Mitch Ryder

Smart Ass

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.11.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Mitch Ryder
Smart Ass, Repertoire Records, 2011 (1982)
Mitch RyderVocals
Joe GutcGuitar
Rick ScheinGuitar
Mark GougeonBass
Billy CsernitsKeyboards
Al WattsonDrums
Harry PhillipsGuest Organ on Hot House and Tape's Rolling
Produziert von: Mitch Ryder Länge: 35 Min 18 Sek Medium: CD
01. Hot House06. One Room World
02. You Better Stop It07. Hands High
03. Try And Must08. It Keeps You Alive
04. Code Dancing09. Berlin
05. Tape's Rolling

Da hat sich Mitch Ryder nicht unbedingt einen Gefallen getan, die Produktion dieses Albums in Eigenregie zu übernehmen. Nimmt man dazu noch die in den frühen 80er Jahren üblichen, "verfälschten" Sounds, kann man sich heutzutage schon etwas schwerer mit "Smart Ass" tun.
Nach einigen Jahren und Plattenproduktionen in Deutschland - bei denen so beachtliche Alben wie "Got Change For A Million?" herauskamen - , kehrte Ryder für "Smart Ass" ins heimische Detroit zurück, von wo aus er in den 60ern mit seinem ultrascharfen R&B für Furore gesorgt hatte. Repertoire Records bringt diese Scheibe nun als Neuauflage, mit leicht veränderter Aufmachung, wieder heraus.
Die Band für diese Studiosessions war im Endeffekt die gleiche wie bei den vorherigen Alben, mit der Ausnahme, dass Drummer Wilson Owens durch Al Wattson ersetzt werden musste. Erstere musst sich zu diesem Zeitpunkt mit einem Knastaufenthalt anfreunden. Wie sich das alles zugetragen hat, kann man im Repertoire-üblichen, ausführlichen Booklet, mit Texten, Kurzbio, Bildern und Infos zu Songs und Aufnahmen nachlesen.
Die großen Klassiker sind auf diesem Album vielleicht nicht zu finden, aber Ryders bluesdurchsetzter, dynamischer Stil kommt auch hier durch. Die Slide-Gitarre heult und zieht sich durch Hot House, während Ryder in einer Art Sprechgesang die Geschichte des "Hot House" mit seinem "Stranger" erzählt und jede Strophe mit "You can leave in peace this time, but don't come back to soon" beschließt. Die Dramatik, die Ryder mit seiner Stimme in die Songs bringt, ist auch heute noch beeindruckend.

Lockerer, freundlicher, klingt es in You Better Stop It. Zumindest musikalisch, denn textlich ist Ryder engagiert wie stets und er hält dem (seinem) Präsidenten entgegen: "I see lost hope for American dreams" und macht sich zum Anführer einer Menge, die "we wanna work, give as job" skandiert.
Try And Most beschäftigt er sich gleichfalls mit der Situation in seinem Heimatland, begleitet von einer fast lieblichen, reggae-ähnlichen Begleitung. Das Keyboard klingt hier stark nach Cembalo und darüber wimmert eine Slide-Gitarre. Anfangs vielleicht etwas irritiert, ist man spätestens bei dem hymnischen "I's a fun game to play" von dem Song gefangen.
Code Dancing könnte, mit anderem Sound, auch eine Hard Rock-Nummer sein, aber leider verwässert die Produktion die eigentlich recht fetzigen Gitarren und der Refrain klingt mehr nach 80er Pop. Das hört sich geschrieben schlimmer an, als es ist, denn, hat man sich erst mal an den Sound gewöhnt, ist das schon ein faszinierender Song.
Der Sound ist es natürlich, der einen immer wieder etwas ungläubig schauen lässt. Ryder meint ja, der Drummer, der mit produziert hätte, wäre am zu lauten Schlagzeug schuld, aber ich empfinde das keineswegs als zu laut. Auch nicht in der locker-flockigen Karibik-Nummer Tape's Rolling.

Gegen Ende wird’s dann tatsächlich rock'n'rolliger. Das geht los mit dem flotten 12-Bar-Boogie One Room World - echt schade um die "verwaschene" Gitarre - und findet in It Keeps You Alive seine Fortsetzung. Dazwischen macht auch die funkige Good-Time-Stimmung von Hands High richtig Laune. Wobei ich mir bei Mitch Ryder nie ganz sicher bin, ob ich mich jetzt freuen darf, oder ob da nicht noch eine textliche Wendung kommt, die einem das Lachen im Hals stecken bleiben lässt.
Als Abschluss bringt Ryder noch eine Reminiszenz an seine "zweite Heimat" und liefert mit der Piano-Ballade Berlin eine Aufforderung an die junge deutsche Bevölkerung, trotz ihres schweren Erbes wieder zum Lachen zu finden. "In the end I'll be your friend" singt er zu fast klassischer Begleitung und endet mit "smile again, smile again".
Auch "Smart Ass" ist ein gutes Mitch Ryder Album mit etlichen guten bis sehr guten Songs. An die Produktion muss man sich gewöhnen, aber das Anhören ist dieser Mann jederzeit wert.

Epi Schmidt, 12.11.2011

 

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