten Song noch höhere Weihen verleihen können, wie oft genug geschehen. Ja, der typische Ton ist schon da und die Finger fliegen auch ausgiebig, sodass man - siehe Rock'n'Roll Symphony - schon beim Zuhören ein paar Schweißtropfen erzeugt, aber die Sahnehäubchen vermisse ich etwas. Mir doch egal, ob er sich da hin und wieder selbst zitiert hätte.
Nichtsdestotrotz können Nummern wie To Live For The King oder Land Of Thunder schnell Nackenschmerzen verursachen, wenn man versucht, mit Rarebells Double-Bass Schritt zu halten und Schenkers Riffs sind jederzeit für eine Sehnenscheidenentzündung gut.
Hier und da hätte ich mir ein etwas einfühlsameres Geknüppel als Hintergrund für die Soli gewünscht. Wie gesagt, oft klingt's nach DIO und Temple Of The Holy wäre dem sicher auch entgegen gekommen.
Bei Shine On hängt's dann etwas durch, doch bei Bridges We Have Burned rockt es wieder ganz druckvoll, mit teils bombastischen Hintergrund. Vielleicht das am interessantesten gemachte Stück dieses Albums. Gefällt mir recht gut.
Dafür knüppelt mir Because You Lied dann zu eintönig dahin. Ein typischer Fall, wo das Solo noch etwas hätte reißen können, aber viel zu kurz aufblitzt und der Background zu banal gerät.

Ich wiederhole mich, aber Black Moon Rising verweist erneut - und teils sehr deutlich - auf unseren leider verstorbenen kleinen New Yorker. Vielleicht kommen deswegen auf dieser Scheibe relativ häufig Worte wie "Rising", "Temple", "Holy" oder "King" vor? Ist aber 'ne gute Nummer, die hier zu den Höhepunkten gehört. Da glänzen mal alle Beteiligten mit ihrer Schokoladenseite.
Der Refrain im abschließenden Dance For The Piper ist mir etwas Tra-la-la-mäßig, ansonsten wäre das nämlich eine prima Nummer in alter MSG-Tradition.
Nun ja, ein neuer Klassiker wird das Album nicht, aber zeigt Michael Schenker ziemlich heavy und auch modern und wenn man nicht gerade mit DIO aufgewachsen ist, wird man auch Gefallen an Doogie Whites Gesang haben und zu dem wuchtigen Sound gut abrocken können.

Epi Schmidt, 21.11.2013

 

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