Nevermore

Symphony X
Psychotic Waltz
Mercenary
Thaurorod

Oberhausen, Turbinenhalle, 26.02.2011

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 08.03.2011
Stil: Progressive Metal

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Redakteur(e):

Maurice Schreiber


Nevermore, Symphony X, Psychotic Waltz, Mercenary, Thaurorod,
Oberhausen, Turbinenhalle, 26.02.2011

Unter dem Namen „POWER OF METAL“ wurde von den Veranstaltern ein schönes Package anspruchsvoller Metalklänge geschnürt. So geben sich an diesem Abend in der Oberhausener Turbinenhalle so große Namen wie NEVERMORE, SYMPHONY X, PSYCHOTIC WALTZ, MERCENARY und THAUROROD die Ehre. Eine ordentliche Zusammenstellung, die jeden Anhänger progressiven Powermetals zufriedenstellen dürfte. Schön, daß dies ein Samstagabend ist, so daß sich die Halle ordentlich füllt, wenn auch ein „ausverkauft“ nicht einmal nahezu erreicht wird. Dafür ist es so recht angenehm und glücklicherweise hat man dieses Mal auch keine Probleme, die Garderobe ohne lange Wartezeiten zu erreichen und sich zudem mit Wertmarken und kalten Getränken entspannt zu versorgen.

Nach einer kurzen Einfindungsphase und dem Zusammentreffen mit alten Bekannten geht es mit THAUROROD auch direkt los. Die finnischen Powermetal Hopefuls haben mit dem Werk „Upon Haunted Battlefields“ seit ihrer Gründung im Jahre 2002 ihr erstes vollständiges Album am Start, welches sie heute präsentieren. Dafür können sie bereits auf sage und schreibe 5 (!!) ex-Sänger zurückblicken. Nun, dieses Mal steht mit Sänger Numero 6 der Italiener Michele Luppi hinter dem Mikro, den man u.a. schon von Bands wie VISION DIVINE und LOS ANGELES kennt. So macht dieser erwartungsgemäß einen mehr als guten Job. Dennoch muß man hier klar anmerken, daß die Songs allzu plattgetreten und klischeehaft wirken. Klassischer, schneller Powermetal mit vielen Keyboards und sich arg ähnelnden Songs reißt einen im Jahre 2011 nun wirklich nicht mehr vom Hocker. Handwerklich gute, aber doch sehr durchschnittliche Ware wird hier geboten. Folglich geht es erstmal zwischendurch zum Bierstand, bevor mit MERCENARY der nächste Kandidat an den Start geht.

Thaurorod

MERCENARY aus Dänemark sind bereits seit Anfang der 90er Jahre aktiv und die Band, die musikalisch gemessen an dem Rest des Billings doch eher aus dem Rahmen fällt. Trotz ihrer teils recht progressiven Ausrichtung sind es primär die Vocals des Sängers René Pedersen, die eher an eine Modern Metal bzw. an eine Melodic Death Metal-Band erinnern. Die Growls passen nicht so recht zu dem allgemein melodiös ausgerichteten Package, so daß sich viele Zuschauer anderweitig beschäftigen. Dennoch wird eine sehr professionelle Show geboten und die Nummern der Alben „The Hours That Remain“, Architect Of Lies“ oder „Everblack“ werden äußerst kompakt gespielt. Auch das neue Album „Metamorphis“, ein sehr ausgereiftes Werk, wird natürlich nicht ausgelassen. Eine an sich klasse Leistung, aber angesichts der zu erwartenden nächsten Hochkaräter, die die Fans kaum mehr erwarten können, wirkt die Band heute eher etwas deplaziert.

