Mob Rules

Radical Peace

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.11.2009
Jahr: 2009
Stil: Melodic Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Mob Rules
Radical Peace, AFM Records, 2009
Klaus DirksGesang
Matthias MineurGitarre
Sven LükeGitarre
Markus BrinkmannBass
Sascha OnnenKeyboards
Nikolas FritzSchlagzeug
Produziert von: Mob Rules Länge: 52 Min 48 Sek Medium: CD
01. Children Of The Flames05. The Oswald File (Ethnolution II: A Matter Of Unnecessary Doubt)
02. Trial By Fire06. Waiting For The Sun
03. Warchild07. The Glance Of Fame
04. Astral Hand

Ich gestehe es direkt vorneweg: ich bin ein Fan der Band. Daher müssen die folgenden Sätze durchaus ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit aufgenommen werden, denn wenn eine Band nach drei Jahren Pause meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern noch übertrifft, dann kann ich schon mal ins Schwelgen geraten.

MOB RULES gehören zur Speerspitze des Melodic Metal (nicht nur in Deutschland) und beweisen mit “Radical Peace“ einmal mehr ihre Ausnahmestellung. Die CD kommt ohne das übertriebene Pathos oder den Schalk einiger anderer Szene-Bands. Die Musik ist pompös, ohne jemals zu übertreiben, emotional, ohne zu überziehen, eingängig, ohne sich anzubiedern oder in den Kitsch oder Plattitüden abzurutschen.

Platte Texte wie bei anderen Bands waren ohnehin noch nie das Ding von MOB RULES und so wagt sich Sänger Klaus Dirks wieder an einige schwere Themen. Children Of The Flame beschäftigt sich mit den abartigen Versuchen des Nazi-Arztes Mengele an Kindern. Warchild und The Oswald File erklären sich ohnehin schon von alleine. Das sind alles nicht immer unbedingt Themen, de man bei einer Melodic-Metal-Band erwartet, aber gerade das trägt zur Faszination von MOB RULES bei.

Mit Children Of The Flames beginnt das Album eher untypisch mit einem groovigen Song, der ohne Double-Bass-Einsätze auskommt, aber mit einem messerscharfen Riff, orientalischen Melodien und bombastischen Chören fasziniert. Das anschließende Trial By Fire hätte vielleicht sogar den besseren Opener abgegeben, steigert sich der Song doch binnen weniger Sekunden zu einem metalischen Orkan, der alles mitreißt, was ihm in Weg steht.

Die Musik bei Warchild ist erhebend, aber auch düster, mitreißend aber auch erdrückend. Ganz so, wie es der Text und das Thema verlangen. MOB RULES verstehen es auch auf “Radical Peace“ wieder meisterhaft, Emotionen und Texte in Musik umzusetzen. Das gilt auch für das bereits vorab veröffentlichte Astral Hand, das die Begeisterung und das Staunen des Betrachters über sowie die Erhabenheit des Kunstwerks “Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle in sich vereint. Das Bildnis mit dem berühmten Fingerzeig findet sich in abgewandelter Form auch auf dem Cover wieder.

Zentrales Meisterwerk des Albums ist aber das 18-minütige The Oswald File, das sich in sechs Teilen mit dem Leben des Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald beschäftigt. Etwas Vergleichbares habe ich in den vergangenen Jahren seit der Suite Sister Mary (von QUEENSRYCHEs Göttergabe “Operation Mindcrime“) “nicht mehr gehört. Musikalisch dicht und spannend, emotional packend lässt das Stück dem Hörer kaum Zeit zum Luftholen. Dieser Parforce-Ritt hebt die Band auf ein neues Niveau, das nicht viele Gruppen erreichen.

Das sehr straighte Waiting For The Sun ist dann die wohltuende Verschnaufpause nach dem Opus Magnum. Genau das Richtige, wenn der Song auch nicht weiter zu begeistern vermag. Den Abschluss bildet dann das wieder hymnisch aufgebaute The Glance Of The Flame, das dem Album den würdigen Rahmen verleiht. Hier werden wieder die Stärken der Band voll ausgelebt: starkes Riffing, toller Gesang, tolle Instrumentalarbeit. So beschließt man ein Klasse-Album.

Das aktuelle Werk schließt qualitativ an den überragenden Vorgänger “Ethnolution A.D.“ an und tritt dabei einmal mehr den Beweis dafür an, dass MOB RULES einfach keine schwachen Alben machen können. “Radical Peace“ ist ein Werk voller Melodie, Power und phantastischen Songs. Wer melodischen Metal mag, wird dieses Album lieben.

Marc Langels, 12.11.2009

 

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