Unleashed

Münster, Live Arena, 28.11.2004

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Konzertbericht

Reviewdatum: 28.11.2004

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Unleashed Homepage



Redakteur(e):

Tim C. Werner


Münster, Live Arena, 28.11.2004

Johnny Hedlund - Vocals & Bass
Tomas Olsson - Guitar
Fredrik Folkare - Guitar
Anders Schultz - Drums

Der König ist tot, lang lebe der König! Nach dem Abriss der Offenbacher Hafenbahn, dem Metal-Club im Rhein-Main-Gebiet, herrschte erst einmal Katerstimmung in der Frankfurter Community. Doch das entstandene Vakuum konnte jüngst gefüllt werden: In Münster-Breitefeld, irgendwo im Niemandsland zwischen Frankfurt am Main, Seligenstadt und Darmstadt öffnete kürzlich die Live Arena ihre Pforten. Aufgrund der allgemeinen Trägheit, verbunden mit den üblichen Terminüberschneidungen, hatte ich den Laden bislang noch nicht von innen gesehen.
Die Ankündigung des Death Metal Urgesteins UNLEASHED für den 28. November 2004 änderte diesen Umstand allerdings sofort, stand doch die erste Deutschland-Tour der vier Schweden seit sieben Jahren auf dem Programm.

Das Venue war mit knapp 300 Zuschauern gut gefüllt (die Kapazität beträgt nach den unbestätigten Angaben des Betreibers 950), die Preise fair: Tickets gab's für 17 Euro an der Abendkasse, einen halben Liter Bier für 3 Euro. Selbst vom Thekenhocker aus konnte man bequem der Band folgen. Irre.
Nachdem nicht weniger als drei Vorbands einen infernalischen Höllenlärm verbreitet hatten, gaben sich gegen 22.45 Uhr endlich UNLEASHED die Ehre. Jene Band, die als eine von wenigen die große Death-Metal-Welle Anfang der Neunziger anführte. Alben wie "Where No Life Dwells" (1991), "Shadows In The Deep" (1992) und "Across The Open Sea" (1993) prägten ein ganzen Genre maßgeblich mit. Der Song Into Glory Ride vom 1991er Vinyl war die Hymne einer ganzen Death-Matal-Generation.
Die Mitstreiter von damals, darunter solch illustre Combos wie ORBITUARY, MORGOTH, DEATH, DISMEMBER, TIAMAT oder auch OARADISE LOST sind entweder aufgelöst oder machen mittlerweile Popmusik. Doch UNLEASHED stehen wie eine eins.

Seit nunmehr fünfzehn Jahren sind sie ihrem Stil treu geblieben. Hervorgegangen aus der 1989 aufgelösten schwedischen Band NIHILIST, deren andere Hälfte sich zu ENTOMBED formte, spielen UNLEASHED dabei Death metal pur: Die Gitarren runtergestimmt, Stimmbänder ebenfalls tiefergelegt, bewegen sich die vier Schweden um den charismatischen Shouter Johnny Hedlund hauptsächlich im Midtempo-Bereich. Die vorgetragenen Klassiker (To Asgaard We Fly, Shadows In the Deep, Execute Them All) legten davon ebenso beeindruckend Zeugnis ab wie die neueren Nummern, allein fünf davon vom aktuellen 2004er Album "Sworn Allegiance" (Winterland, Destruction Of The Race Of Man, Attack!, Long Live The Beast und The Longships Are Coming). Recht gerne wird dabei das Wikinger-Thema bedient, so handelt der letztgenannte Song beispielsweise von dem ersten überlieferten Wikingerangriff auf das Kloster Lindisfarne im Jahre 793.

Für solche Extras wie Keyboards, Soundeffekte oder die bei Death-Metal-Bands in letzter Zeit so häufig eingesetzten weiblichen (Gast-)Sängerinnen (»heavenly voices«) ist bei UNLEASHED definitiv kein Platz. Das mag einerseits ein wenig anachronistisch wirken, vielleicht sogar auf eine gewisse Sturköpfigkeit hindeuten, die Fans andererseits lieben es - mich eingeschlossen.

Erfreulich, dass UNLEASHED den Hochgeschwindigkeitsbereich des Death Metal meiden, denn zum einen ist diese Nische schon recht gut besetzt, zum anderen kann man auf das mitunter seelenlose Geknüppel meines Erachtens recht gut verzichten. Genau dieser Aspekt ist es auch, der Unleashed einzigartig macht.
Auf die nächsten 15 Jahre!

Setlist:
Winterland
Destruction (Of The Race Of Man)
To Asgaard We Fly
Legal Rapes
Shadows In The Deep
Death Metal Victory
Berserk
Don't Want To Be Born
Hell's Unleashed
Attack!
Long Live The Beast
Into Glory Ride
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The Longships Are Coming
Never Ending Hate
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Execute Them All
Before The Creation Of Time

Tim C. Werner, 30.11.2004

 

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