The Voodoo Experience
Voodoo Music Festival, New Orleans/USA, 27.10.2001

Das VOODOO MUSIC FESTIVAL 2001 findet wieder im idyllischen City-Park von New Orleans statt und ich kann mich nur bei "Rehage Entertainment", dem Festivalorganisator und "Ken Sunshine Consultant", als Presseorganisation, bedanken, einen Foto- und Medien-Pass für dieses außergewöhnliche Festival erhalten zu haben.
Das Festival ist ein voller Erfolg mit mehr als 75.000 Zuschauern.

Lageplan

Insgesamt spielen 32 Bands auf 4 Bühnen, siehe folgenden Bandplan:

Bandplan Kulinarisch werden die Festivalbesucher bestens versorgt, von New Orleans Cajun-Food, mexikanischem Essen, Steaks, bis zu chinesischem Essen. Getränkestände sind auch reichlich vorhanden, mit Mineralwasser, Bier, Whiskey bis zu den Daiqurie-Cocktails aus New Orleans.

Auf Grund der großen Entfernung von der Hauptbühne zur zweiten Bühne, ist es leider unmöglich, alle Bands in meinem Livebericht zu featuren.
Hiermit wünsche ich viel Spaß:

Voodoo Opening Ritual:

Voodoo Opening Ritual

Eröffnet wurde das Festival von einer Voodoo-Queen, die erklärte, dass Voodoo schon lange in Afrika betrieben wird und eine Religion und nicht Teufelsanbetung ist und auch zur Persönlichkeitsfindung dient.

Sie sprach einige Ritualsprüche aus, die normalerweise mit Rum zelebriert werden.

Will Hoge:

Will Hoge

Der kalifornische Songwriter Will Hoge bietet auf der zweiten Bühne, gesponsert vom "Rolling Stone Magazine", Songs aus seinem Debutalbum "Carousel" dar.

Interpretationen von She Don't Care, Let Me Be Lonely, Heartbreak Avenue und Wish aus diesem Album, werden von den Fans gefeiert.

Will, der sicherlich als Vorbild Bruce Springsteen bezeichnen kann, hat das Potential mit seinen Liedern seinen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern.

Mit dem Titelsong Carousel beendet Mr. Hoge nach 45 Minuten, gefeiert seinen Gig.

John Mayer:

John Mayer

John Meyer darf auf der Hauptbühne von Sponsor "Cox Communications", seine Easy Listening Songs, wie No Such Thing, Why Georgia oder Your Body is a Wonderland darbieten.

Zwischen Publikum und John Mayer entsteht leider irgendwie kein Kontakt, so dass dieses gelangweilt wirkt und John Meyer mit Not myself den Gig mit mäßigem Applaus beendet.

Treme Brass Band:

Treme Brass Band Als erster stimmungsvoller Höhepunkt des Festivals wird der Auftritt der Treme Brass Band auf der dritten Bühne gefeiert, auf der sich lokale New Orleans Musikgrößen live präsentieren dürfen, gesponsert vom Radiosender WWOZ.

Es werden modernisierte Interpretationen von Jazz Klassikern von Louis "Satchmo" Armstrong, wie What A Wonderful World, St. Louis Blues, When The Saints Go Marching In oder Mardi Gras-Hits wie Mardi Gras Mambo dargeboten, was für ausgelassene Tanzstimmung sorgt und die Fans unterstützen lautstark gesanglich die Band.

Nach 45 Minuten beendet die Treme Brass Band mit Big Chief unter frenetischem Applaus Ihren Gig.

Tricky: (Bildergalerie)

Tricky begeistert die Fans mit einer hochdynamischen und interessanten Mischung aus Hip-Hop, Crossover bis zu Hard Rock und Metal.
Deshalb hat er auch einen Leadgitarristen mit live dabei, dessen Soli den letzten beiden Musikstilen entsprechen.
Er ist bekannt durch seine Zusammenarbeit und als Produzent mit Björk, Garbage bis zu Neneh Cherry, vor allem aber auch mit Massive Attack.

Nachdem er eine Zeit lang, laut Biographie, keine Lust mehr auf Musik hatte und erschöpft war, scheint ihm die Musik und Live-Performances wieder viel Spaß zu machen, Tricky ist ständig gutgelaunt.

Neben alten Songs wie Aftermath, fanden vor allem auch die neuen Songs, aus seiner aktuellen CD "Blowback", wie Excess, Own Me, Bury The Extreme und Give It To Em exzellente Resonanz beim Publikum.

Nach 45 Minuten wurde Tricky, der sich total verausgabte, enthusiastisch von den Fans verabschiedet.

Missy "Misdemeanor" Elliott: (Bildergalerie)

Der erste Superstar bei der "Voodoo Experience" präsentiert sich als nächstes vor ca. 30.000 Fans auf der Stage 2 mit Missy "Misdemeanor" Elliott".

