Mike Estes and Brave New South

Mike Estes & Brave New South


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2000

Links:


Redakteur(e):

Lutz Melzer


Mike Estes & Brave New South
Mike Estes & Brave New South, 2000
Mike Estes Guitars, Vocals, Dobro, Percussion
Barton Campbell Keyboards, Backing Vocals
Bird Bass, Backing Vocals
Ziggydale Zigfreid Steel Guitar, Backing Vocals
David Crockett Drums
Gäste:
Ed King (ex-Lynyrd Skynyrd) Guitar
Greg Martin (Kentucky Headhunters) Guitar
Eugene Moles Guitar
Debbie Davis Estes Backing Vocals
Länge: ca. 32 Min Medium: CD
1. When The Goin' Gets Tough, The Tough Go Fishin (Keel/Estes)6. No Present Like The Time (Estes)
2. Snake Bit (Estes/Rossington/Campbell)7. Politically Incorrect (Estes/Bird)
3. Born To Honky Tonk (Estes/Bird)8. She's My Girl (Estes)
4. Second Base (Estes)9. Scalded Dog (Estes/Campbell)
5. Country As It Gets (Estes)10. So Many Roads (Estes)

Mike Estes war als Kumpel von Ed King kurzzeitig Mitte der 90er Jahre Mitglied von Lynyrd Skynyrd.
Nach seinem Rausschmiß machte er zunächst 1996 mit DRIVIN SIDEWAYS eine von der US-Autorennserie NASCAR gesponserte CD, die thematisch konsequenterweise nur Songs über Autorennen enthielt.
Dabei war ihm eine unspektakuläre, aber grundsolide Rockplatte mit leichtem Country-Rock-Einschlag gelungen.
Danach hat man lange nichts von ihm gehört.
Gastauftritte bei den Southern Rock Allstars und der Artimus Pyle Band (APB) waren nichts Bedeutendes, im Falle der APB sogar eher bedenklich, wie Mikes "Gesangsleistung" bei "Simple Man" auf der APB-Live-CD.

Nun also endlich seine "Solo"-CD, unterstützt von Musikern, die z.T. bereits auf der 1996er DRIVIN SIDEWAYS CD auftauchten. Auch einen Gastauftritt von Ed King (ex-Lynyrd Skynyrd) gibt es wieder.
Diese Platte geht den mit DRIVIN SIDEWAYS eingeschlagenen Pfad in Richtung Countryrock konsequent weiter. Schon die Besetzung mit einem Steelguitarspieler weist in Richtung Countryrock, teilweise ist es sogar einfach nur Country. Mir ist es dadurch persönlich schon etwas zu Country, mit Southern Rock hat es jedenfalls nicht viel zu tun.

Ansonsten: Der Sound ist sauber und gut, etwas rotziger und fetter hätt's sein können. Es wird durchaus wettbewerbsfähige Qualität angeboten. Auch Estes ist hier als Sänger durchaus ok, mehr als solide aber nicht.
Die sorgfältig arrangierten Songs sind von zufriedenstellendem Niveau, allerdings nicht sonderlich originell. Die Spieldauer der CD ist jedenfalls für heutigen Standard auf jeden Fall zu kurz.

Zu den Tracks im Einzelnen:

When the goin' gets tough, the tough go fishin: Die CD eröffnet mit einer flotten Country-Rock'n'Roll-Nummer, mit der Betonung auf Rock'n'Roll.
Lustig umgesetzt das Thema: erst ist im Intro die nörgelnde Frau zu hören, dann kommt der Songtext, der erzählt, wie man(n), wenn es zu Hause zu sehr nervt, eben Fischen gehen sollte.

Snake Bit: Ein Rocksong, wohl bereits in der Phase bei Skynyrd begonnen, den in den Credits genannten Rossington hört man jedenfalls beim Songwriting und Riffing durchaus heraus. Leider ist die Refrainmelodie nicht so großartig.

Born to honky tonk: Wie der Name schon deutlich macht, ein Uptempo-Countryrock-Titel. Solide, aber nichts besonderes.

Second base: Nun kommt gar eine richtige Country Ballade daher, in der typischen Stimmung mit viel Steel guitar serviert.
Wer's mag...durchaus gut gemacht jedenfalls.

Country as it gets: Wieder eine Country-Rock'n'Roll-Nummer, vergleiche Song Nr.1...

No present like the time: Eine weitere Country Ballade, diesmal mit viel Dobro und Akustik Gitarre. Recht stimmungsvoll gelungen.

Politically incorrect: ein Midtempo-Country-Funrocker, wie er auch von Hank Williams Jr. kommen könnte...macht Spaß.

She's my girl: das ist nun lupenreiner Country Rock.
Für mich langweilig.

Scalded dog: klassischer Country, wie vor 60 Jahren, aber nett und fast authentisch.

So many roads: Eine traurige Country Ballade, klingt ein bißchen wie "Win, lose or draw" von den Allman Brothers, was Rhythmus und Klavier angeht.

Insgesamt eine durchaus gute CD, die stilistisch recht weit in Richtung Country geht und deshalb vom geneigten Southern Rock Hörer mit dieser Prämisse angegangen werden muß. Nett, aber nicht essentiell.

Lutz Melzer 08.05.2001

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music