The Yayhoos

Markus Rill

Nürnberg, K4, 15.05.2002

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 15.05.2002

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Nürnberg, K4, 15.05.2002

Dan Baird Heutzutage kommt es eigentlich kaum noch vor, dass ich bei einer Band zweimal während einer Tour anwesend bin, aber nach dem begeisternden Konzert in Frankfurt fiel die Entscheidung für die Fahrt ins ehemalige KOMM, jetzt K 4, nach Nürnberg nicht schwer.
Leider sehen das die Mittelfranken offenbar anders, denn der anfangs spärliche Besuch erhöht sich im Laufe des Abends auf kaum mehr als 50 - 60 Zuschauer. Ehrlich gesagt, fühle ich mich etwas "schäbig", dass ich mit meiner eigenen (Cover-)Band im Allgemeinen mehr Publikum habe (so wohl auch am Samstag in Erlangen).
Ich denke, dass JTC und Blue Rose eine ganz gute Promotion gemacht haben, aber leider gibt es genug Beispiele (erst kürzlich in München bei den RODGAU MONOTONES) für die Faulheit einerseits und die Dummheit andererseits, die "Musikhörer" gegenwärtig auszeichnet. (Bei "Rock im Park/am Ring" sind wahrscheinlich wieder Hunderttausende...)

Aber zum Konzert:
Das Vorprogramm bestreitet diesmal der Würzburger Markus Rill, heute abend ohne seine GUNSLINGERS, nur akustisch. Ihm zur Seite sitzt Uli Stange von den Lokalmatadoren THE CARTWRIGHTS, der mit Fingerpicking und Slidespiel die Songs bereichert.
Es ist natürlich schon "etwas krass", als Anheizer für die YAYHOOS nur als Akustik-Duo aufzutreten. Die größtenteils eigenen, countryfizierten, Songs von Markus Rill, die öfters an John Mellencamp (auch gesanglich) erinnern, sind doch etwas zu "mellow", um mich nach 8 Stunden Arbeit und 2 Stunden Autofahrt richtig in Schwung zu bringen.
Gut gefällt mir das Townes Van Zant (R.I.P.)-Cover. Der Sound ist leider auch nicht so toll.

Die folgende Pause zieht sich etwas länger, obwohl Dan Baird schon bald auf der Bühne ist, ebenso wie Eric Ambel, der sich sogar den größten Teil des Vorprogramms angehört hat (wo gibt's das heute noch?).
Irgendwie habe ich die Befürchtung, Keith (Christopher) und Terry (Anderson) hätten sich im nahen Rotlichtviertel verlaufen...
Schließlich tauchen sie aber doch noch auf und wie in Frankfurt leitet Dan Baird (mit dem gleichen albernen Hut auf dem Kopf) den ersten Song Naturally ein.
Der Konzert-"Saal" des K 4 ist ja nicht sonderlich groß... genauer gesagt: Ich kenn' Leute deren Wohnzimmer ist größer. Das stört die YAYHOOS jedoch wenig: a bunch of crazy guys makin' the worst noise you've ever heard in your live. Ich weiß nicht, woher ich das jetzt geklaut habe, aber es trifft es!
Dan hat zwar sein Marshall-Top gegen zwei kleine Fender-Tweed-Amps getauscht, aber lautstärkemäßig ändert das nichts. Schon fast brachial, was die YAYHOOS von der Mini-Bühne blasen! Aber wie gesagt: So ist das halt.

