Mono Inc.

Symphonic Live


CD & DVD-Review

Reviewdatum: 31.05.2019
Jahr: 2019
Stil: Dark Rock
Spiellänge: 115:20
Produzent: Martin Engler

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Plattenfirma: SPV

Promotion: M2


Redakteur(e):

Marc Langels

Titel
01. Welcome To Hell
02. Kein Weg Zu Weit
03. Long Live Death
04. If I Fail
05. Time To Go
06. Risk It All
07. Get Some Sleep
08. Symphony Of Pain
09. Funeral Song
 
10. Gothic Queen
11. In My Darkest Hours
12. Boatman
13. Forgiven
14. In My heart
15. Arabia
16. Voices Of Doom
17. Children Of The Dark
18. Under A Coal Black Sun
Musiker Instrument
Martin Engler Gesang
Katha Mia Schlagzeug & Gesang
Carl Fornia Gitarre & Gesang
Manuel Antoni Bass & Gesang
Gastmusiker:
Ilja John Lappin Cello
Rabea Bollmann Cello
Ida Luzie Philipp Viola
Felicitas Fischbein Geige
Laura Zimmermann Geige
Simon Zlotos Piano

Wir haben schon lange nichts mehr gehört von den Düster-Rockern MONO INC., die letztmals bei uns mit ihrem 2008er Album “Pain, Love & Poetry“ bei meinem Kollegen Martin Schneider auf ungeteilte Zustimmung stießen. Seitdem hat sich natürlich einiges getan, bei der Band um Frontmann Martin Engler. Es wäre vielleicht übertrieben zu behaupten, dass MONO INC. seitdem „durch die Decke gegangen“ sind, aber die Band hat ihre Fangemeinde mit weiteren wunderbaren Werken - wie zuletzt mit dem Doppel-Album “Welcome To Hell“ - stetig erweitert. Auf ihrem jüngsten Werk haben die Hamburger dann auch ihren dunklen Klangkosmos um gleich mehrere Streicher erweitert. Die folgende Tour war ein überall ausverkaufter Triumphzug und so entstand recht spontan die Idee, das Konzert in Leipzig zu filmen und aufzunehmen. Das Ergebnis liegt nun in Form einer Doppel-CD mit dazugehöriger DVD vor.

Der Auftritt fand im Haus Auensee statt, einer Location mit dezentem Theater-Ambiente, was der Inszenierung der Band natürlich rein optisch schon einen zusätzlichen Boost sowie eine ganz andere Wirkung verpasst. Die Band startet zunächst sehr zurückhaltend in das Konzert, die Songs Welcome To Hell und Kein Weg Zu Weit präsentiert Engler alleine mit den Streichern und dem Pianisten, was wie eine gefühlvolle Ouvertüre wirkt, ehe dann zu Long Live Death auch der Rest der Band die Bühne betritt. Das Konzert wird in zwei Akte aufgeteilt, wobei der erste Teil eher klassisch und besinnlich ist, der zweite dann die großen Hits und einige Raritäten aus der langen Geschichte der Band umfasst. Und man muss sagen: am Ende werden die Lieder von einer wahren Euphoriewelle, sowohl auf der Bühne als auch auf den Rängen davor, getragen und von den Musikern regelrecht zelebriert.

Das akustisch eher reduzierte Soundgewand legt natürlich ein besonderes Schlaglicht auf die Stimme von Frontmann Martin Engler, der diese zusätzliche Entfaltungs- und Ausdrucksmöglichkeit hier weidlich ausnutzt. Das Publikum hängt geradezu sprichwörtlich an seinen Lippen und singt stellenweise lautstark mit. Die restlichen Band-Mitglieder halten sich dagegen zumindest im klanglichen Gesamtbild auffällig im Hintergrund und überlassen den Streichern sowie dem Klavier den Vortritt. Allerdings wäre If I Fail ohne den betörenden Background-Gesang von Lady Katha Mia nur halb so schön. Bis auf diese Ausnahme finde ich ihren Gesang leider ein kleines wenig zu leise im Gesamtmix.

Der Klang der Aufnahme ist ansonsten aber makellos, manchmal fast schon zu gut wenn es so etwas denn gibt). Denn ich kann mich an keine Live-Scheibe erinnern, bei der ich die Atemgeräusche des Sängers stellenweise so deutlich gehört habe. Aber das ist eben wirklich live. Die Qualität der Bilder steht dem der Tonspur in so gut wie nichts nach. Zwar passiert auf der Bühne nicht so viel im Bezug auf Bewegung, aber es ist schon eine Freude, der Band bei diesem speziellen Auftritt zuzuschauen und dabei das Ambiente dieses besonderen Auftritts zu genießen. Zumal im Gegensatz zu den beiden CDs hier auch die gesamten Ansagen von Engler dabei sind. Ich finde, deren Weglassen nimmt den CDs auch ein klein wenig die Konzert-Atmosphäre, vielmehr klingt es dann wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Songs, die auch von verschiedenen Konzerten stammen könnten. Und Time To Go klingt ohne die sehr emotionale Ansage von Engler nicht ganz so ergreifend, als wenn man sie gehört und gesehen hat. Aber das ist natürlich reine Ansichtssache.

Denn am Ende steht so oder so ein absolut fulminanter Auftritt der Band, die sich in dem symphonischen Gewand ganz offensichtlich pudelwohl fühlt. Zumal man sagen muss, dass die Streicherklänge ganz hervorragend zu den ja ohnehin symphonisch-düsteren Sounds der Gruppe passen. Man kann also von Glück sprechen, dass die Band spontan entschieden hat, diesen Abend für all ihre Fans und all diejenigen, die die Tour verpasst haben, auf CD und DVD zu verewigen. Hier haben sich MONO INC. selber ein musikalisches Denkmal gesetzt.

(Fotos zur Verfügung gestellt von SPV)

 

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