Mike Mangione

Tenebrae


CD-Review

Reviewdatum: 18.12.2007
Jahr: 2007

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Mike Mangione Homepage



Redakteur(e):

Steve Braun


Tenebrae, Label X-AAA, 2007
Mike Mangione Vocals, Guitars, Harmonica, Percussions
Tom Mangione Guitars, Vocals
John Collins Upright & Electric Bass
Patrick Hoctor Cello
Kristina Princeman Violin
Karl Dietel Piano, Organ, Keys
Robby Consenza Drums
Gäste:
Duane Lundy Bass on # 9
Produziert von: Duane Lundy Länge: 63 Min 16 Sek Medium: CD
01. Waiting For No One07. It's A Hard Road To Crawl
02. It's Me, Not You08. Now That It's Done: Won't You Come Back
03. The Killing Floor09. I'm Sorry Again
04. First Time: Please Forgive Me10. Great Divide
05. You Don't Wanna Leave11. A Requiem For The Trash: Damnatio Memoriae
06. Slowdown12. Mama, Be Not Afraid

Ein stilles Album ist Mike Mangiones zweites Album "Tenebrae" geworden. Dies ist Musik vollständig gegen den Zeitgeist und damit selbst zeitlos werdend. Mit Folk könnte man sie am treffendsten benennen, Singer/Songwriter-Einflüsse sowie Ausflüge in den Roots-Rock kommen hinzu. Handgemachte, bodenständige Musik mit gefühlvollen Texten, sog. "Anti"-Musik, wie sie derzeit reichlich aus den US zu uns nach ol' europe kommt, um hier die Euro-Americana-Charts zu füttern.

Mike Mangione stammt aus Chicago IL startete mit 7 Jahren als Drummer, um dann ein paar Jahre später auf Gitarre umzusatteln. Lil'-Mike hörte gerne LED ZEPPELIN, Jimi Hendrix, Bob Dylan und Paul Simon, wobei die beiden Letzteren hörbare Spuren hinterlassen haben. Mikes erster Gig war als Opener für George Michael während dessen "Faith"-Tour. Seine erste eigene Tour machte er, nachdem sein erstes Album "There And Back" immerhin # 16 der CMJ-Charts erreicht hatte - zwei Monate und über 40 Gigs führten ihn durch die gesamten US.

Obwohl der Namenszug Mike Mangiones diesen Silberling ziert, ist es eigentlich ein Duo, das hier musiziert: Mike und sein Bruder Tom, die alle Songs gemeinsam geschrieben haben. Erst zwei Monate vor Beginn der Aufnahmesessions begannen die Brüder gemeinsam eine Band zusammenzustellen. Weitere zwei Wochen dauerten die Aufnahmen und "Tenebrae" war im Kasten.
"Tenebrae" bedeutet auf Latein "Dunkelheit" und hat einen religiösen Bezug. So werden die letzten drei Abende vor Karfreitag genannt, als Jesus "dunkle" Gedanken und Zweifel an seiner Mission hatte. Mangione wird sich schon seinen Teil gedacht haben, dieses Album so zu nennen, der Dunkelheit folgt der Tod/die Verwandlung und die Auferstehung, das Licht - eine tröstliche Botschaft ......

Waiting For No One eröffnet den Reigen und taucht mit seinem langsamen, "dunklen" Beat und den zerbrechlichen Vocals in depressive Schatten ein, solche Songs hat man auch schon gelegentlich von den BLACK CROWES gehört. Killing Floor setzt genau da an, allerdings hat der Song gewisse Längen, hätte etwas kompakter produziert werden können. Bei First Time ..... hätten gut und gerne wiederum die Krähen ihre Finger im Spiel haben können - meisterhaft, dieser schleppend langsame Groove. Ganz neue Töne bei You Don't Wanna Leave, ein flotter Skiffle, der etwas an den 70er-Springsteen erinnert. Ein schöner Track ist auch It's A Hard Road ...., kurz und kompakt, mit schönen Streichern untermalt. Erneut wird es wieder düsterer: Now That It's Done .... geht mir sofort unter die Haut und wühlt mich auf, für mich der schönste Track.
Bei I'm Sorry Again knödelt er mit dann doch etwas zu dylanesk. Zudem sind über 7 Minuten einfach zu lang, der Song will nicht auf den Punkt kommen. Great Divide zitiert den 70er-Neil Young, mit dessen folkigen Roots. Den Schlusspunkt setzt dann Mama, Be Not Afraid im beschwingten 6/8 Takt und diesmal auch in Dur.

Fazit: Mit "Tenebrae" ist Mike Mangione ein recht schönes, folkiges, gelegentlich auch roots-rockiges Album gelungen, das allerdings nicht zwingend in eine entsprechende Sammlung gehört. Zu sehr bedient er sich (noch) bei seinen Lehrmeistern. Das Kapital Mangiones ist seine Jugend - er muss, kann und wird sich weiter entwickeln und hat das Potenzial, ein Großer zu werden.

Steve Braun, 18.12.2007

 

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