Neal Morse

Testimony 2

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.06.2011
Jahr: 2011
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Neal Morse
Testimony 2, Inside Out Music, 2011
Neal MorseGesang, Keyboards & Gitarre
Randy GeorgeBass
Mike PortnoySchlagzeug
Gastmusiker
Steve MorseGitarre
Nick D'Virgilio, Alan Morse, Dave MerosGesang
Paul BielatowiczGitarre
Produziert von: Neal Morse Länge: 115 Min 19 Sek Medium: CD
Disc 1
01. Mercy Street08. The Truth Will Set You Free
02. Overture No. 409. Chance Of A Lifetime
03. Time Changer10. Jesus Bring Me Home
04. Jayda11. Road Dog Blues
05. Nighttime Collectors12. It's For You
06. Time Has Come Today13. Crossing Over/Mercy Street Reprise
07. Jesus' Blood
Disc 2
01. Absolute Beginner03. Seeds Of Gold
02. Supernatural

Neal Morse ist wohl einer der eifrigsten Arbeiter im Prog-Business. Kaum ein Jahr vergeht, ohne mindestens eine CD von Morse. Und wenn schon nicht Solo, dann eben mit einem Projekt, wie mit TRANSATLANTIC. In diesem Jahr steht aber wieder ein Solo-Werk des ehemaligen SPOCK’S BEARD-Kreativkopfes an: TESTIMONY 2 ist die logischerweise Fortsetzung von Morses Solo-Werk von 2003. Nun also geht die Geschichte um die Wieder-Entdeckung seines Glaubens in die nächste Runde. Diese wird auf CD 1 erzählt. Als Bonus gibt es dann auf der zweiten Scheibe zwei kurze und aus Prog-Sicht weitgehend unnötige Songs (den sich aufdrängenden Kalauer zu Absolute Beginner spare ich mir lieber) und einen gutklassigen Longtrack Seeds Of Gold, der zudem durch einen Gast-Beitrag von DEEP PURPLE-Gitarrist Steve Morse weiter aufgewertet wird.

Mit dabei sind auch wieder die beiden bewährten Sidekicks: Mike Portnoy (Schlagzeug, Ex-DREAM THEATER) und Randy George (AJALON, Bass). Aber etwas überraschend gibt es hier auch eine (fast) SPOCK’S BEARD-Reunion. Bei Time Changer gesellen sich Nick D’Virgilio, Alan Morse und Dave Meros dazu und liefern neben den Instrumenten auch den mehrstimmigen Chor, der natürlich dann stark an SPOCK’S BEARD erinnert. Viele alte BEARD-Fans werden sich daher von dieser Annäherung sicherlich mehr erhoffen. Mal sehen, was draus wird. Denn der Song entfaltet schon wieder die alte Magie, die damals in der Band herrschte. Aber das gilt leider nicht für das gesamte Album. Phasenweise ist das doch arg pop-rockig, wie zum Beispiel bei Part IV: Mercy Street. Das ist zwar viel besser, als der Pop-Rock im täglichen Radio, aber eben nicht das, was sich die Anhänger von Morse erhoffen.

Mittlerweile sollte Morse auch erkennen, dass er frische Inspirationen braucht, um als progressiver und richtungsweisender Künstler weiterhin relevant zu bleiben. Dazu wäre es auch ratsam aus seiner selbst gewählten Isolation als Komponist, Hauptmusiker und Produzent mit den ewig gleichbleibenden Zuarbeitern auszubrechen. Das muss ja nicht unbedingt eine Rückkehr zu SPOCK’S BEARD sein (auch wenn die ihn ebenfalls brauchen könnten). Aber Morse sollte mal andere kreative Geister um sich sammeln und sich mit deren Ideen auseinandersetzen. Ansonsten läuft er Gefahr, sich in ewig wiederkehrenden Selbst-Zitaten zu verstricken. Vielleicht würde es ihn ja auch befeuern, sich mal wieder mit einem anderen inhaltlichen Thema auseinander zu setzen. Möglicherweise lässt ja auch die Auseinandersetzung mit dem ewig gleichen Inhalt keine neue musikalische Idee zu?

“Testimony 2“ zeigt auf jeden Fall keinen visionären Künstler mehr, sondern lediglich das Spiegelbild dessen, was Morse früher einmal war. Aber besondere Tiefe oder ergreifende Melodien – mal ganz abgesehen von einer packenden Bilder-Sprache in den Texten – findet man hier nicht. Man bekommt den selben guten Neal Morse wie auch schon stellenweise auf “Lifeline“ oder phasenweise bei “One“, aber neue Ideen, wie er sie auf “?“ und “Sola Scriptura“ ausprobiert hat (von den SPOCK’S BEARD oder aber TRANSATLANTIC-Großtaten ganz zu schweigen), die sucht man hier vergeblich. Vielmehr sind manche Passagen auf “Testimony 2“ arg platt ausgefallen (so zum Beispiel bei Jayda oder aber so manche Textstelle aus Jesus’ Blood und Jesus Bring Me Home). Ich gebe zu, dass mich dieses Gepredige immer mehr stört bei Morse. Ich denke, mittlerweile hat es der letzte Prog-Fan vernommen, Morse hat seinen Glauben wiedergefunden und ist glücklich. Aber mittlerweile überlagert diese Botschaft die Musik und es wird ihr offenbar alles untergeordnet. Dabei sollte es anders herum sein. Momentan riskierst Morse, dass seine CDs (zumindest diese hier) bei mir ganz schnell im Regal verschwinden und dort vermutlich lange Staub ansetzen.

Marc Langels, 17.06.2011

 

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