Die aktuelle amerikanische Hip-Hop Lady Nummer 1, die ja auch im Video zum Film "Moulin Rouge" agierte, präsentiert sich im patriotischen Jeans-Outfit (mit Jacke und aufgenähter Amerika Fahne), die sie beim zweiten Song in die Menge wirft und die von einer Presse Betreuerin gefangen wird, die diese danach stolz trägt!

Missy wirkt bei ihrem Auftritt überaus sympathisch, ohne irgendwelche Starallüren und verbreitet eine super Laune bei den begeisterten Zuschauern.
Sie gedenkt auch, mit Ehrlichkeit und der richtigen Einstellung, der Opfer in New York und allen Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz sind.

Songs wie Get Ur Freak On, One Minute Man, Dog In The Heat, Old School Joint, bis zu Supa Dupa Fly werden begeistert mitgeklatscht und mitgesungen, so dass Missy Elliott nach 1 Stunde gefeiert den Set beendet.

G. Love & Special Sauce: (Bildergalerie)

G. Love and Special Sauce ziehen vor allem die weiblichen Fans, auf der Stage 1, mit einer gekonnten Mischung aus Blues, Funk, Country, Reggae, Hip-Hop bis zu Jazz und Rock, in Ihren Bann.
Musikalisch sind die Bandmitglieder G. Love (voc., guit.), Jeffrey "Thunderhouse" Clemens (drums) und Jimmy "Jimmy Jazz" Prescott (acoustic bass) sehr versiert und präsentieren diese extravagante Musikstilkombination auch live sehr routiniert mit großer Spielfreude und Improvisationen.

Die Band versteht es sofort, den Funken zu den Fans überspringen zu lassen und so werden sowohl die neuen Songs wie Unified, Praise Up, Night Of The Rising Dead, oder Shy Girl aus dem aktuellen Album "Electric Mile" gefeiert, als auch alte Titel wie z.B. Rock & Roll oder Rodeo Clowns.

Ein sehr stimmungsvoller Gig, der nach einer dreiviertel Stunde unter tosendem Applaus zu Ende geht.

Marva Wright: (Bildergalerie)

Die Gospel- und Soul-Queen von New Orleans darf auf der lokalen Stage ihre Hits präsentieren.

Die Mischung aus Blues, Funk und Gospel inspiriert die Fans, vor der Bühne eine Party zu zelebrieren, ausgelassen zu tanzen und bei den Interpretationen von Further Up On The Road, I'm Still Wearing Your Name, Let Them Talk, Serve Somebody, Wang Dang Doodle oder Heartbreakin' Woman, lautstark Marva Wright gesanglich zu unterstützen, die diesen Auftritt sichtlich genoss und nach etwa 50 Minuten die Bühne, gefeiert und gut gelaunt, verlässt.

Snoop Dogg: (Bildergalerie)

Snoop Dogg, der auch als Schauspieler im neuen Film "Bones" agiert, zieht erneut die Massen vor die Rolling Stone-Bühne.
Seine Bodyguards und Späher, mit welchem Girl man nach dem Gig backstage sicher S-Fun haben könne, verteilten zunächst einmal Poster, T-Shirts und "Bones-Soundtrack-CD's" um dies auszuloten.

Snoop Dogg betritt dann, mit einer Verspätung von einer halben Stunde, die Bühne, was den kompletten Zeitablauf des weiteren Festivals auf dieser Bühne in Verzögerung brachte.
Der Junge war ja schon unter Mordverdacht, wurde aber freigesprochen und hat eine zweifelhafte Laufbahn neben seiner Musikkarriere hinter sich. So war es kein Wunder, dass er immer wieder auf die Polizei und den Staat schimpfte. Die Fans feierten ihn aber trotzdem bei Songs wie Murder Was The Case, Snoop Bounce und The Doggfather.

Er gedachte natürlich auch den Opfern des World Trade Centers und der Soldaten im Krieg. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass dies ein Teil seiner Show war.
Besonders peinlich waren einige alte Opas auf der Bühne, irgendwelche Familienmitglieder, die während des Livegigs fast auf der Bühne onanierten und mit verteilen von Postern hofften, Girls zu ergattern.

Snoop Dogg wählte zum Ende des Gigs für sein Vergnügen eine bikinibekleidete schwarzhaarige Schönheit aus, die ihm schon genügend ihre Reize und Intentionen bekundet hatte.

Gov't Mule: (Bildergalerie)

Für mich folgt danach der absolute Höhepunkt der VOODOO EXPERIENCE 2001, mit dem Auftritt von Gov't Mule. Leider verpasse ich durch die Verzögerungen den Auftritt von Bush.

