Vdelli

Neuss, Okie Dokie, 10.03.2013

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 13.03.2013
Stil: Hard Rock, Blues Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Vdelli,
Neuss, Okie Dokie, 10.03.2013

Wenn jemand mal vor der Frage stehen sollte, welches Konzert er denn als nächstes besuchen sollte, oder besser noch, welchen Blues-Rock-Act er als Paradebeispiel für deftige, rundum gelungene, ohne großen Firlefanz daherkommende Live-Power seinen Kumpels empfehlen würde, nehmt diesen einen Tipp zur Kenntnis: VDELLI, he's the man.

Michael Vdelli, der sympathische Australier, der seine Blues-Rock, Hard-Rock und Boogie-Lektionen als Jugendlicher offenbar mit Bestnoten abgeschlossen haben muss, spielt nicht in Riesensälen. Nein, er steckt kleine Säle oder gemütliche Szenekneipen in Brand, wirft glimmende Dynamitstangen ins Publikum und lächelt und wartet und lächelt und wartet bis sein Publikum Feuer fängt und explodiert.

Das 'Okie Dokie' in Neuss machte da am Sonntagabend keine Ausnahme, wurde zum Tatort für leidenschaftliche und flammende Instinkte, trotz geharnischter ARD-Konkurrenz von Til Schweiger himself, der immerhin mehr als 12 Millionen TV-Glotzer an sich band. Die VDELLI Band überzeugte und entzückte unterdessen gut 100 Rockfreunde in einer Neusser Eckkneipe mit Flair. Ein Haufen Unentwegter, die sich an diesem gut eingespielten Trio 2 Stunden lang kaum satthören konnten.

Der größte Teil des straffen und boogie-lastigen Programms beschränkte sich auf Songs der letzten drei Alben: das von Starproduzent Kevin Shirley (Joe Bonamassa) eingemeißelte "Ain't Bringing Me Down", das verführerisch rockende "Take A Bite" und das felsenhart vorwärtsmarschierende neue Opus "Never Going Back".

Neben dem überraschenden Instrumental Stratus von Billy Cobhams "Spectrum"-Album, dem das fehlende Keyboard von Jan Hammer rein gar nichts anhaben konnte und James Taylors umgemodeltes Fire And Rain reüssierte das Trio u.a. mit ledrigen und kantigen Brechern wie Could be good; Boogie A; Manhole; Never going back; Dream girl nightmare; Coming for me; She don't care und Green light girl.
Der ohne große Posen auskommende Michael Vdelli hatte seine Les Paul wie üblich fest im Griff, überzeugte mit blueslastigen Riff-Gewittern im Stile der alten 70's Vorbilder und solierte grundsolide mit der Vehemenz eines lang erprobten Bühnenarbeiters, der sich seiner Schweißperlen wahrlich nicht schämen muss. Co-Autor vieler VDELLI-Songs und Langzeitgefährte Ric Whittle hinterm Schlagzeug imponierte mit irrwitzigem Drive und einer erstaunlichen Mixtur aus filigraner Leichtigkeit und fest verwurzelter Bodenständigkeit, während der junge Bassist Leigh Miller die vibrierenden Gerüststangen behende zusammenzurrte. Über allem thronte Michael Vdellis soulgetränkter Hard-Rock-Gesang, der interessanterweise nicht immer die ihm gebührende Anerkennung findet, obwohl Vdelli in vielen Momenten klingt wie eine Hard-Rock Reinkarnation von Tom Jones.

VDELLI sorgten erneut für die absolute Vollbedienung, lieferten im wahrsten Sinne des Wortes ehrliche Arbeit ab und sind glücklicherweise meilenweit vom aufgesetzten Macho-Gehabe eines Til Schweiger entfernt. Dieses Trio füllt das Wörtchen 'Action' tatsächlich mit Inhalt. Klarer Punktsieger also: VDELLI.

Frank Ipach, 10.03.2013

 

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