Ozzy Osbourne

Blizzard Of Ozz - Legacy Edition


CD-Review

Reviewdatum: 27.06.2011
Jahr: 2011
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ozzy Osbourne
Blizzard Of Ozz - Legacy Edition, Sony Music, 2011 (1980)
Ozzy OsbourneLead Vocals, Harmony Vocals
Randy RhoadsAll Guitars
Bob DaisleyBass Guitar, Harmony Vocals & Gongs
Lee KerslakeDrums, Percussion, Tubular Bells, Timpanie Drums
Produziert von: Osbourne, Daisley, Kerslake, Rhoads (Original Album) Länge: 50 Min 48 Sek Medium: CD
01. I Don't Know08. Revelation (Mother Earth)
02. Crazy Train09. Steal Away (The Night)
03. Goodbye To RomanceBonus Tracks:
04. Dee10. You Looking At Me, Looking At You (Non-LP B-Side)
05. Suicide Solution11. Goodbye To Romance (2010 Guitar & Vocal Mix)
06. Mr. Crowley12. RR
07. No Bone Movies

Ich sag's ja immer: 1980 war ein verdammt gutes Jahr für die Rockmusik. Nahezu alle großen Bands haben hier gute bis sehr gute Alben veröffentlich. JUDAS PRIEST, SAXON, MAIDEN, BLACK SABBATH … um nur ein paar zu nennen. Letztere mit dem fantastischen Ronnie James Dio - vorher bei RAINBOW - als neuen Sänger.
Der Ex-BLACK SABBATH Sänger Ozzy Osbourne scharte seinerseits neue Mitstreiter um sich und für sein Debütalbum standen keine Geringeren als Bassist Bob Daisley (RAINBOW), Drummer Lee Kerslake (URIAH HEEP) und Gitarrist Randy Rhoads (vormals QUIET RIOT) im Studio. Diese Band definierte den Ozzy-Sound.
Natürlich ist "Blizzard Of Ozz" ein Hard und Heavy Klassiker, den Jeder bereits in verschiedensten Formen - Vinylalbum, Audiokassette, CD-Erstveröffentlichung ... - im Regal stehen hat und die Songs sind unweigerlich in den Genen abgespeichert.

Manches klingt natürlich aus heutiger Sicht leicht "altbacken", aber wenn man sich erst wieder reingehört hat, macht die Scheibe doch fast durchgängig Spaß. Diese Wiederauflage bringt noch drei Bonustracks, die aber nur bedingt Kaufanreiz sind. Das besorgen die Originaltracks.
Mit I Don't Know geht es gleich stürmisch los. Daisleys Basslauf erinnert an THE WHO und schon übernimmt Randy Rhoads das Regiment und rollt seinem Chef einen gar herrlich rockenden Teppich aus, über Ozzy nach Herzenslust toben kann und sich im Mittelteil auch mal ein Verschnaufpäuschen darauf leisten kann. Macht zweifellos Spaß, zu hören, wie Rhoads hier schon zeigt, welch Ausnahmegitarrist er war. Damals konnte dem vielleicht noch Eddie Van Halen Paroli bieten, aber danach kam erst einmal nichts.
Gleich als zweites folgt Crazy Train. Ein Geniestreich, mit dem man sowohl die Headbanger ansprach, als auch eine radiotaugliche Nummer lieferte. Der Song rockt ordentlich und trotzdem bringt Rhoads eine gewisse kalifornische Leichtigkeit ein, die einen mitsamt dem "verrückten Zug" abheben lässt. Dazu knallt er so eben mal ein grandioses Solo, voller verrückter Ideen, dazwischen.
Mit Goodbye Romance folgt der dritte tolle Song hintereinander. Keiner reflektiert schöner über sein irres Leben als Ozzy himself. Und das geht halt am besten in so einer süßlichen Ballade, die geradezu ein Feuerzeug-Meer heraufbeschwört. Oder macht man das heute nicht mehr?
Hier, wie beim folgenden Instrumental Dee, zeigt Randy Rhoads, dass er auch auf der Akustischen zu brillieren weiß.

Mehr Dampf kommt von Suicide Solution. Die Geschichte über versteckte Botschaften in dem Song, die zum Selbstmord eines Teenagers geführt haben sollen erspar ich mir und euch. Tatsache ist, dass die Nummer geil rockt und ein kerniger Rockklassiker ist.
Die schweren Orgelakkorde künden Gewaltiges an und wenn Ozzy mit Mr. Crowley die Band in den Song führt, können sich einem leicht die Nackenhaare aufstellen. Natürlich ist hier der Okkultist Aleister Crowley gemeint und Ozzy kostet sein Image vom Teufelsbesessen hier voll aus. Den genialen Soundtrack dazu liefert ihm seine Band, die sowohl leicht überdreht als auch sehr rockig-schiebend agiert. Ein absoluter toller Song.
Der erste schwächere Song folgt mit No Bone Movies, welches etwas banal daher kommt, aber immer noch ein passabler Stampfer ist.
Das melancholische Revelation (Mother Earth) zeigt wieder den lyrischen Ozzy und liefert eine Blaupause für etliche Balladen ähnlichen Stils die über die Jahre folgen sollten. Auch hier spielt die Band sehr dynamisch und natürlich sind es wieder Randy Rhoads', teils schräge, Gitarrentöne, die den Song gegen Ende nochmals in ungeahnte Höhen transportieren.
Mit Steal Away rockt das Album heftigst auf das Ende zu.
Welches hier noch etwas hinausgezögert wird. You Looking At Me, Looking At You war die Single B-Seite von Crazy Train kein allzu großer Wurf, aber rockt in ähnlichem Stil und - auch wenn ich mich wiederhole - Rhoads' Gitarre ist allein des Hörens wert. Wer Randy pur will, der darf sich an dem "Outtake Guitar Solo" RR ergötzen. Da hängt der Hammer!
Dazwischen - für die Romantiker - noch eine Version von Goodbye To Romance, nur mit Gesang und Gitarre.
Wie gesagt: Ein Klassiker, den man haben muss. Punkt.

Epi Schmidt, 25.06.2011

 

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