Mr. Big

Live From The Living Room

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.02.2012
Jahr: 2012
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Mr. Big
Live From The Living Room, Frontiers Records, 2012
Eric MartinGesang
Paul GilbertGitarre & Gesang
Billy SheehanBass & Gesang
Pat TorpeySchlagzeug, Percussions & Gesang
Produziert von: Mr. Big Länge: 48 Min 27 Sek Medium: CD
01. Undertow06. Around The World
02. Still Ain't Enough For Me07. Stranger In My Life
03. As Far As I Can See08. All The Way Up
04. Voodoo Kiss09. To Be With You
05. Take Cover10. Nobody Left To Blame

Nur zu gerne werden die amerikanischen Rocker MR. BIG auf den Song To Be With You reduziert, eines der Lieder (neben EXTREMEs More Than Words), das damals mitverantwortlich war für eine Welle von Akustik-Balladen und reinen Akustik-Shows von zahlreichen Bands bei einem ehemaligen Musiksender. Dabei wurde gerne die überragende spieltechnische Fertigkeit der Band an ihren Instrumenten (also vor allem an Gitarren und Bass aber auch was das Schlagzeugspiel und den Gesang betrifft) übersehen oder bewusst ignoriert. Aber wer einmal eine Live-Show der vier Musiker gesehen hat, der weiß, dass sie alle absoluten Könner sind.

Dabei leben diese Shows natürlich vor allen Dingen von der Energie der Rock-Songs. Was aber passiert, wenn sich die Band dazu entschließt, die Instrumente auszustöpseln und ihre Songs rein akustisch zu präsentieren? Viele anderen Rock-Bands sind daran gescheitert oder haben es erst gar nicht versucht. Aber MR. BIG trauten sich Anfang 2011 in Japan eine Show quasi „aus dem Wohnzimmer“ anzugehen und aufzunehmen. Dabei beweisen Paul Gilbert (Gitarre), Pat Torpey (diverse Percussion-Instrumente) und Billy Sheehan (leicht verstärkter Bass) sowie Sänger Eric Martin, dass sie dieser Herausforderung mehr als gewachsen sind.

Schon der Opener Undertow ist in seiner Album-Version ein straighter Rocker, den MR. BIG hier mit fast ebenso viel Drive und Volumen darbieten. Dabei erinnern sie von der Einstellung und der Energie her ein wenig an LED ZEPPELIN in deren etwas folkigen “III“-Phase. Dazu passt der Gesang von Martin genau so hervorragend wie die Story von dem drogen-abhängigen Mädchen, dass sich aus dem Strudel nicht mehr befreien kann. Auch das anschließende Still Ain’t Enough For Me rumpelt mit ungewohnt viel Old-School-Rock’n’Roll-Drive und –Feeling aus den Boxen oder Kopfhörern. Hier brilliert Billy Sheehan mit einem seiner unverkennbaren und unvergleichlichen Bass-Soli. Und auch die sonst eher rockigen As Far As I Can See und Voodoo Kiss funktionieren ganz unverstärkt hervorragend und lassen neue Elemente und ein neues Flair in den Songs aufkommen. Dass Paul Gilbert einer der schnellsten Gitarristen ist war ja bereits hinlänglich bekannt, dass er seine Akustik-Gitarre aber auch extrem zärtlich zupfen kann beweist er bei Take Cover eindrucksvoll und gibt dem Stück so noch eine neue Anmutung, um dann im anschließenden Around The World wieder seine Flitzefinger zu präsentieren.

Im zweiten Teil des Konzertes bekommt die Band zudem Unterstützung von einem Streicher-Quartett (unter Leitung von Takashi Miyazaki), das den Sound anreichert aber auch mit einem gewissen Zuckerguss garniert, der meines Erachtens nach nicht nötig gewesen wäre. Dadurch klingt das Ganze etwas zu konventionell und vorhersehbar und ist zu sehr auf den Massen-Geschmack des Radios abgestimmt. Im Zusammenspiel mit den etwas tränen-drückenden Lyrics von etwa Stranger In My Soul oder dem etwas kitschigen All The Way Up ist das dann schon etwas zu viel und wirkt bei mir persönlich eher kontraproduktiv. Auch dem ohnehin schon recht einfach gestrickten To Be With You tut es nicht gut, denn die Streicher werden nicht als eigenständiges und wichtiges Instrument eingesetzt, sondern kleistern lediglich die ohnehin kaum vorhandenen Lücken im Sound zu. Spannend wird es noch einmal zum Abschluss, wenn Paul Gilbert noch einmal seine E-Gitarre einstöpselt und bei Nobody Left To Blame noch ein paar Power-Akkorde raushauen darf. Auch Billy Sheehan scheint nach einer etwas ruhigeren und zurückhaltenderen Phase erneut aufzuleben und aufzudrehen. Aber sicherlich hätte auch dieses Stück so wie die ersten sechs problemlos als reine Akustik-Version funktioniert.

Unter dem Strich bleibt immer noch ein gutklassiges aber leider nicht überragendes Live-Album mit ein paar Schwächen in der hinteren Hälfte. Die Musiker beweisen ihre Qualitäten auf beeindruckende Weise und unterziehen einige ihrer Songs einer echten Umwandlung was das Feeling anbetrifft. Dann sind MR. BIG auf diesem Album am besten, schade nur, dass sie dieses Risiko nicht das ganze Album über durchgezogen haben und in der zweiten Hälfte es etwas zu sehr auf Numer sicher angehen lassen. Das mag bei all denen Anklang finden, die die Band ohnehin mehr wegen der Balladen gut finden, aber interessanter (auch musikalisch) wäre es gewesen, wenn sie der Grund-Idee der ersten Songs treu geblieben wären.

Marc Langels, 09.02.2012

 

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