Neil Young

Psychedelic Pill

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.12.2012
Jahr: 2012
Stil: Jam Rock, Grunge

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Neil Young Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Neil Young
Psychedelic Pill, Reprise Records, 2012
Neil YoungGuitar, Vocal, Pump Organ, Stringman, Whistling
Poncho SampedroGuitar, Vocal
Billy TalbotBass, Vocal
Ralph MolinaDrums, Vocal
Dan GrecoTambourine, Bell
Produziert von: Neil Young and John Hanlon with Mark Humphreys Länge: 87 Min 47 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Drifting Back03. Ramada Inn
02. Psychedelic Pill04. Born In Ontario
CD 2:
01. Twisted Road03. For The Love Of Man
02. She's Always Dancing04. Walk Like A Giant

"Hey na na, hey na na, I'm drifting back", singt Neil Young zu Beginn von Drifting Back zur Akustikgitarre und schon fühlt man sich an jenes "Hey Hey, My My" erinnert, welches das hervorragende "Rust Never Sleeps" Album einst eröffnete. Mit welcher "Truppe" er jenen Meilenstein aufnahm, ist bekannt: CRAZY HORSE.
Poncho Sampedro, Billy Talbot, Ralph Molina - stehen diese Namen nicht wie jene der drei legendären Musketiere Athos, Porthos und Aramis ? Und blühen sie nicht, wie diese im Verbund mit d'Artagnan, im Zusammenschluss mit Neil Young zu ihrer wahren Größe auf? Nach acht Jahren ist diese legendäre Vereinigung nun wieder zusammen gekommen - man könnte meinen, wie um die Schreibblockade zu lösen, die Neil Young in seiner unlängst erschienen Biografie angesprochen hatte - und sie haben erneut ein tolles Album vorgelegt. Die Altersweisheit lässt die Vier anscheinend noch besser harmonieren und inspiriert haben sie gleich ein ganzes Doppelalbum eingespielt. Die Tatsache, dass "nur" acht Songs enthalten sind, zeigt schon, dass sich die Band gern in lange Instrumentalteile ergeht. So wie sie das eh und je in ihren Konzerten getan hat.
Soundmäßig sind sie sowieso unschlagbar und wie man das passend aufnimmt, hat der Klangfetischist Neil im beiliegenden Booklet gleich mal aufgelistet. Der akustische Beginn, der im Übrigen separat aufgenommen wurde, wird schnell vom elektrischen Part abgelöst und ein weiteres Mal schaffen CRAZY HORSE eine unnachahmliche Klangwelt, mit der wohl bestenfalls noch die Endlos-Jams von GOV'T MULE konkurrieren können. Einen angenehmeren Sound kann ich mir kaum vorstellen. So harmonisch klingt diese Musik, als würde sie von Mutter Erde selbst produziert.

Natürlich fallen einem bei diesen Songs zahlreiche Vorgänger ein. Ich persönlich denke manchmal an Surfer Joe And Moe The Sleaze vom "Re-ac-tor" Album (zusammen mit "Time Fades Away" eines meiner Lieblingsalben des Kanadiers), aber natürlich hat man etliche Noten und Harmonien in vielen weiteren Songs gehört.
Fast eine halbe Stunde zieht sich der erste Song, ohne irgendwelche Längen zu haben. "They all sound the same", rieft einst ein Fan Richtung Bühne. "It's all one song", war die lakonische Antwort von Neil Young und ob man nun im ersten oder zweiten Song steckt - wenn interessiert's?
Der Titelsong kommt mit leicht verfremdeter Stimme und Gitarrensound und lässt mich mit seinen Riffs an Drive Back (Album "Zuma") denken. Kommt mir 3 ½ Minuten sogar relativ kurz daher. Die Songs werden ja auf Neils aktueller Tour schon ausgiebig gespielt und Ramada Inn gehört zu den Nummern, die besonders gut ankommen. Zweifellos auch hier ein Höhepunkt und eines der schönsten Stücke, welches Young mit dieser Band aufgenommen hat. Funkelt vor strahlender Schönheit.
Auch Born In Ontario kommt dem Vernehmen nach bestens an und natürlich ist dieser Country Rock ein Stil, den Young über die Jahre mitgeprägt hat. Erneut ein tolles Beispiel für die einzigartige Klangwelt von Neil Young 6 CRAZY HORSE.

Twisted Road eröffnet die zweite CD und Neil erweist Kollegen/Einflüssen wie Bob Dylan und Hank Williams Reminiszenz. Das erneut in einem behaglich schaukelnden Country/Desert Rock und dem Hinweis "Let the good times roll". Könnte eine Hymne für sein Auto-Projekt werden.
Wie gut die doch schon "älteren Hasen" auch stimmlich noch harmonieren, ist schon beeindruckend. Da schimmert immer noch die einstige Vokalgruppe aus den 60ern durch, auch wenn natürlich Danny Whitten längst nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Der viel zu früh Verstorbene hätte seine Freude an She's Always Dancing sicher ebenso sehr wie ich und Freunden von Songs wie Love And Only Love.
Youngs Stimme mag live schon mal etwas an Power verloren haben und auch hier hört man in den hohen Tönen eine gewisse "Brüchigkeit", die aber so zerbrechlich schönen Songs wie dem melancholischen Love Of Man sogar richtig gut zu Gesicht stehen.
Walk Like A Giant beendet das Album mit einem weiteren epischen Klangbild, über das die Band direkt unbekümmert eine kleine Melodie pfeift, während Neil singt "I wanna walk like a giant", was er in gewisser Weise ja auch tut, denn ein Gigant der Rockmusik ist er zweifellos und schreitet nahezu unangefochten durch die Musiskwelt. Und mit "Psychedelic Pill" unterstreicht er seinen Status ein weiteres Mal in beachtlicher Weise und Form. Auch in dieser abschließenden Nummer crunchen die Gitarren aufs Herrlichste, umkreisen sich, drehen sich, schwingen auf und ab, kreischen, pfeifen durcheinander und erzeugen jenen "Teppich", der diese Band so unverwechsel- und unverzichtbar macht.
Diesen "Pillen" sollte es auf Rezept geben!

Epi Schmidt, 15.12.2012

 

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