Die Vier sind wieder bester Laune - eine Setlist scheint's heute nicht zu geben - man könnte meinen, wir wären mit in ihrem Proberaum.
What Are We Waiting For ist wieder der, passende, zweite Titel: "We didn't come here just to hang around!" Genau!! Wir sind hier zum abrocken! Genau das ist es, was die vier Männer machen wie kaum eine zweite Band.
Mit Dixie Beauderaunt, von Mr. Bairds erster Solo-CD, folgt schon die erste Änderung zum Frankfurter Konzert.
Sodann präsentiert Dan "the pride of North Carolina: Mr. Terry Anderson!", Hankerin' ist angesagt. Es folgen das grandiose Bottle & Bible und wieder (schon einer meiner Favoriten) das O'JAYS-Cover Love Train, bei dem sich die vier wieder mit den Vocals reihum abwechseln. Den Spaß, den die Band verbreitet, würde man eigentlich eher von ein paar "Frischlingen" denn von solch "alten Hasen" erwarten, auch wenn man nicht immer jeden Gag kapiert den sie untereinander austauschen.
Der Ohrwurm Oh Chicago knallt als nächstes durch die Boxen. Nach Get Right With Jesus wieder eine Überrraschung: Ob es jetzt an meinen lautstarken Zurufen in Frankfurt, oder an unserem kurzen Gepräch vor dem heutigen Konzert (oder an sonst was...) liegt, jedenfalls, nach kurzer Unterweisung an seine Mitmusiker ("as long as we start together AND end together..."), präsentiert Mr. Eric Ambel Way Outside (!) von seiner fantastischen Solo-Scheibe "Loud & Lonesome".
Auch den Prince-Song (sh. Frankfurt) haben sie wieder im Programm. Genauso, natürlich, wie den Heavy-Rocker Monkey With A Gun (mit gut gelauntem "Bang Bang" Chor von den anderen drei).
Für I Can Give You Everything kommt Terry Anderson wieder nach vorn und der "Instrumententausch" beginnt. Anschließend bekommt wieder Keith Christopher Dans Gitarre und nach einem exzessiven Gitarren-Vorspiel übernimmt er die Vocals für sein tolles For Crying Out Loud. Auch am Solo-Spiel findet er ganz offensichtlich immer mehr Gefallen.
Eine weitere Neuerung zum Frankfurter Auftritt ist Dan Bairds Julie & Lucky, mit einem langen Stop-and-Go Schluss.
GEORGIA SATELLITES-Songs lehnt Mr. Baird kategorisch ab, lässt aber verlauten, dass das in "a few weeks" anders sein soll (ich freu mich schon auf das Rock & Bike Festival in Hannover!). Eigene Solo-Songs mag er heute abend aber. Schon lässt er den Hit von seiner "Love Songs For The Hearing Impaired"-CD, I Love You Period, folgen, bei dem Terry Anderson (hat den wohl auch mitgeschrieben) einen Teil der Strophen singt.
Bei der Ballade Baby I Love You erzeugt Eric Ambel wieder viele grinsende Gesichter im Publikum.
Keith ist heute in "Sing-Laune" und so bringt er einen weiteren Cover-Song: You Didn't Have To Be So Nice von den LOVIN' SPOONFULL. Schon im Original könnte dieses Lied durchaus auch von den SMALL FACES sein und in dieser Version heute abend wird das noch deutlicher. Spitzenklasse!
Mit Lil' Bit treibt Dan Publikum und Band nochmal richtig an und den krönenden Abschluss des Sets bildet ein "Disco-Hit" (nicht das von Keith auf dem Bass kurz angespielte Miss You von den STONES): Dancing Queen von ABBA, bei dem sich die vier "königlich" freuen über die Spiegelglaskugel, die sich an der Decke des Raumes in Bewegung setzt.

Zur Zugabe fetzen sie Highway Junkie (einen Country-Rocker, der Dan Baird beim Produzieren der Chris Knight-CD "A Pretty Good Guy" offenbar besonders gefallen hat; auf diesem Album ist eine etwas gemäßigtere Version zu finden) herunter, bevor Terry Anderson einen Song seines Solo-Albums (Tipp!, s.a. Review im Hooked on Music) "I'll Drink To That", den Fetzer Killin' Down In Dillon zum Besten gibt.
Dann wird nochmals kräftig abgerockt zu I'm A Beliver von den MONKES. Der perfekte Schluss-Song, denn die YAYHOOS machen mich wirklich zum "Gläubigen" - dass der wahre Rock'n'Roll nie untergehen wird!

Zwei Fragen bleiben allerdings noch offen:
1. Wird Blue Rose es wagen, von dieser Tour keine Live-CD zu pressen?
2. WO SPIELEN DIE MORGEN?!

Epi Schmidt, 16.05.2002

 

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