Thaurorod

Nicht so PSYCHOTIC WALTZ, eine DER Bands, weshalb so viele Fans überhaupt den Weg in die Oberhausener Turbinenhalle gefunden haben. Kein Wunder, kommt deren Reunion doch einer kleinen Sensation gleich. Eine absolute Legende des progressiven Metals, die so anspruchsvolle wie einflussreiche Werke der Marke „A Social Grace“ (1990), „Into The Everflow“ (1992) oder „Mosquito“ (1994) in ihrem Katalog zu verzeichnen hat, betritt nach runden 15 Jahren wieder gemeinsam die Bühne. Sänger Devon Graves, die Gitarristen Brian McAlpin und Dan Rock sowie der zwischendurch zu CAGE abgewanderte Norm Leggio an den Drums und Ward Evans am Bass bieten heute abend genau das, was das Publikum von ihnen erwartet und was sie so unvergleichlich macht: Unter die Haut gehenden Progressive Metal, mit packenden Songs und ausufernden Soli, ohne, daß je Langeweile aufkommt und mit diesem speziellen Charme, den man nur schwer nachahmen kann. Eine ganz grandiose Leistung! Gespielt wird ein Querschnitt all ihrer Meisterwerke, die es zudem am Merchandise Stand auch als limitierte LP-Version zu erstehen gibt. Kein Wunder, daß diese reißenden Absatz finden und schnell ausverkauft sind. Hinterher kann man sich die Tonträger auch von der äußerst sympathischen Band signieren lassen. Ein Highlight des Abends und hoffentlich sind die Jungs bald wieder öfter zu sehen!

Thaurorod

Da kommt unweigerlich die Frage auf, was SYMPHONY X dem noch entgegenzusetzen haben. Nun, ganz klar kann man sagen, daß es für die Truppe um den Ausnahmesänger Russel Allen und den Wahnsinnsgitarristen Michael Romeo keine große Schwierigkeit ist, mindestens mitzuhalten, vielleicht sogar eins draufzusetzen. Zu routiniert, zu professionell agieren die Prog-Metaller aus New Jersey, als daß sie irgend etwas falsch machen könnten. Geboten wird ein runder Querschnitt ihrer grandiosen Alben mit Schwerpunkt auf dem letzten Rundling „Paradise Lost“. Wer so ein Repertoire voller Übersongs der Marke Set The World On Fire aufzuweisen hat, kann auch nur begeistern. Zudem werden mit zwei neuen Songs des demnächst erscheinenden neuen Werkes „Iconoclast“ die Erwartungen an ein tolles, neues Meisterwerk erneut in die Höhe geschraubt. Unglaublich, wie agil und handwerklich professionell hier musiziert wird! Ganz großes Kino! So hätte es noch gut und gern 2 Stunden weiter gehen können, doch auf dem Programm stehen ja auch noch NEVERMORE.

Thaurorod

Als NEVERMORE aus Seattle, der Headliner des Abends, dann die Bühne betreten, sticht direkt das Outfit des Sängers Warrel Dane heraus. Mit einem großen Hut verziert und etwas durch die Gegend taumelnd, scheint er nicht gerade in Topform zu sein. Möglicherweise könnte es auch am erhöhten Alkoholpegel liegen, daß die Performance insgesamt eher durchwachsen wirkt. Auch der Sound ist nicht gerade vom Feinsten. Zu matschig dröhnen die Songs aus den Boxen. Jeff Loomis an der Gitarre liefert zwar einen guten Job ab, aber das kann am Gesamteindruck leider nicht viel ändern. Das sehen (und hören) viele Fans offenbar anders, denn vor der Bühne ist doch viel los und die Truppe wird nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Der Rezensent jedoch zieht es vor, die sonst erstklassige Musik von NEVERMORE vor der heimischen Anlage zu geniessen.

Thaurorod

Nach runden 5 Stunden ist dann Schluss und es bleibt festzuhalten, daß die hohen Erwartungen an dieses Package voll erfüllt werden und die Fans insgesamt glücklich den Weg in die Heimat finden. Einzig der Sound wäre hier und da verbesserungswürdig gewesen. Aber man kann ja nicht immer alles haben, oder?

Maurice Schreiber, 26.02.2011

 

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