Neal Morse

The Similitude Of A Dream

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 31.10.2016
Jahr: 2016
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Neal Morse
The Similitude Of A Dream, Metal Blade, 2016
Neal MorseGesang, Keyboards, Gitarre, Percussion & Mandoline
Bill HubauerOrgel, Piano, Synthesizer & Gesang
Eric GilletteGitarre & Gesang
Randy GeorgeBass & Bass Pedale
Mike PortnoySchlagzeug & Gesang
Gastmusiker
Chris CarmichaelVioline, Viola & Cello
Eric DarkenPercussion
Sarah HubauerSaxophon
Spencer McKeeMarimba
Bruca BabadSaxophon
Steve HerrmanTrompete
Jim HokeSaxophon
Rich MouserPedal Steel
Produziert von: Neal Morse, Mike Portnoy, Randy George, Bill Hubauer & Eric Gillette Länge: 106 Min 43 Sek Medium: CD
Disc 1 (52:28)Disc 2 (54:15)
01. Long Day01. Slave To Your Mind
02. Overture02. Shortcut To Salvation
03. The Dream03. The Man In The Iron Cage
04. City Of Destruction04. The Road Called Home
05. We Have Got To Go05. Sloth
06. Makes No Sense06. Freedom Song
07. Draw The Line07. I'm Running
08. The Slough08. The Mask
09. Back To The City09. Confrontation
10. The Ways Of A Fool10. The Battle
11. So Far Gone11. Broken Sky/Long Day (Reprise)
12. Breath Of Angels

Neal Morse ist offenbar ein Musiker, der sich nicht auf den Lorbeeren seiner bisherigen Erfolge ausruhen kann oder will. Denn mit erstaunlicher Regelmäßigkeit wirft der Multi-Instrumentalist neue Werke seiner All Star-Projekte TRANSATLANTIC – oder in letzter Zeit eher der FLYING COLORS – aber eben auch Solo-Veröffentlichungen auf den Markt. Nun ist er wieder mit seiner nicht minder namhaft besetzten Solo-Band am Start, die neben dem ebenfalls nimmermüden Mike Portnoy am Schlagzeug aus Stamm-Bassist Randy George (begleitet Morse seit seinem Ausstieg bei SPOCK’S BEARD) sowie Keyboarder Bill Hubauer und Gitarren-Zauberer Eric Gillette besteht.

Das vorliegende “The Similitude Of A Dream“ ist nun bereits das dritte Album in dieser Besetzung und zeigt eine Band, die die musikalischen Vorgaben ihres Masterminds und Namensgebers perfekt umsetzen kann. Melodischer Prog-Rock mit großen Melodien ist weiterhin die Forte des Herren Morse, dessen Sound sich seit den Anfangstagen von SPOCK’S BEARD nicht wesentlich verändert sondern vielmehr wohl eher nur noch verfeinert hat. Und so darf man auch vom mittlerweile zehnten „Solo“-Studio-Album Morse’schen Schaffens keine neuen Sounds erwarten, sondern neue Ansätze in wohlbekannten Strukturen (in biblischer Bild-Sprache wohl „neuer Wein in alten Schläuchen“).

Dies ist ein Ansatz, der schon seit vielen Jahren die Anhänger und Kritiker spaltet: die einen finden es gut, die anderen sehen darin alleine eine immer wiederkehrende Wiederholung von Gewohnheitsmustern. Und für beide Seiten bietet das aktuelle Werk wieder genügend Argumentationshilfe, denn viele musikalische Ansätze klingen sehr vertraut – wie schon mal gehört – gehen dadurch aber schnell ins Ohr, wo sie dann schnell ihren Platz finden und den Fan aufs Neue erfreuen. Musikalisch gibt es ohnehin nichts auszusetzen, denn Portnoy und George bilden als Rhythmusgruppe eine fantastisch groovende Einheit, über der Morse und Hubauer ihre Keyboard-Sounds sowie Morse und Gillette ihre Gitarren-Melodien und alle Musiker zusammen ihren starken Harmonie-Gesang aufbauen.

Klangliche Überraschungen sind selten, aber eben nicht ausgeschlossen wie zum Beispiel die Country-Elemente in dem Freedom Song, so wie in Draw The Line, das fast schon in DEEP PURPLE-Gefilden mit Heavy Rock-Sounds bei Gitarre und Keyboards sowie Schlagzeug und Bass eindringt. Aber auch dabei zeigt die Neal Morse Band ihre Besonderheit, im hinteren Drittel wird eine musikalische Vollbremsung hingelegt und der Song in eine swingende Prog-Nummer „verwandelt“. Und generell muss man “The Similitude Of A Dream“ eine fast schon überbordende musikalische Kreativität attestieren, denn geraden in den „mittleren“ Stücken des insgesamt 23-teiligen Albums werden immer wieder neue Elemente eingeführt, die dann für die nötige Abwechslung sorgen, so erinnert The Ways Of A Fool nicht nur vom Titel her sondern auch von den eigewobenen Sounds an den BEATLES-Klassiker Fool On The Hill. Weitere Anspieltipps umfassen Back To The City, Confrontation und die schön straight rockenden So Far Gone sowie The Man In The Iron Cage.

Ich würde sicherlich nicht wie Morse so weit gehen und “The Similitude Of A Dream“ als sein bislang stärkstes „Solo“-Album zu bezeichnen. Da gefielen mir persönlich “The Grand Experiment“ oder “Sola Scriptura“ besser, aber das neue Album gehört sicherlich zu den zahlreichen starken in seiner bisherigen Vita – und dabei darf man ruhig auch die SPOCK’S BEARD-Werke ebenso einbeziehen wie TRANSATLATIC-Veröffentlichungen, einzig die FLYING COLORS-Alben würde ich beide bisher noch einen Tick höher bewerten. Aber das ist natürlich alles rein subjektiv. Das einzige, was man objektiv festhalten kann ist der Umstand, dass Neal Morse und seine Band hier den Bands wieder genau das bieten, was diese von ihnen erwarten und einfordern: klassischen, melodischen Progressive-Rock im traditionellen Morse’schen Sound-Gewand, bei dem man den christlichen Unterton in den Texten mal wieder überwiegend gut überhören kann, ohne sich daran zu stören. Aber es bleibt dabei, manches Mal sind die Kompositionen schon zu sehr von dem inneren Wunsch getragen, möglichst alles zu einem wohlgefallenden, einem „positiven“ – andere würden auch sagen einem kitschigen - Ende zu bringen.

Marc Langels, 29.10.2016

 

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