Outlaws

Rockpalast

Live At Rockpalast 1981

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 06.02.2021
Jahr: 2020
Stil: Southern Rock
Spiellänge: 60:56
Produzent: Peter Rüchel

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Plattenfirma: MIG Music


Redakteur(e):

Nachgehakt

Ralf Frank

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Thin Lizzy

Lynyrd Skynyrd

Titel
01. Devil's Road
02. Hurry Sundown
03. Holiday
04. Long Gone
05. Angels Hide
 
06. Waterhole
07. There Goes Another Love Song
08. Green Grass And High Tides
09. Ghost Riders In The Sky
Musiker Instrument
Freddie Salem Guitar
Hughie Thomasson Guitar, Vocals
Billy Jones Guitar, Vocals
Rick Cua Bass
David Dix Drums

Der ROCKPALAST im WDR war und ist legendär für seine sogenannten „Rockpalast Nächte“ in der Grugahalle, Essen, aber daneben gab es natürlich auch immer die normalen Konzerte und ab 1981 die Festivals auf der Loreley. Nach dem Ende der „Nächte“ war das Festival 1981 sozusagen als Test angelegt. Auf dem Loreley Felsen fanden schon jahrelang Konzerte und Festivals (u. a. das Golden Summernight) statt, und der WDR wollte hier einen Ersatz für die „Nächte“ etablieren.
Für das Programm hatte sich der WDR nicht lumpen lassen sondern mit THIN LIZZY, THE OUTLAWS und 38 SPECIAL drei angesagte Hard und Southern Rock Kapellen gebucht. Inwiefern NINE BELOW ZERO als vierte Band des Tages in das Billing passen, wird allerdings Peter Rüchels Geheimnis bleiben.
Der zweite Tag des Festivals lief unter dem Motto „A Very Special Guitar Summernight“ und hatte mit Al Di Meola, John Mclaughlin und Paco De Lucia ein sagenhaftes Gitarrentrio zu bieten, das Warm Up gestaltete der Franzose Birelli Lagrene. Beide Tage sprachen natürlich ein komplett anderes Publikum an und auch das Tourplakat erweckt den Eindruck von zwei unabhängigen Veranstaltungen, quasi ein Split-Festival.

Das Billing für den Samstag war jedenfalls gut gewählt, die Bands kannten sich gut, die OUTLAWS und THIN LIZZY waren kurz zuvor zusammen auf US Tournee gewesen und mit 38 SPECIAL lief man sich in Florida sowieso häufig über den Weg. Im Publikum befanden sich auch jede Menge GIs, so dass sich die OUTLAWS, die zum ersten Mal in Europa auftraten, gleich heimisch fühlten.
Freddy Salem erinnert sich an die Anfahrt durch das malerische Rheintal mit seinen kleinen Städtchen und imposanten Burgen und wie beeindruckt sie alle waren. Der Gig auf der Loreley steht im internen Ranking in der langen Liste von Shows bei der Band jedenfalls ziemlich weit oben.

Für den etwa einstündigen Set konnte die Band aus dem Vollen schöpfen. Ein Jahr zuvor hatte man das bisher erfolgreichste Album in ihrer Karriere „Ghost Riders“ veröffentlicht und neben dem Titeltrack noch zwei weitere Kracher aus dem Album mit ins Programm genommen. Mit Devil‘s Road ging‘s auch gleich in die Vollen, gefolgt von einem „Hurry Sundown“ Doppelpack sowie Long Gone, einem der härtesten Songs der Band aus der Feder von Freddy Salem.
Im Prinzip folgt hier eine Gitarrenschlacht auf die andere und die Höhepunkte standen ja noch aus und zwar zwanzig Minuten Green Grass And High Tides, dem bisherigen Signaturesong der Band und fast neun Minuten (Ghost) Riders In The Sky, für Freunde der gepflegten Guitar Army Attacke der blanke Wahnsinn.

