O.R.k.

Ramagehead

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.03.2019
Jahr: 2019
Stil: Progressive Rock
Spiellänge: 38:50
Produzent: Lorenzo Esposito Fornasari

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Plattenfirma: Kscope Music

Promotion: cmm promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Serj Tankian

Dream Theater

Gazpacho

Soundgarden

Titel
01. Kneel To Nothing
02. Signals Erased
03. Beyond Sight
04. Black Blooms
05. Time Corroded
 
06. Down The Road
07. Some Other Rainbow Part 1
08. Strangled Words
09. Some Other Rainbow Part 2
Musiker Instrument
Lorenzo Esposito Fornasari Gesang, Keyboards & Electronics
Pat Mastelotto Schlagzeug & Percussion
Colin Edwin Bass
Carmelo Pipitone Gitarre
Gastmusiker:
Serj Tankian Gesang (Black Blooms)

Bei der Buchstabenkombination O-R-K denkt man meist an die blutrünstigen Fieslinge aus den Romanen von Fantasy-Autor J.R.R. Tolkien. Seit 2015 gibt es aber auch immer mehr Menschen, die dabei sofort an O.R.k. denken und damit feinste progressive Rockmusik mit internationalem Anstrich verbinden. Denn hinter den drei Buchstaben mit der Interpunktion stecken wahrliche Könner ihres Faches, als da wäre KING CRIMSON-Drummer Pat Mastelotto, Ex-PORCUPINE TREE-Bassist Colin Edwin, der italienische Sänger und Komponist Lorenzo Esposito Fornasari und dessen Landsmann an der Gitarre Carmelo Pipitone. Das aktuelle – mittlerweile dritte – Album der Band ist unter dem Namen “Ramagehead“ erschienen. Entstanden sind die neun Songs nach der Tournee zum 2017er Werk, “Soul Of An Octopus“, und verarbeiten zu einem Teil diese Erlebnisse.

Dabei muss man erst noch einmal einen Schritt zurück gehen und sich vor Augen halten, was gemeinhin als Progressive Rockmusik verstanden wird. Denn dabei wird häufig das progressive als reine Fingerakrobatik verstanden, die aber aus einem musikalischen, klanglichen oder kompositorischen Gesichtspunkt keine wirkliche  Weiterentwicklung darstellen. Ein Beispiel dafür sind aus meiner Sicht DREAM THEATER, die zwar immer sehr komplexe und komplizierte Musik präsentieren, sich aber seit einigen Jahren darauf verlegt haben, nur noch Variationen ihres ureigenen Klanges anzubieten. Und so gut das auch jedes Mal ist, nimmt der Wow-Faktor beim Hörer jedoch immer mehr ab, weil er eben nicht mehr überrascht oder von der Musik gefordert wird.

Aber genau diesen Wow-Faktor haben O.R.k. zu bieten, denn ihre Musik ist so unglaublich vielschichtig und abwechslungsreich, dass es nahezu unmöglich ist, sie in einigen wenigen Durchläufen zu erfassen. Dabei erinnern sie mich an eine noch experimentellere Form der ebenfalls genialen GAZPACHO. “Ramagehead“ lädt den Hörer wieder ein, auf eine musikalische Entdeckungsreise zu gehen; sich in einem Klangkosmos wiederzufinden, der mal bezaubernd und dann wieder befremdlich erscheint. Insofern spiegelt die Musik das zugrunde liegende Thema des Albums wieder: die Verwirrung, die die Musiker beim Blick auf unsere moderne Welt befällt – eine Welt konfrontiert mit einem Informations-Overload, voller Unsicherheiten und Aussagen, die man als Post-Wahrheiten bezeichnen könnte, also Aussagen, die das Stadium der nachprüfbaren Wahrheit  bereits hinter sich gelassen haben. Wenn das Sujet schon etwas unheimlich klingt, dann drückt es sich auch genau so in der hier präsentierten Soundlandschaft aus, die überwiegend in düsteren Akkorden und Klangwänden sowie nur selten mal hellen „Klangfarben“ daherkommt. Dabei werden sehr viele Schichten aufeinander getürmt, so dass der Eindruck eines zerklüffteten Sound-Gebirges entsteht mit vielen Schattierungen, die es zu erforschen gilt.

Die durchdringende Intensivität der Scheibe kommt aber insbesondere durch die Leistung von Sänger Lorenzo Esposito Fornasari zustande, der sich hier nicht nur als Meister seines Faches zeigt, sondern eine fast schon beängstigende Menge an Emotionen transportiert. Dabei klingt er an zahlreichen Stellen wie eine Wiedergeburt von SOUNDGARDEN-Frontmann Chris Cornell, wenn er voller Leidenschaft in hohe, raue Gefilde entschwindet. Und wenn er dann noch wie bei Black Blooms einen weiteren Ausnahmekönner wie Serj Tankian (SYSTEM OF A DOWN) zur Seite gestellt bekommt, dann ist das schon ein wahrer Hochgenuss. Das ist wahrlich progressive Rockmusik, solche, die noch nach neuen Ideen, Strukturen und Klängen sucht und diese auch findet. Ein forderndes und sehr intensives Album, das aber dem Hörer auch viele neue und spannende Eindrücke zurückgibt.

 

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