Neil Young

Fork In The Road

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.04.2009
Jahr: 2009
Stil: Folk Rock

Links:

Neil Young Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Neil Young
Fork In The Road, Reprise Records, 2009
Neil YoungElectric and Acoustic Guitar, Vocal
Ben KeithLap Steel Guitar, Electric Guitar, Hammond B-3 Organ, Vocal
Anthony CrawfordElectric and Acoustic Guitar, Piano, Hammond B-3 Organ, Vocal
Pegi YoungVibes, Acoustic Guitar, Vocal
Rick RosasBass
Chad CromwellDrums
Produziert von: "The Volume Dealers" Neil Young & Niko Bolas (CD), L.A. Johnson (DVD) Länge: 38 Min 46 (CD) Sek Medium: DVD
CD:
01. When Worlds Colide06. Get Behind The Wheel
02. Fuel Line07. Off The Road
03. Just Singing A Song08. Hit The Road
04. Johnny Magic09. Light A Candle
05. Cough Up The Bucks10. Fork In The Road
DVD:
Album in 5.1 Surround SoundWeb Links
Videos:
Fork In The RoadJust Singing A Song
Light a CandleA Day In The Life (live)

Willkommen in Neils Garage. Oder auch: Willkommen zu Neils Werbesendung. Denn Werbung betreibt der ewige Querkopf auf seinem neuen Album zweifellos. Und wie immer steht er massiv hinter seiner Überzeugung. Das hat ihm, damals, als er in den 80ern für Kernkraft eintrat und mit Ronald Raegen sympathisierte, nicht immer das wohlwollende Nicken seiner Anhänger eingebracht, aber wann hätte sich der Kanadier schon einmal um Erwartungen geschert?
Aktuell liegt die Umwelt Neil Young besonders am Herzen und sein Kampf gilt den Sprit fressenden und Giftstoffe ausstoßenden Autos. So will er mit seinem, zu einem nahezu umweltfreundlich, umgebauten Lincoln Continental, Bj. 1959, einen Kreuzzug quer durch die USA unternehmen. Unter www.lincvolt.com kann man sich über den aktuellen Stand der Entwicklung der Technik dieses Projektes informieren.
Was uns aber natürlich interessiert, ist die Musik, die diese Pilgerfahrt begleitet. Und da muss man sagen: Ol' Neil fährt auf der Überholspur!
10 neuen Songs wurden für "Fork In The Road" eingespielt, mit seinen Road-bewährten Mitstreitern, und sie klingen, trotz des Themas, überwiegend Laune machend. Ja, sie erinnern streckenweise an Neils goldene Zeiten in den 70ern. Will sagen: chrunchy Gitarren und reichlich Dreck auf der Straße
When Worlds Collide in schleppenden Rhythmus hätte auch auf der rockigeren Seite von "Comes A Time" Platz gefunden. Die Fistelstimme wird zwar manchmal etwas dünn, aber lässt immer noch aufhorchen. Fuel Line könnte glatt auf "Rust Never Sleeps" oder gar auf "Reactor" zu finden sein, mit seinem düster-derben Roots-Rock Sound.

Praktisch alle Musiker singen hier im Background und liefern einen willkommenen Gegenpart zu Youngs Gesang. Der dominiert das Geschehen mit seiner Les Paul, die Sahne-Solo-Häubchen setzt im Allgemeinen Ben Keith an der Pedal Steel Gitarre.
Just Singing A Song "won't change the world", zerstört Neil alte Hippie-Träume. Die Gitarre erinnert wieder stark an 70er Großwerke. Klar, kein "Hurricane" und kein Cortez doch der Song hat schon was und könnte ein kleiner Klassiker werden. Und dass man mehr machen kann und muss, als Gitarre zu spielen, will man die Welt verändern entbehrt ja nicht einer gewissen Logik.
Woher die BOTTLE ROCKETS ihre Einflüsse bezogen haben, kann man in dem rollend-stampfenden Johnny Magic hören. Diese erste Single des Albums treibt richtig gut und der Refrain erinnert sogar etwas an die Stelle in Hey Hey, My My wo "Johnny Rottens" Name auftaucht. Nicht unbedingt ein Zufall.
In Cough Up The Bucks begibt sich Young stilistisch in den Rap-Randbereich (im Refrain) und legt den Finger in die Rezessionswunde: "where did all the money go?" und "where did all the cash flow?". Dazu schrammelt er in bewährter und unnachahmlicher Manier. Sorry, Mr. Hopkins.
Der beste Street-Rocker folgt mit Get Behind The Wheel. Munter rockt man drauf los, als rollte man den Highway hinunter, unaufhaltsam und schön im Boogie-Takt wippend. Für Neils Verhältnisse direkt ein Good-Time-Rocker.

Bei Off The Road wird’s erstmals ruhiger, nahezu melancholisch. Hat ein bisschen was von den eher hymnischen Songs auf "Living With War". Wer Youngs Stimme vorher nicht gemocht hat, der wird sich hier eher, leicht gequält grinsend, abwenden.
Doch der Mann ist auf einer Mission und so kratzt Hit The Road wieder den Dreck von der Straße. Leicht schräg und mit den bewährten kreischenden Sounds seiner Gibson.
Für Light A Candle greift er hier ausnahmsweise zur Akustischen. Ein wunderschöner Folk-Song - klingt etwas nach Eyes On The Prize auf Bruce Springsteens "Seeger Sessions". Göttlich, wie Ben Keith' Lap Steel aufheult!
Mit dem Titelsong wird am Schluss nochmals ordentlich Staub aufgewirbelt und derb gerockt. Dabei schmeißen sich die Gitarristen die Blues- und Roots-Riffs gerade so zu.
Was aus Neil Youngs "Linvolt"-Projekt wird, bleibt abzuwarten, aber wer mit so viel Engagement an die Sache herangeht und dann auch noch ein durchgehend gutes Album wie "Fork In The Road" abliefert, dem sag ich doch erneut: "Long may you run, Neil!"
Die CD gibt es auch mit zusätzlicher DVD, Darauf findet sich das komplette Album nochmals in Surround-Sound, sowie ein paar - nicht zu unterhaltsame Videos. Der Live-Mitschnitt von A Day In The Life (THE BEATLES) ist allerdings schon was feines und spannt den Bogen von getragen bis lärmend.

Epi Schmidt, 16.04.2009

 

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