Neil Young

Live At Massey Hall 1971

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.03.2007
Jahr: 2007

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Neil Young Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Live At Massey Hall 1971, Reprise Records, 2007
Neil Young Vocals, Guitar, Piano
Produziert von: David Briggs & Neil Young Länge: 67 Min 40 Sek Medium: CD
1. On The Way Home10. There's A World
2. Tell Me Why11. Bad Fog Of Loneliness
3. Old Man12. The Needle And The Demage Done
4. Journey Through The Past13. Ohio
5. Helpless14. See The Sky About To Rain
6. Love In Mind15. Down By The River
7. A Man Needs A Maid / Heart Of Gold Suite16. Dance, Dance, Dance
8. Cowgirl In The Sand17. I Am A Child
9. Don't Let It Bring You Down

Anscheinend geht der Deckel von Neil Youngs Schatzkästchen nicht mehr zu. Hat er uns doch erst Ende letzten Jahres mit einem Mitschnitt aus den frühen Tagen seiner Karriere beglückt, getätigt mit den legendären CRAZY HORSE im Filmore East, schiebt er nun das nächste Teil hinterher. Es ereignete sich damals etliches in Neils Leben, gerade musikalisch. Die erwähnte Zusammenarbeit mit CRAZY HORSE, ebenso die gemeinsamen Alben und Tourneen mit CROSBY, STILLS & NASH, und kaum war deren Konzertreise zu Ende, machte sich Neil Young schon wieder solo auf den Weg. Daneben rauschte er hier und da ins Studio, um Songs aufzunehmen, die geradezu aus ihm heraus flossen. Zwei, drei Klassiker an einem Tag geschrieben, waren keine Seltenheit. Eine Ranch wurde auch noch gekauft, und das alles, obwohl er von starken Rückenschmerzen geplagt wurde und lange Zeit auf ein Korsett angewiesen war um überhaupt auftreten zu können.
Bei diesem Album handelt es sich um eine Aufnahme (aus 2 Shows) vom 19. Januar 1971 im heimischen Toronto. Wer Herrn Young schon auf Solo-Tour erlebt hat, weiß, dass der Erwartungen nur ungern erfüllt und sich lieber seinen eigenen Vorstellungen widmet, was schon mal bedeuten kann: Praktisch keine Hits, dafür eine Menge neuer, ungehörter/unbekannter Songs. So ist er halt...

1971 war das nicht anders, denn was uns heute lieb und geläufig ist, war damals oft noch gar nicht veröffentlicht. "After The Goldrush" kannte man natürlich, war ja schließlich 1970 erschienen. So bekommt Tell Me Why den Erkennungsapplaus, wie auch die restlichen bekannten Nummern. Ansonsten hält sich das Publikum während der Songs zurück. Wohlweislich, denn Neil konnte/kann da schon mal sehr ungemütlich werden. Bei der Zeile "Now I'm going back to Canada...", in Journey Through The Past, darf aber auch mal zwischenrein geklatscht werden.
Der Sticker auf dem Cover verkündet, dass dies das Album ist, das zwischen "After The Goldrush" und "Harvest" rauskommen hätte sollen. Aber Herr Young wollte lieber seine neuen Songs veröffentlichen, denn eine Mischung aus denen und alten Titeln. Wir dürfen uns heute über Frühformen von Old Man oder There's A World freuen.
Was mir vor allem auffällt, ist dieser glockenklare Gesang Neils. Ähnlich Bob Dylan, wurde und wird ja oft am Gesang des Kanadiers herumkritisiert, aber ich finde ihn erstens ungeheuer passend und zweitens, vor allem hier, absolut klasse. Wenn Young sich in Old Man zum hohen Part aufschwingt, kriechen einem Gänsehäute über den Rücken.
Die Piano-Ballade Love In Mind ist eigentlich Soundtrack-würdig und wurde erst später auf dem ewig verkannten Live-Album "Time Fades Away" veröffentlicht. Ist hier aber auch um Klassen berührender und besser.
Wenn heutzutage die Worte "I wanna live, I wanna give..." erklingen, braust Jubel auf. Damals kannte das noch niemand und so kann Neil Heart Of Gold in einer Art Medley mit A Man Needs A Maid spielen. Natürlich am Piano und ohne Mundharmonika. Hier und da finden sich natürlich noch leichte textliche Unterschiede zu den später veröffentlichten Versionen.

Wie gut seine vormals elektrischen Songs auch akustisch im Alleingang funktionieren, zeigt sich an etlichen Titeln. An Cowgirl In The Sand, oder der - auch hier - Hammer-Nummer Down By The River (bekommt besonders starken Beifall).
Immer wieder erzählt Young von seiner eben erworbenen Ranch und wird bei seinen "Ansagen" auch öfter freiwillig/unfreiwillig komisch. Wie man ihn halt kennt, wenn er so vor sich hinmurmelt. Da hat sich wenig geändert.
Für das Frühjahr 1971 war Neil Young in Johnny Cashs Fernsehshow eingeladen, was manche 'Cowboys' wohl auch nicht so gerne gesehen haben. Gerade nach Songs wie Ohio. Für Johnny eher noch zusätzlicher Grund den Songwriter einzuladen. Neil verkündet hier, extra den Song Bad Fog Of Lonliness dafür geschrieben zu haben, ihn allerdings wohl doch nicht dort spielen zu wollen. Dafür trägt er ihn hier vor.
Bei Titeln wie Don't Let It Bring You Down beeindruckt diese hohe, zwar zerbrechliche aber auch schneidende Stimme mit einem hohen Maße an Intensität die, in düsterer Form, auch There's A World auszeichnet. Allerdings schafft Young in diesem Song auch locker die Wende, welche die Sonne aufgehen lässt.
See The Sky About To Rain kennen wir hauptsächlich vom Album "On The Beach", welches ja erst 1974 heraus kam. Hier gibt's die Ur-Form, die schon alles hat, was diese herrliche Ballade ausmacht. Bei Dance, Dance, Dance kommt dann tatsächlich eine Art Partystimmung auf und das Mitklatschen und -stampfen scheint dem Sänger sogar Spaß zu machen.

Für mich ist dieses Album ein weiterer Beweis, dass Neil Young der größte lebende Songschreiber war und ist. Bob Dylan mag vielleicht textlich nicht zu schlagen sein, aber nimmt man Musik und Text plus Vortrag, dann hält keiner mit. Ich gehe davon aus, dass die weiteren Veröffentlichungen aus Neils 'Archives" - für 2007 ist eine Box mit acht CDs und 2 DVDs und 150seitigem Buch versprochen! - das untermauern werden.

Epi Schmidt, 29.03.2007

 

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