Die Happy

Revolverheld

Nürnberg, Hirsch, 30.10.2005

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 30.10.2005

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Redakteur(e):

Felix Bäuerle


Nürnberg, Hirsch, 30.10.2005

Manchmal ist es schwierig zu einem Konzert zu kommen. Erst streikt das Auto, nachdem man glücklicherweise einen anderen Fahrer aufgetrieben hat und endlich an der Location (in diesem Fall der "Hirsch" in Nürnberg) angekommen ist, kann es passieren, dass man erstmal gar nicht reingelassen wird, da man ja angeblich weder auf der Gästeliste stehe noch sonst irgendwie bekannt sei.
Nach hitziger Diskussion mit ausgedruckten E-Mail Bestätigungen, deren Echtheit dann auch noch angezweifelt wurde, stand man glückselig dann doch im Gedränge des für eine Band wie DIE HAPPY recht kleinen Saals im "Hirsch".
Später sollte sich herausstellen, dass der Saal doch richtig gewählt wurde, die Besucherresonanz hielt sich in Grenzen. Es war gut gefüllt, aber nicht rappelvoll, zudem gab es noch reichlich Karten an der Abendkasse.

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Pünktlich 21.00 Uhr legte dann REVOLVERHELD los, die mittlerweile eigentlich fast schon zu prominent für eine Vorband sind. Im kurzen 6-Songs-Auftritt der Jungs fehlte zu Beginn etwas das Feuer, die Band schien schon damit zufrieden, dass sie am Nachmittag das tourinterne Fußballmatch REVOLVERHELD vs. DIE HAPPY gewonnen hatten (und den Wanderpokal stolz auf der Bühne präsentierten).
Insbesondere Arme hoch war ein ganz schwacher Auftritt, emotionslos und irgendwie blutleer präsentierten die Jungs diesen Song. Im Publikum kam auch nur bei einzelnen, meist jungen weiblichen Fans, die wohl extra wegen REVOLVERHELD gekommen waren, Stimmung auf, was dann wohl auch die Band bemerkte und dann die letzten drei Songs doch noch eine Schuppe drauflegte, was leider der mauen Stimmung keinen Schub gab.
Überraschend, dass eine mittlerweile so bekannte Band es kaum schafft, ein Publikum so richtig aufzuwecken, dabei müssten die gespielten Lieder mit ihren harten Gitarrenriffs eigentlich auch DIE HAPPY-Fans ansprechen. Ist da eine gewisse Motivationslosigkeit zu spüren, da es bald allein auf Tour geht und man jetzt nur Vorband ist?

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Wer aufgrund des REVOLVERHELD-Auftritts nun einen langweiligen, stillen und stramm stehenden Abend erwartete, wurde zum Glück enttäuscht. In dem Moment, als DIE HAPPY-Frontsängerin Marta die Bühne betrat, war auch der Großteil des Publikums voll mit dabei.
Von Anfang an legten DIE HAPPY kraftvoll los und kündigten einen 'Best of'-Mix der alten Lieder und sämtliche Songs des neuen Albums für den Abend an.
Auffallend, dass DIE HAPPY mit dem neuen Album ein wenig mehr in die melodischere Ecke wandern, allerdings weiterhin der harten Schiene treu bleiben wollen. Mit Inside gab es nur ein richtig langsames Lied zu hören, das sich auch überhaupt nicht DIE HAPPY-typisch anhört.

Zwischen den Songs nutzte Marta die Zeit um, neben Diskussionen ob tschechisches Bier aus ihrer Heimat besser schmeckt als fränkisches (wohlgemerkt: Marta trinkt gar keinen Alkohol!), darauf hinzuweisen, dass sie noch schwer angeschlagen ist und Antibiotika nehmen muss, erst wenige Tage vorher musste ein Auftritt in Hannover abgesagt werden. Ohne diese Anmerkung hätte aber wohl keiner der Besucher bemerkt, dass eine halbkranke Sängerin auf der Bühne stand, so powervoll wie DIE HAPPY ihr Programm durchzogen und gut gelaunt ihre Songs vorstellten.
Wie angekündigt, wurden die älteren Hits wie Big boy, Goodbye oder Supersonic speed gespielt, schön gemischt mit den neuen Liedern, so dass sowohl die selbst ernannten 'Oldschool fans', als auch die Teenies, die sich bei den älteren Songs verwundert anschauten, auf ihre Kosten kamen.

Apropos 'Oldschool fans' - nach ungefähr einer Stunde ergab sich ein recht lustiges Bild in der Saalmitte: Einige jüngere Fans hatten Spaß beim Pogo, während diese rundum von, nennen wir es mal Ü40ern, eingekreist waren, die dermaßen genervt von dem Rumgeschubse waren, dass sie jedem der in ihre Richtung geflogen kam, einen Tritt, Faustschlag oder sonstiges mitgaben (Der Autor durfte dies selbst in Erfahrung bringen). (Hey, die Band heißt DIE HAPPY! Das gehört dazu. - Der Redaktionsdrache).

Zurück zum Songtechnischen. DIE HAPPY zeigten in der kompletten Spielzeit (um die 90 Minuten) so gut wie keine Schwächen und beeindruckten durch eine hübsche Show auf einer sehr sehr kleinen Bühne.
Eines der Highlights dann gegen Ende, als mit Blood cell traffic Jam der, laut Marta, neue Lieblingssong der Band auf dem Programm stand, die diesen so mitreißend performten, dass selbst oben angesprochene Ü40er ein Lächeln auf ihr Gesicht bekamen.
Mit 4 Zugaben schloss DIE HAPPY dann einen gelungenen Abend, dem es eigentlich bis auf gutes und emotionaleres Publikum an nichts fehlte.

Felix Bäuerle, 21.11.2005

 

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