Omnia

Wolf Love

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 10.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Pagan Folk

Links:

Omnia Homepage

Omnia @ facebook



Redakteur(e):

Martin Schneider


Omnia
Wolf Love, Pagan Scum Records, 2010
Steve Sic van der HartenVocals, Whistles, Sejefloyt, Bouzouki, Davul, Wardrum, Dumbeck, Bells, Shakers, Mouth Harp
Jennifer Evans-van der HartenVocals, Piano, Neo-Celtic Harp, Hurdy Gurdy, Hammered Dulcimer, Bodhran, Tambourin, Harmonium, Sansula
Luka Aubri KriegerVocals, Slideridoo
Joe HennonGuitars
Philip SteenbergenGuitars
Guests:
Kistoffer Gildenlöw (PAIN OF SALVATION)Bass, Cello,
Kaat Gevers (LEAF)Nyckelharpa, Vocals
Church Of Odin Scream ChoirChoir
Produziert von: Stenny (Steve Sic & Jenny Evans van der Harten) Länge: 63 Min 48 Sek Medium: CD & DVD
01. Wake Up10. Wheel Of Time
02. Dance Until We Die11. Sister Sunshine
03. Jabberwocky12. Taranis Jupiter
04. Saltatio Vita13. Moon
05. Teachers14. Wolf Song
06. Love in The Forest15. Cornwall
07. Toys In The Attic16. Sing For Love
08. Shamaniac+ Bonus DVD
09. Solfeggio (Guess who's Bach?)

OMNIA ist lateinisch und steht für 'alles'. Damit hat das Künstlerpaar Jenny und Steve Sic Evans van der Harten im Bandnamen bereits eins ihrer Grundprinzipien hinterlegt. Musikalisch geht alles… auch wenn Fans und Kritiker mitunter daran verzweifeln, wenn sie die Band mal wieder in eine Stilschublade packen wollen und dabei einfach keine Passende finden.

Dabei ist mit 'Pagan Folk' doch eigentlich alles gesagt: Ursprüngliche Musik und Dichtkunst, im Geiste der alten Götter und im Einklang mit der Natur. Damit ist man ganz dicht bei den hiesigen FAUN, und doch völlig anders, weil OMNIA einfach auf ihre Weise einzigartig sind.

Es ist wenig überraschend, dass "Wolf Love" kein leicht verdauliches Album ist und als Gesamtwerk geradezu zwangsweise seine Momente hat, mit denen nicht jeder Hörer glücklich wird. Allein schon an Dance Until We Die werden sich die Geister extrem scheiden. Barden-Folk trifft Hip-Hop. Das ist krass, aber auch mutig, wenn man den Gesamtkontext des Albums betrachtet.

Da gibt es wunderschöne Folkballaden, die an die Legenden der 60er und 70er, wie FAIRPORT CONVENTION, STEELEYE SPAN oder OUGENWEIDE erinnern. Moderne Interpretationen dieses Sounds rücken OMNIA dann in die Nähe der bereits erwähnten FAUN oder HAGALAZ RUNEDANCE. Verhaltene keltische und bretonische Elemente dominieren und urplötzlich kommen OMNIA mit einem klassischen Pianostück daher und legen mit einem komplett neu arrangierten Leonard Cohen-Cover (Teachers) im Nick Cave-Sound nach.

Ganz ehrlich? Für meinen Geschmack enthält "Wolf Love" einen ganzen Schwung richtig geiler Songs, wie Toys In The Attic, Wheel Of Time, Taranis Jupiter oder Cornwall. Natürlich kann man die alle gemeinsam auf eine CD packen, aber deswegen wird daraus noch lange kein homogenes Album. OMNIA wirken überambitioniert. Sie wollen alles auf einmal, setzen das auch um und schießen dabei über das Ziel hinaus.

Diese anarchische Vorgehensweise hat Charme und ist schön rebellisch. Selbstverwirklichung und absolute künstlerische Freiheit sind sicher was ganz Feines. Ganz ketzerisch behaupte ich trotzdem: Gebt OMNIA einen konsequenten, charakterstarken, externen Produzenten, der an einigen Ecken einen Riegel vorschiebt, wenn die kreativen Einhörner mal wieder all zu wild werden. Einen, der die durchaus vorhandenen Füller aussortiert. Einen, der auch mal Ideen kippt und auf die nächste Scheibe verschiebt, weil sie auf die Aktuelle nicht passen. Das Endergebnis wäre in seiner Gesamtheit weitaus überzeugender.

"Wolf Love" kommt in einem hochwertig wunderschön aufgemachten Digi-Pack und ist rein optisch ein Prunkstück einer jeder Sammlung. Dazu gibt es noch eine Bonus-DVD… Tja, und die ist dann auch typisch OMNIA.

Quantitativ wird man von allen möglichen und unmöglichen Features erschlagen, qualitativ überzeugen in erster Linie die Konzertaufnahmen vom Castlefest 2009. Hier wird überdeutlich, dass OMNIA auf der Bühne immer noch am Besten funktionieren. Da fallen auch die krassen Stilbrüche längst nicht so stark ins Gewicht, beziehungsweise werden durch die starke Livepräsenz der Protagonisten überlagert.

Und jetzt? Hilft euch die Besprechung? Eingeschworene Fans dürfen blind zugreifen, interessierten Neueinsteigern würde ich fast dazu raten sich OMNIA erst mal live anzusehen, bevor sie sich an eine Tonkonserve wagen.

Martin Schneider, 06.11.2010

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music