Neil Young

Young Shakespeare

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.04.2021
Jahr: 2021
Stil: Folk Rock
Spiellänge: 50:37
Produzent: Neil Young

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Plattenfirma: Warner Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. Tell Me Why
02. Old Man
03. The Needle And The Damage Done
04. Ohio
05. Dance, Dance, Dance
06. Cowgirl In The Sand
 
07. A Man Needs A Maid - Heart Of Gold (Medley)
08. Journey Through The Past
09. Don't Let It Bring You Down
10. Helpless
11. Down By The River
12. Sugar Mountain
Musiker Instrument
Neil Young Vocals, Guitar, Harmonica, Piano

Zugegeben, selbst für einen großen Neil Young-Fan – der ich absolut bin – ist die Flut an Veröffentlichungen, die der Wahl-Kalifornier in den letzten Jahren herausgebracht hat, nicht so leicht zu bewältigen. Noch schwerer zu wertschätzen. Man kann die Euphorie über neue Schätzchen ja nicht endlos steigern. Und wie wichtig ist einem dann die zwanzigste (wenn's reicht) Solo-Akustik-Version von Helpless oder Down By The River? Und wie bedeutend ist so ein Solo-Live-Gig, wenn man erst weniger Wochen vorher mit einem – wenn auch grandiosen! - Live-Doppel-Album zusammen mit CRAZY HORSE (“Way Down In The Rust Bucket“) verwöhnt wurde?

 

Nun, zum einen kann man sagen, das Neil Young-Konzerte immer etwas besonderes sind, da er nie Interesse daran hat(te) sich einfach zu wiederholen, und zum anderen ist es so, dass es sich bei “Young Shakespeare“ durchaus um ein bemerkenswertes Album handelt. Wenn ich richtig mitgezählt habe, ist es das 18. Album der “Archives Series“, die seit 2006 erscheint. Mit “Live At The Cellar Door“ (Ende 1970 aufgenommen) und “Live At Massey Hall“ (Anfang 1971) sowie “Sugar Mountain - Live At Canterbury House 1968“ nun also das vierte Konzert aus der Frühzeit von Youngs Solokarriere. Der Albumtitel soll natürlich nicht aus Neil einen “jungen Shakespeare“ machen, sondern verweist auf den Tatort: Das Shakespeare Theatre in Connecticut, in dem am 22. Januar 1971 dieser Mitschnitt entstand. Gerade mal drei Tage nach den Aufnahmen, die auf “Live At Massey Hall“ zu finden sind.

 

Mit Ausnahme von Sugar Mountain sind alle Titel also auch auf “Massey Hall“ vertreten. Was uns diese Aufnahmen trotzdem schmackhaft macht, ist auf jeden Fall, dass es hierzu Filmaufnahmen gibt (angeblich damals für eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen gefilmt, aber nie verwendet). Nicht auf dieser CD, aber die nummerierte Deluxe-Edition birgt unter anderem eine DVD, auf der der Auftritt zu sehen ist. Zumindest vorerst wird man aber auch auf Neil Youngs Archives Homepage fündig. Absolut lohnenswert finde ich. Die Bildqualität natürlich der Zeit entsprechend, aber einen sehr jungen Neil Young über einen längeren Zeitraum bei einem Solokonzert hatte ich bisher nicht gesehen. Er wirkt wie stets gern etwas mürrisch, aber ist durchaus zum ein oder anderen Scherzchen aufgelegt. Auch wenn seine Geschichten und Ansagen meist wirken, als würde er mehr mit sich selbst sprechen. Auch das kennt man so von ihm.

 

Auch hier verweist er in der Einleitung zu The Needle And The Damage Done auf das drogenbedingte Ableben von Jimi Hendrix und Janis Joplin und auch hier werden sowohl Ohio als auch Cowgirl In The Sand mit Beifall begrüßt.

Dance, Dance, Dance, in Toronto als vorletzter Song gespielt, rutscht hier weiter vor im Programm. Vielleicht wollte er für mehr Stimmung sorgen. Jedenfalls kündigt er, grinsend, den Song mit “I give you something to stamp your feet and bang your hands“ an, während er hierfür zur Dobro greift.

Einige Songs waren zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht auf Platte erschienen, wie Old Man, The Needle And The Damage Done und A Man Needs A Maid. Letzteres spielt er natürlich auf dem Piano, wobei er sich für sein schlechtes Klavierspiel vorab entschuldigt, “aber da ihr den Song wahrscheinlich eh noch nie gehört habt, merkt ihr es vielleicht gar nicht“, bemerkt er zur Erheiterung des Publikums. Beim Text variiert er offensichtlich noch zur später auf “Harvest“ veröffentlichten Fassung. Und natürlich lässt er seinen später größten Hit, Heart Of Gold, hier in A Man Needs A Maid, als Medley, anklingen. Hier am Piano, kriegt das einen leichten, locker-flockigen Country & Western-Touch.

 

Auch Don't Let It Bring You Down wird schon beim Intro vom Publikum beklatscht. Interessanter Weise nur einer von zwei Songs aus dem damals aktuellen “After The Goldrush“-Album. Wobei ich nicht sagen kann, ob das hier das komplette Konzert ist.

Ich bin auf jeden Fall von jedem einzelnen Titel hier sehr angetan. Beim finalen Sugar Mountain scherzt Neil wieder mit dem Publikum. Da er sie zum Mitsingen auffordert, der Song aber noch nie auf einem Album vertreten war, meint er “nun, ihr seit ja alle Universitätsstudenten, da könnt ihr euch das nach der ersten Strophe sicher merken..“ und schmunzelt. Mit all seinen Mitsing-Aufrufen und Geschichten zwischendurch bringt er den Song auf fast neun Minuten. Für seine Verhältnisse ist er direkt ausgelassen.

Der Sound der Aufnahmen ist absolut top, sodass man auch mit nur mit der Audio-Fassung zufrieden sein kann. Oder, wie es Neil Young auf seiner Homepage ausdrückt:

„Eine ruhigere Performance, ohne die feierliche Atmosphäre der Massey Hall [in Toronto], gefilmt live auf 16mm. Young Shakespeare ist ein ganz besonderes Event. An meine Fans sage ich: das ist das Beste überhaupt... klanglich eine der pursten Akustik-Performances, die wir im Archiv haben.“

 

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