Motörhead

Anthrax

Offenbach, Stadthalle, 21.10.2002

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Konzertbericht

Reviewdatum: 21.10.2002

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Redakteur(e):

Tim C. Werner


Offenbach, Stadthalle, 21.10.2002

Nachdem die letzte Show der Mannen um Sänger und Bassist Ian "Lemmy" Kilmister im Rhein-Main-Gebiet kurzfristig abgesagt wurde, durfte man sich auf den ersten Auftritt seit dem 16. Mai 1998 freuen.

Bring the noise! Mit den New Yorker Funk-Metallern ANTHRAX war ein hochkarätiger Support am Start, der zum Leidwesen vieler erst spät eintreffender Fans allerdings bereits um 20.30 Uhr die Bühne wieder verlassen musste.
Dennoch wurden die Erwartungen an Scott Ian und seine Bandkollegen nicht enttäuscht: Ein dickes Lob an die Band, dass sie trotz der Verschiebung des neuen Albums "We've Come For You All" auf Anfang 2003 nicht von der Tour mit MOTÖRHEAD Abstand genommen hat.

Empörung allerorten über die maßlosen Merchandising-Preise: Für ein T-Shirt wurden nicht weniger als 30 (dreißig) Euro aufgerufen.

Schon um 21.00 Uhr enterten also MOTÖRHEAD die Bühne, jene Band, die seit 1975 für geradlinigen, dreckigen und vor allem lauten Rock'n Roll steht. Man verweigert sich dabei jeder Kategorisierung und bedient sich ungeniert der Stilelemente des Rock, des Punk und nicht zuletzt des Heavy Metal.
Enttäuschend der Sound während den ersten beiden Songs, und das obwohl mit We are Motörhead und No Class zwei furiose Opener am Start waren: Ein einziger, undifferenzierter Klangbrei dröhnte da aus den Boxen, doch dann fing sich der Mann an den Reglern und es wurde merklich besser.
Was in der nahezu ausverkauften Offenbacher Stadthalle folgte, war eine exzellente Mischung aus alten und neuen Motörhead-Classics: Shoot you in the back, Civil War, das SEX PISTOLS-Cover God save the queen (das Motörhead im Jahr 2000 sogar zu Airplay-Ehren verhalf, in dieser Branche doch eher untypisch). Sogar Metropolis tauchte im Set auf.

Der mittlerweile 56 Lenze zählende Kilmister, zeigte sich - gewohnt bekleidet mit seinen schneeweißen Cowboyboots - in einer tollen Spiellaune: Vor allem bei den geradlinigen Rock'n Roll-Songs (die in der Regel allein aus seiner Feder stammen) Dr. Rock, Going To Brazil und R.A.M.O.N.E.S. (gewidmet dem kürzlich verstorbenen Sänger der Punk-Rock-Legende THE RAMONES Joey Ramone) sah man Lemmy die Freude förmlich an, die ihm die Musik noch immer macht, von altem Eisen keine Spur.
Phil Campbell, mittlerweile schon 18 Jahre in der Band, zeigte sich erneut als ein Meister der sechs Saiten: Seit dem 1996er Output "Overnight Sensation" spielt er alle Gitarren-Parts allein - und das ist gut so. Mikkey Dee rackerte sich hinter dem Drumkit ab wie selten zuvor und erinnerte von seinem Habitus nicht selten an das Monster aus der Muppetshow: Das Drum-Solo zu Sacrifice war famos und strafte all jene Lügen, die da immer noch der Meinung zu sein scheinen, solche Solos seien überflüssig.
Zur Setlist ist noch anzumerken, dass mit Brave new world und Shut your mouth leider nur zwei Titel vom hervorragenden aktuellen Album ("Hammered", 2002) zum Besten gegeben wurden. Einer Band, die ihre Songs aus fast 20 Studio-Alben auswählen kann, sei das aber verziehen.
Mitten in nicht enden wollende "Motörhead Motörhead" Rufe erklang das düstere und bedrohliche Orgasmatron, der Titeltrack des 1986erAlbums. Die in dunkles Grünlicht getauchte Band sorgte dabei für echte Gänsehaut-Atmosphäre.
Den Abschluss machte mit Ace of Spades das wohl bekannteste Stück der Band.
Bevor dann der "Bomber", ein aus Scheinwerfern und Stahlgestänge hergestelltes, bühnengroßes Flugzeugmodell unter dem lauten Gedröhne einer Luftschutzsirene über der Bühne niederging, erklang mit Overkill eine furiose, fast zehnminütige Zugabe im Stroboskop-Licht, die den Abend zu einer mehr als runden Sache werden ließ.

Schön, dass es im Rockbiz noch Konstanten gibt, MOTÖRHEAD gehören auf jeden Fall dazu.

Tim C. Werner, 22.10.2002

 

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