Molly Hatchet

Live At The Agora Ballroom

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2000

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Molly Hatchet
Live At The Agora Ballroom, Atlanta, Georgia, April 20th 1979, Phoenix Gems, 2000
Danny Joe Brown Vocals
Dave Hlubek Guitar
Duane Roland Guitar
Steve Holland Guitar
Banner Thomas Bass
Bruce Crump Drums
Produziert von: Tad Flynn Länge: 71 Min 05 Sek Medium: CD
1. Bounty Hunter7. Dreams (I'll Never See)
2. Let The Good Times Roll8. Trust Your Old Friend
3. Gator Country9. The Harp Jam
4. The Creeper10. One Man's Pleasure
5. T For Texas11. Crossroads
6. Big Apple12. Boogie No More

Das Auge hört bekanntlich mit. Kein Problem bei MOLLY HATCHET, sollte man meinen, der Band, die so begnadete Künstler wie Valejo oder Frazetta dem ordinären Redneck näher gebracht hat.
Wer jetzt auf Roger Dean hofft wird maßlos enttäuscht. Ein fächerförmig orange-pastellblau gestreifter Hintergrund, davor ein mit starkem Blaufilter angereichertes Schwarzweiss-Foto. Einfach schauderhaft.
Eigentlich sollte man einfach wegschauen, doch näheres Hinschauen und Reflektieren lohnt sich. Das Motiv zeigt die Band, in typischer Outlaw-Pose, stolz ein Gewehr präsentieren. Vor dem Hintergrund, dass seit dem Schulmassaker von Littleton im Süden der USA eine wahre Hexenjagd auf Trenchcoat-Träger und Gothik-Fans stattfindet, ist es doch wenigstens sehr fragwürdig nur ein Jahr später ein solches Cover, zudem noch mit offen dargestellter Schusswaffe, zu verwenden.
Aber MOLLY HATCHET sind ja eine 'gute Südstaatenband', Schusswaffen sind ja in der landläufigen Meinung auch ganz nett und werden als normal akzeptiert, und es lag natürlich an den Trenchcoats, den schwarzen Klamotten, und der seltsamen Musik, die die Täter (bis heute nicht nachweislich) gehört haben. Was das mit MOLLY HATCHET zu tun hat? Gar nichts, zumal das Albumcover weder die Band noch die eigentliche Plattenfirma zu verantworten hat (Phoenix Gems ist das Label einer Radiostation, das sich auf Verwertung alter eigener Radioshows beschränkt), doch es zeigt mal wieder die typisch amerikanische Doppelmoral. Manche sind einfach gleicher als andere.

Die oberflächlichen Linernotes und ein knappes Dutzend ganz ordendlicher Fotos runden eine sehr zwiespältige optische Präsentation ab.

Bevor jetzt die Ersten nervös werden ... zur Musik. "Live at the Agora Ballroom" erfüllt alle Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen, die man mit einem MOLLY HATCHET Mitschnitt von 1979 verbindet. Neben Klassikern, wie Bounty hunter, Gator country oder Boogie no more, die man auch heute noch bei Konzerten hören kann, gibt es viele Songs, die den 'Test of time', in manchen Fällen mehr als unverständlich nicht bestanden haben.
So bildet die CD mit Stücken wie The creeper, Trust your old friend, One man's pleasure oder Big apple eine gute und wertvolle Ergänzung zu "Double trouble live".

Am Sound gibt es logischerweise, bei einer ursprünglich als Radioshow verwendeten Aufnahme, nichts zu mosern: Zwar recht roh und ursprünglich, aber so sollte ein Livealbum klingen.
Positiv sind für meinen Geschmack an und für sich auch die überdurchschnittlich vielen Ansagen, wobei Danny Joe Brown eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass er schon damals nicht der Hellste war. Außer tausendfach gehörten Klischees hat er leider wenig im Repertoire.

Weiteren Kaufanreiz bieten drei bislang offiziell nicht veröffentlichte Songs. T for Texas und Crossroads kann man jedoch schnell abhaken. Die Nummern kennt man von anderen Südstaatenbands bereits zur Genüge und MOLLY HATCHET verstanden es anno 1979 nicht, diesen Stücken in irgendeiner Form neues Leben einzuhauchen.
Spannender ist da schon das über 12-minütige The harp jam, eine furiose Rock'n'Roll-Improvisation, mit starkem Mundharmonikaeinsatz und integrierter Vorstellung der Band.

Jetzt lasse ich Euch gleich alleine mit der großen Frage ... Rechtfertigt diese CD mit ihrer zweifelhaften Optik, den zu weiten Teilen durch Überschneidungen mit "Double Trouble live", "Astral game", "Gods and knights" und diversen anderen Radioshows und Bootlegs relativ überflüssigen Songs den teuren Importpreis?
Ich persönlich verspreche mir vom kommenden, in Wacken mitgeschnittenen offiziellen MOLLY HATCHET Livealbum weitaus mehr und werde mir das ebenfalls von Phoenix Gems veröffentlichte "Live at the Savoy" von der ATLANTA RHYTHM SECTION wegen bösen Vorahnungen wohl schenken.

Martin Schneider, 01.01.2000

 

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