Neil Diamond

12 Songs

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.02.2006
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Neil Diamond
12 Songs, Columbia Records, 2005
Neil Diamond Vocals, Acoustic Guitar
Mike Campbell, Smokey Hormel, Pat McLaughlin Guitars
Benmont Tench, Billy Preston, Larry Knechtel Piano, Organ
Lenny Castro Percussion
Jonny Polonsky Double Bass, Guitar
Produziert von: Rick Rubin Länge: 57 Min 25 Sek Medium: CD
1. Oh Mary8. What's It Gonna Be
2. Hell Yeah9. Man Of God
3. Captain Of A Shipwreck 10. Create Me
4. Evermore11. Face Me
5. Save Me A Saturday Night 12. We
6. Delirious Love 13. Men Are So Easy
7. I'm On To You 14. Delirious Love (with Brian Wilson)

Offenbar hat Neil Diamond die Zeichen der Zeit erkannt, sich besonnen und nach zig Jahren mal wieder ein Album hingekriegt, das nachhaltig beindruckt und wohl auf immer und ewig zu seinen besten Veröffentlichungen gezählt werden darf. Das nenn ich zeitlose Songwriter-Kunst.
Gleich im zweiten Titel dieses aussergewöhnlich eindringlichen Albums "12 Songs" bringt Mr. Diamond es auf den Punkt: "If you're asking for my time - Isn't much left to give you - Been around a good long while - So I gotta say it fast - Time is all we'll ever need - But it's gotta have a meaning - You be careful how it's spent - cause it isn't going to last". Neil hat die Chance erkannt und genutzt.

Kein geringerer als Rick Rubin (wer sonst?) verhalf ihm zu diesem überzeugenden Statement in Sachen Songwriting. Wie weiland beim mittlerweilen ikonisierten Johnny Cash setzt Rubin auf reduzierte Arrangements, pure Gefühle und tonnenweise Atmosphäre. Die Jungs von Tom Pettys HEARTBREAKERS, Mike Campbell (Guitars) und Benmont Tench (Piano), sowie alte Haudegen vom Schlage eines Billy Preston (Hammond Organ) und Larry Knechtel (Piano) runden die meist auf akustischen Gitarren (von Diamond selbst gespielt) basierenden Arrangements mit wundervoll sensiblen Beiträgen ab.

Zwar lassen sich bei Songs wie dem pathetischen Evermore auch relativ mächtige Streicher ausmachen, doch wirken sie in diesem Setting keineswegs so überambitioniert wie in den triefenden 80's- und 90's-Produktionen Neil Diamonds. Wenn dann im Falle des Swing-orientierten I'm on to you auch noch ein sattes Bläserarrangement mit Vibraphon und E-Piano-Einlagen gewürzt wird, trägt dies einzig und allein dazu bei, die "12 Songs" so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Das bisweilen etwas ausgefeiltere Ensemblespiel glänzt nicht durch Prunk und Pomp, sondern durch den wohldosierten Aha-Effekt meisterlich gesetzter Arrangement-Ideen. Wenn z.B. Billy Preston den Gospelsong Man of God mit seinen lässigen Hammond-Licks veredelt, bleibt einem nichts anderes übrig, als hingerissen zu lauschen.

Hier wird nichts mit dem dicken Pinsel aufgetragen, sondern nur fein getupft. Mal ein zartes Glockenspiel hier, eine sinistre Tuba dort, eine schwebende Acoustic-Slide oder ein klagendes Cello. Und über allem thront Neil Diamonds unverkennbare Stimme, die im Laufe des Albums eine einzigartige Faszination entwickelt. Der Mann fängt dich ganz schnell ein und drückt dich in den Sessel, weil seine Geschichten über Liebe und Schmerz einen eigentümlichen Sog entwickeln.
Die europäische Fassung des "12 Songs"-Albums bietet dann mit dem zweiten der beiden Bonus-Tracks, einer 'alternative version' des sprühenden Delirious love, die willkommene Erlösung aus diesem Klammergriff. Das alte Genie Brian Wilson verwandelt diesen Titel mit seinen BEACH BOYS-Trademark-Harmony-Vocals in ein wahrhaft furioses Finale voller Elan und Lebensfreude und entlässt den gebannten Hörer aus seiner gedankenverlorenen Ruhe hinaus in die brodelnde Welt.

Frank Ipach, 12.02.2006

 

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