Die Bandmitglieder Warren Haynes (Vocals und Guitars) und Matt Abts (Drums) wurden unterstützt von Oteil Burbridge am Bass und Chuck Leavell an den Keyboards.
Oteil ist ja zusammen mit Warren Member der legendären Allman Brothers Band und Chuck Leavell war ja auch lange Jahre Keyboarder bei den Allmans, ebenso bei den Rolling Stones.

Mastermind Warren Haynes steht wie ein Fels auf der Bühne und wird mit effektvollem Licht angestrahlt, seine Haare wirken durch einen Ventilator sehr fotogen.
Die Band hat einfach ein unglaubliches musikalisches Potential, jeder Musiker glänzt bei seinen Soli und beweist sein musikalisches Können, allen voran natürlich Warren. Seine Stimme kommt einfach unglaublich cool rüber. Dies zeigt sich schon beim Opener Soulshine, bei dem sofort eine unglaubliche Stimmung zwischen Gov't Mule und Publikum herrscht.

Songs vom neuen Album "The Deep End" - bei dem die Creme de la Creme von internationalen Rock-Bassisten, z.B. auch Jack Bruce (ex Cream) bis zu Oteil Burbridge" mitwirkte - wie Worried Down With The Blues, Tear Me Down, oder Life On The Outside finden hervorragende Resonanz, ebenso alte Mule Klassiker, wie Thorazine Shuffle, Raven Black Night, Life Before Insanity und Mule.

Gov't Mule beenden den Gig, leider für mich, schon nach 75 Minuten unter tosendem Applaus.
Die Band hat ja noch einen zweiten Gig am Abend im House of Blues, New Orleans, um 2 Uhr Nachts.
Leider war, trotz der positiven Versuche von Sunshine Consultant, hier kein Fotopass zu erhalten. Die Manager des HOB sind einfach überarrogant und meinen, dass sie die Götter auf dieser Welt sind, leider!

Karl Denson's Tiny Universe:

Karl Denson

Karl Denson, einer der weltbesten Saxophonisten, bekannt aus seiner Zusammenarbeit mit Lenny Kravitz bei dessen Alben und Hits "Are You Gonna Go My Way" und "Mama Said", hat seine Wurzeln mittlerweile endgültig im Jazz Rock gefunden und seine Rock'n'Roll Ära beendet.

Karl glänzt bei seinem Voodoo Experience Auftritt nicht nur am Saxophon, sondern auch an der Querflöte, wie bei Flute Down.
Live-Interpretationen von The Roundabout, Armageddon, Banana Boy oder Dinosaurs werden musikalisch hochglänzend dargeboten.
Absolutes Highlight bildet die Zelebrierung von Are You Gonna Rock Me, zusammen mit Warren Haynes.
Nach 1 Stunde beendet Karl unter großem Applaus den Set.

Tool:

Tool widerrufen, trotz der Ankündigung, alle Pressefotografen für 1 Song fotografieren zu lassen, diese Zusage und somit ersparte ich mir den weiten Weg bis zur Hauptbühne nur für einen Live-Bericht ohne Fotos.

Black Crowes: (Bildergalerie)

Die Black Crowes bieten einen Gig der Extraklasse dar, viel besser als die letzten Konzerte in Europa, die ich erlebte.
Die Verschmelzung von traditionellem Hard Rock und Soul Songs ist bei den Black Crowes einmalig, nur dass bei der VOODOO EXPERIENCE in New Orleans, live noch mehr Southern Riffs integriert werden.

Sänger Chris Robinson hat sich wieder einen Bart zugelegt und mit passendem Country-Outfit fegt er wie wild über die Bühne.
Rich Robinson und Audley Freed bieten exzellente, erdige Gitarrensoli.
Bassist Andy Hess, sowie Schlagzeuger Steve Gorman sind die optimale Rhythmus Backline. Keyboarder Eddie Harsch integriert mit seiner Hammondorgel den souligen Black Crowes Sound.

Liveinterpretationen von Remedy, Sting Me, Kicking My Heart Around, She Talks To Angels, Young Man, Old Man und Soul Singing, in super Sound, werden live so gut und spielfreudig wie noch nie präsentiert.
Eine effektvolle Lichtshow setzte die Bühnenshow der Crowes wirkungsvoll ins rechte Licht

Zum Abschluss, nach ca. 90 Minuten, wird Oh Well zusammen mit Warren Haynes gespielt.
Ein krönender Abschluss des Gigs.

Die VOODOO MUSIC EXPERIENCE ist ein Ausnahmefestival und absolut die Reise nach New Orleans wert.
Es finden keinerlei Zwischenfälle oder Aggressivitäten statt und die Organisation ist hervorragend.

Ein besonderes Dankeschön nochmals an Josie, Tiffany und Karen von Ken Sunhsine Consultant.

Auf ein Wiedersehen, hoffentlich im Jahre 2002, beim:
VOODOO MUSIC FEST 2002

Markus Hagner 10.11.2001

 

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