New Model Army

From Here

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.08.2019
Jahr: 2019
Stil: Alternative Rock
Spiellänge: 59:33
Produzent: n.b.

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Plattenfirma: ear music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

U2

Titel
01. Passing Through
02. Never Arriving
03. The Weather
04. End Of Day
05. Great Disguise
06. Conversation
 
07. Where I Am
08. Hard Way
09. Watch And Learn
10. Maps
11. Setting Sun
12. From Here
Musiker Instrument
Justin Sullivan Gesang & Gitarre
Michael Dean Schlagzeug & Gesang
Dean White Keyboards & Gitarre
Marshall Gill Gitarre
Ceri Monger Bass & Gesang

Sie sind eine Institution, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern wird. Aber anstatt ein weiteres Jahr mit der Veröffentlichung neuer Musik zu warten, haben sich NEW MODEL ARMY dazu entschieden, das neue Werk “From Here“ bereits jetzt zu veröffentlichen. Und in einer Zeit, in der viele das Konzept eines Albums als Auslaufmodell betrachten erklären Justin Sullivan, Michael, Dean, Marshall und Ceri selbstbewusst: “Es wird häufig gesagt, das Album sei tot. Wir glauben nicht, dass das stimmt”.

(Foto:Mark Islam)

Für dieses Selbstvertrauen muss es dann natürlich auch einen guten Grund geben und der besteht in der Kollektion an Liedern, die das Quintett für “From Here“ zusammengetragen hat. Schon den ersten Takten von Passing Through hört man eine nicht zu leugnende Dringlichkeit an, die sich durch das ganze Album zieht. Kein Wunder also, dass die Band nicht warten wollte oder konnte, diese Scheibe zu veröffentlichen. Und diese Anspannung ergreift dann auch den Hörer, der sich der Faszination von “From Here“ wird nicht so schnell entziehen können. Schon die ersten Zeilen des Openers Passing Through übertragen diese (An-)Spannung: „I was in a hurry, I hit the road young, I wasn‘t going anywhere, just had to run“.

Generell haben die Lyrics des Albums wieder diese Mischung aus Hoffnungslosigkeit und Schonungslosigkeit, die Beobachtungsgabe und die Detailverliebtheit, die Sullivan als Texter auszeichnet. Wo Bono und U2 es irgendwann Mitte bis Ende der 1980er Jahre vorgezogen haben, weniger schonungslos in ihren Aussagen und ja auch banaler in den Subjekten zu werden, da sind Sullivan und NEW MODEL ARMY immer genaue Beobachter der Schattenseiten der Gesellschaft geblieben. Und auch nach 39 Karriere-Jahren spürt man mit jedem Song und jedem Text noch jenes Feuer, das erstmals im Oktober 1980 in der kleinen Stadt Bradford aufflackerte, als die Ur-Besetzung unter dem Namen NEW MODEL ARMY erstmals das Publikum begeisterte. Und trotz aller musikalischen Weiterentwicklungen ist sich die Band – und dabei insbesondere Sänger und Frontmann Justin Sullivan – immer treu geblieben.

Die zwölf Lieder auf “From Here“ sind dann auch wieder alle so typisch für die Band, das sie glatt als Sammlung von Hits durchgehen könnten. Insofern stellt das aktuelle Werk einen weiteren Höhepunkt in der ohnehin exzellenten Diskographie dar. Songs wie der Opener, The Weather, Great Disguise, Conversation, Hard Way, Watch And Learn, Maps, Setting Sun oder der abschließende Titeltrack sind spektakuläre Alternative Rock-Hymnen, die man noch in Jahrzehnten hören und feiern wird. Da muss man sich schon fragen, wo die Band immer wieder die Inspiration für solche Nummern hernimmt?

Das Album wurde zu Beginn des Jahres auf der kleinen norwegischen Insel Giske aufgenommen und transportiert die Atmosphäre der Umgebung in der Musik. Es war eine Gegend, die die Band sehr inspiriert hat: „Wir alle haben einen unterschiedlichen Lebenswandel und in fast allem auch unterschiedliche Geschmäcker, so auch in der Musik. Eines haben wir aber gemeinsam: Die Liebe für trostlose, offene, kalte und raue Landschaften – Wasser, Schnee, Felsen. Dies war also der perfekte Ort für uns, um gemeinsam an etwas zu arbeiten. Während wir arbeiteten, konnten wir jederzeit hoch in den Himmel schauen, auf das Meer und den schmelzenden Schnee auf den Bergen, alles dem stetigen Wandel ausgesetzt. Damit bekam das Album ein Gefühl, welches sich von dem der anderen Alben unterscheidet und dennoch beinhaltet es all die Elemente, die unsere ganz eigene, nicht identifizierbare Musik ausmacht – vielleicht sogar mehr denn je. Das Album gehört zu einem ganz besonderen Ort und einer bestimmten Zeit – was in der Welt passiert, wo wir als Band und als Menschen stehen.”

Schon die vergangenen Alben “Between Dog And Wolf“ (2013) und “Winter“ (2016) wurden von Kritikern und Fans gleichermaßen gefeiert und brachten NEW MODEL ARMY eine weiterhin wachsende Fangemeinde. Und diese Entwicklung sollte sich mit ihrem neuen Meisterwerk “From Here“ definitiv fortsetzten, denn in meinen Augen ist das Album eines der überzeugendsten in ihrer fast 40-jährigen Karriere. Es zeigt eine Band, die immer noch das gleiche Maß an Leidenschaft mitbringt, die weiterhin musikalisch ungeschliffen und stolz ihre Ecken und Kanten präsentiert und dazu tiefgehende und berührende Texte präsentiert. Zum Glück gibt es noch eine Band wie NEW MODEL ARMY.

 

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