Mörglbl

The Story Of Scott Rötti


CD-Review

Reviewdatum: 09.02.2019
Jahr: 2019
Stil: Jazz Metal
Spiellänge: 59:39
Produzent: Mörglbl

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Plattenfirma: Laser‘s Edge

Promotion: cmm promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Frank Zappa

The Aristocrats

Steve Vai

Steve Lukather

Titel
01. 2 Flics Amis Amish
02. Anarchytektür
03. Les Légions Du Rhum
04. Dark Vädim
05. Döner Dörgazm
06. La Lèpre À Elise
 
07. Crime Minister
08. Panzer Kökötier
09. Prog Töllög
10. The Story Of Scott Rötti
11. Cor À Cor
Musiker Instrument
Christophe Godin Gitarre
Ivan Rougny Bass
Aurélian Ouzoulias Schlagzeug

Der legendäre und visionäre Frank Zappa fragte dereinst in einem Plattentitel “Does Humor Belong In Music?“ und gab durch seine Musik und seine Text die Antwort auf diese Frage gleich mit. Es ist anzunehmen, dass er dabei nicht eine Blödelkapelle wie etwa die BLOODHOUND GANG im Sinne hatte, sondern eher eine Gruppe wie die Franzosen MÖRGLBL. Denn sowohl der Name der Band als auch Songtitel wie etwa Anarchytektür, Döner Dörgazm, Panzer Kökötier, Prog Töllög oder mein persönlicher Favorit Crime Minister hätten wohl die Zustimmung des amerikanischen Freigeistes gefunden.

Das Gleiche dürfte zudem voll und ganz auf die Musik des Trios zutreffen. Denn wie schon der große Zappa vor ihnen scheren sie sich nicht um Genre-Grenzen, sondern verquicken hier auf dem Album “The Story Of Scott Rötti“ bereits zum siebten Mal auf ihre ganz eigene Art und Weise Jazz und Metal. Erneut werden harte Metal-Riffs mit Jazz-Harmonien verwoben, das Ganze dann mit vertrackten Schlagzeug-Rhythmen und widerborstigen Bass-Läufen unterlegt und mit einer aberwitzigen Prise musikalischem Humor – manche würden vielleicht auch sagen: Wahnwitz - abgeschmeckt.

Im Mittelpunkt der Band steht zweifelsohne Christophe Godin, der in manchen Momenten an Steve Vai und dann wieder an Steve Lukather (insbesondere mit LOS LOBOTOMYS) erinnert. Dabei behält auf diesem Album zumeist Ersterer die Oberhand, so dass man manche Songs – wie etwa Dark Vädim – auch problemlos für übrig gebliebene Vai-Stücke halten könnte. Das liegt natürlich sowohl am Spielstil als auch an den verwendeten Sounds des Gitarristen, der seinem Vorbild hier schon manches Mal sehr nahe kommt. Aber auch der beste Solist ist nichts ohne eine Band, die ihm das nötige Grundgerüst für seine wilden Exkursionen bietet. Und genau die hat Godin in Rougny und Ouzoulias gefunden, die ein feinmaschiges und grooviges Rhythmusnetz bereitstellen, über dem sich der Maestro austoben kann.

Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Beiden jedoch ebenfalls Meister ihres jeweiligen Instrumentes sind, denen hier leider zu wenig Raum für eigene Akzente geboten wird. Dies mag fast noch am besten Ouzoulias an seinem Schlagzeug gelingen, der hier einige Rhythmen hinzaubert, dass es eine helle Freude aber schwierige Aufgabe ist, alle einzelnen Elemente wahrzunehmen. Allerdings ist hier alle Fingerfertigkeit kein reiner Selbstzweck oder nur Show-Effekt, sondern es gelingt den drei Musikern hier durchaus ansprechende Songs zu komponieren, die in erster Linie sowohl Freunde des progressiven Rock und Metal sowie auch Anhänger des Fusion Jazz ansprechen dürften.

Nicht nur von ihrer Besetzung und von ihren Fertigkeiten sondern auch in ihrem Zusammenklang erinnern mich MÖRGLBL ein wenig an ein anderes Instrumental-Trio, nämlich THE ARISTOCRATS um den Gitarristen Guthrie Govan, Bassist Bryan Beller sowie den deutschen Drummer Marco Minnemann. Dabei legen die Franzosen jedoch einen deutlich größeren Schwerpunkt auf die Jazz-Elemente. Aber wer Fan der Gruppe von Minnemann ist, der sollte auch mal ein Ohr bei Godin & Co. Riskieren, ebenso wie diejenigen, die Zappa für seine musikalischen Abfahrten und Ausflüge liebten Und wenn die Musik dann nicht nur mit solcher individuellen Klasse sondern auch mit solch einer Freude und mit einem solchen Gefühl dafür, was einen guten Instrumental-Song ausmacht vorgetragen wird, dann kann man die von Zappa oben postulierte Frage nur mit einem lauten „Ja“ beantworten.

 

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