Insofern zeigt dieser Gig, der bislang nur als Bootleg auf DVD erhältlich war, die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, unfassbar, dass sie sich im folgenden Jahr auflösen sollten. Somit hätte diese offizielle Veröffentlichung eigentlich ein echtes Highlight in der Diskographie der Band werden können.
Leider hat man sich bei der Produktion wenig Mühe gegeben und so liegt das Qualitätsniveau kaum über den VHS Aufnahmen der damaligen TV Ausstrahlung und dem daraus resultierenden Bootleg. Insbesondere der reine Audiosound hätte dringend einer sorgfältigeren Bearbeitung bedurft, da der Bühnenmischer offensichtlich nicht ganz Herr der Lage und mit drei Gitarren überfordert war. Gerade bei den ersten beiden Songs klingt das Ganze ziemlich chaotisch, weswegen man diese bei der TV Ausstrahlung auch möglicherweise weggelassen hat. Hatte die Band möglicherweise keine Gelegenheit zum Soundcheck?
Auch die Covergestaltung ist suboptimal. Bei einer Guitar Army nur Freddy Salem auf dem Frontcover abzubilden wird der Band nicht gerecht, zumal Alan Bangs in der TV Ausstrahlung ein sehr viel passenderes Bandfoto von dem Gig präsentieren konnte.

Trotzdem ist „Live At Rockpalast“ ein wunderbares Zeitzeugnis und die alten VHS Aufnahmen halten ja auch nicht ewig, von den Playern mal ganz zu schweigen. Zumal die TV Ausstrahlung ja wie gesagt unvollständig ist.
Das Paket enthält sowohl die Audio-CD als auch die Video-DVD, letztere angeblich in Dolby Digital 2.0, aber ansonsten in dem steinzeitlichen 4:3 Format, auf heutigen modernen Breitwand TVs eher ein Ärgernis.

Apropos, fehlt nur noch der 38 SPECIAL Gig, um den Festival Tag zu komplettieren.

Redakteur: Ralf Frank

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Geil! Es mag vielleicht etwas am fehlenden Live-Erlebnis liegen, aber bereits der Start der DVD beschert mir einen Schauer über den Rücken! Hier handelt es sich um eines der beliebten CD/DVD-Packages, aber wenn man die Möglichkeit hat, gibt man sich die visuelle Version. Zumal der Sound der CD etwas dünn ist, was vermutlich der damaligen Zeit und der wohl nicht geplanten, späteren Veröffentlichung geschuldet ist.

Es liegt also nicht zuletzt an den Bildern, die mir diesen Schauer bescheren. Zahlreichen Southern Rock-Fans ist es am 29. August 1981 (lasst euch nicht vom Booklet irritieren, auf dem der 19. August angegeben ist) nicht anders ergangen, denn da bestritten die OUTLAWS – und um die geht’s hier schließlich – ihr allererstes Deutschlandkonzert (wer bin ich, um Alan Bangs Ansage in Zweifel zu ziehen?). Das noch dazu auf unserem schönsten Konzertfelsen, der Lorelei, und im Rahmen unser berühmtesten Konzertserie, dem Rockpalast. Geht's noch besser?

 

Gut, die Band hatte einige Umbesetzungen hinter sich und der klassische Southern Rock war Ende der 1970er Jahre ein bisschen auf dem absteigenden Ast, wurde aber von Bands wie MOLLY HATCHET wohltuend Richtung Hard Rock gedrängt, was Anfang der 80er angesagter war. Auch die OUTLAWS hatten sich mit dem 1980er Album (und nicht zuletzt dem Titelsong) “Ghost Riders“ etwas gefangen und im Rahmen der zugehörigen Tour konnten sie die ROCKPALAST-Macher auf die Lorelei locken.

Immerhin noch mit Gründungsmitglied Hughie Thomasson an der Gitarre, Drummer Dix war auch auch schon beim Start dabei und Billy Jones zu diesem Zeitpunkt auch lang gedienter Gitarrist. Freddie Salem, an der dritten Gitarre und Bassist Rick Cua laufen so als Teilzeitbeteiligte mit, haben aber immerhin besagtes Hit-Album mit eingespielt.

 

Zurück zum Konzert: Der Blick über die Köpfe der Besucher auf die legendäre Bühne sorgt für die perfekte Einstimmung. Die anfänglichen Soundprobleme und der etwas übermotivierte Lead-Gesang von Freddie Salem bei Devil's Road gerät jedes Mal in Vergessenheit, wenn die Harmonie-Gitarren erklingen. Dann geht hier die Sonne auf!

