Mitch Kashmar

Live At Labatt

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.01.2009
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Live At Labatt, Delta Groove Music, 2008
Mitch KashmarVocals & Harmonica
John MarxGuitar
Jimmy CalirePiano & Organ
Tom LacknerDrums
Steve NelsonBass
Produziert von: Randy Chortkoff Länge: 66 Min 09 Sek Medium: CD
01. I Got No Reason06. Sugar Sweet
02. Dirty Deal07. You're The One
03. Whiskey Drinkin' Woman08. Lollipop Mama
04. Evil Man Blues09. Wake Up & Worry
05. Song For My Father10. Castle Rock

Die Trompeten - na, in diesem Fall müsste man wohl eher sagen, die Mundharmonikas - künden es ja schon seit Jahren, dass mit Mitch Kashmar ein Virtuose heranreift, der alten Meistern, wie Charlie Musselwhite, ebenso auf den Fersen ist, wie jüngeren Hoffnungsträgern, wie Crazy Chris Kramer.
Die Anzahl der Blues-Legenden, mit denen Kashmar schon die Bühne teilte, ist schon ellenlang und seit seinem Debütalbum, "Crazy Mixed-Up World" (1999), wurde er bereits mit einigen Auszeichnungen dekoriert. Ein weiteres Highlight in seiner Karriere, war sicher die Einladung beim Reunionkonzert von Eric Burdon & WAR, am 21. April 2008, mit auf der Bühne der Londoner Royal Albert Hall zu stehen.
Wie sich Mitch live im Konzert anhört, kann man sich jetzt mittels "Live At Labatt" vergegenwärtigen. Am 24. August 2007 auf dem Labatt Blues Festival in Edmonton, Kanada aufgenommen und nahezu "unverfälscht" hier wiedergegeben. Lediglich ein überlanges Solo wurde herausgeschnitten. Ansonsten, wie Mitch sagt: "No studio manipulations of any kind!".
Kurze Vorstellung des Künstlers und schon groovt und swingt es wie die Hölle. Dazu gehört natürlich auch eine ausgefuchste Band, die sich zurücknimmt oder Gas gibt, wenn es sein muss, einfach richtig dynamisch spielt. Darüber kann Kashmar schon erste Kostproben seines Spiels liefern. Der pumpt und zieht, pustet und dröhnt, dass es richtig Spaß macht. Dazu ist er auch noch ein sehr guter Blues-Sänger.
Das kommt in Songs, mit typischen Blues-Themen, wie dem Boogie Diry Deal besonders gut. Wenngleich aufgewachsen in Südkalifornien, so steckt hier doch jede Menge Chicago-Blues mit drin und die hohen, pfeifenden Töne aus seiner Harp, könnten in manchem East-Side Club herangereift sein. Gitarrist John Marx hält sich oft zurück, aber wenn gefordert, dann weiß er, mit leicht dirty-rootsigem Sound und Stil auf sich aufmerksam zu machen.

Als etwas störend empfinde ich die Ausblendungen zwischen den Songs. Aber sobald wieder die Musik spielt, ist man gleich wieder in (Blues-) Stimmung. Eine "schwarze Stimme" kann man Kashmar nicht nachsagen, aber ein gewisses Muddy Waters-Feeling kommt in Whiskey Drinkin' Woman doch auf.
(Nein, es ist nicht der NAZARETH-Song)
Bessy Smith' Evil Man Blues swingt und groovt ebenfalls äußerst cool dahin und lässt wohlwollen mitwippen und sich an Jimmy Calires perlendem Pianospiel erfreuen.
Melodien und Rhythmen sind einem natürlich hinreichend vertraut, selbst, wenn man vorher keinen dieser Songs hier kannte. So tun sich in dieser Hinsicht keine großen Überraschungen auf und man kann problemlos "mit einsteigen". Andererseits, kann man sich so auch besser auf die instrumentalen Leistungen konzentrieren. Da steht Kashmars Mundharmonika natürlich an erster Stelle und wenn einer seiner Kollegen vor ihm ein Solo spielt, scheint ihn das noch mehr anzustacheln. Trotzdem ist das hier weder eine Blues-Harp-Fetischisten- noch eine Soli-Scheibe, sondern eine gute Mannschaftsleistung.
Auflockerung gibt's in Form von eher südamerikanischen Rhythmen, in Song For My Father oder jazzig-swingenden Nummern, wie Sugar Sweet. Letztere sollte mal als Anspieltipp herhalten.
You're The One erinnert mich, mit seinem gepflegten Boogie, an die Kollegen von ROOMFUL OF BLUES. Ein Höhepunkt sicher auch, das flotte, swingende Lollipop Mama, in dem sich die Musiker gegenseitig pushen. Tja, den vollen Genuss, hat man nur, wenn man selbst vor der Bühne steht, aber etwas mitzucken tut man hier schon öfter.
Also nix was einen jetzt schon zuhause in Schweiß bringt, jedoch zu jeder Zeit unterhaltsam und sowohl zum nebenbei Hören, als auch zum mit-jiven geeignet.

Epi Schmidt, 12.01.2009

 

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