Hughie Thomasson übernimmt den Lead-Gesang für den Band-Klassiker Hurry Sundown und man spürt und hört, wie die Band hier in vertrauten Gewässern schippert. Vom mehrstimmigen Gesang bist zu den ineinander verzahnten Gitarren wird hier echtes Southern-Feeling verströmt.

 

So auch beim folgenden Holiday, welches mich zu Beginn nicht wenig an WISHBONE ASH erinnert. Aber sehr schnell ist man im Southern-Groove. Billy Jones, nun am Mikro, dirigiert die Nummer noch etwas mehr Richtung Country und auch hier liefert man sich wieder traumwandlerisch sichere Gitarren-Duelle. Der Sound ist mittlerweile auch deutlich besser und die Bildqualität für die damalige Zeit absolut in Ordnung. Dazu die gewohnt unaufgeregt Kameraführung der ROCKPALAST-Crew – macht Spaß!

 

Mit Long Gone, vom nicht so überzeugenden “In The Eye Of The Storm“-Album wird’s deutlich hard-rockiger, was dem Publikum aber durchaus gefallen hat und für die Spätnachmittagszeit ganz schön für Stimmung gesorgt hat. Immerhin stand anschließend noch THIN LIZZY auf dem Programm. Da musste man schon ein bisschen powern. Da dieses Festival damals als “Test“ für solche Veranstaltungen lief, wurde übrigens nicht live gesendet. Umso schöner, dass man nun in den Genuss kommt. Thomasson demonstriert bei Angels Hide, warum LYNYRD SKYNYRD ein paar Jahre durchaus froh waren, seine Dienste in Anspruch nehmen zu können. Der Song klingt auch ein bisschen wie die Kollegen von DOC HOLIDAY. Zu der Zeit nicht das Schlechteste in dem Bereich.

 

Drummer David Dix treibt sie dann anschließend direkt in das rasante Instrumental Waterhole vom Debütalbum. Da geht wahrlich die Post ab! Vor allem Thomasson und Jones lassen hier die Funken fliegen. Den Reaktionen im Publikum nach, sind einige mit There Goes Another Love Song vertraut, welches auf dem Fuß folgt. Erneut erstklassiger Harmonie-Gesang und natürlich wundervolle Gitarrenparts, mit einem feurigen Solo-Teil! Mit Ansagen hält man sich nicht allzu lange auf (wahrscheinlich nahm man an, die verstehen eh kein Englisch) und lässt den Hit Green Grass And High Tides folgen. Waren die Songs bis dahin für Southern-Verhältnisse relativ kurz, wird nun aus dem Vollen geschöpft und der Song steigert sich in eine 20-minütige Gitarren-Orgie. Sehr eindrucksvoll, wie dynamisch die Band den Song zelebriert.Das sorgt richtig für Begeisterung im Publikum, wenn sich die Bandmitglieder gegenseitig pushen. Und natürlich darf das – zumidnest zu dieser Zeit noch beliebte – Schlagzeug-Solo nicht fehlen. Aber wer für Soli nichts übrig hat, ist hier eh fehl am Platze.

 

Zum Finale/Zugabe darf, kann nichts anderes kommen, als der Song, der mittlerweile das Aushängeschild der Band ist: Ghost Riders In The Sky. Eine weitere Gänsehaut gefällig? Bitteschön: Hughie liefert das Stakkato-Intro zu dem Evergreen, die Band steigt ein und das kollektive Happening nimmt seinen Lauf. “Yippieh-Ey-Hey, Yippieh-Ey-Ho!“

Wer damals vor Ort war, hat sicher – auch wegen der anderen Bands – eine Sternstunde erlebt und dürfte sich über diese CD/DVD noch mehr freuen, als die, die sich mit der Konserve begnügen müssen. Und dabei schon richtig gut bedient sind.

 

Der THIN LIZZY-Auftritt von diesem Tag ist ebenfalls als DVD erhältlich. Mal sehen, ob die restlichen Konzerte des Tages auch noch auftauchen. Lust darauf hätte ich.

 

Redakteur: Epi Schmidt

 

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