Ozzy Osbourne

Diary Of A Madman - Legacy Edition


CD-Review

Reviewdatum: 12.07.2011
Jahr: 2011
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ozzy Osbourne
Diary Of A Madman - Legacy Edition, Sony Music, 2011 (1981)
Ozzy OsbourneVocals
Randy RhoadsGuitars
Rudy SarzoBass
Tommy AldridgeDrums
Produziert von: Max Norman, Ozzy Osbourne & Randy Rhoads (Original Album) Länge: 104 Min 55 Sek Medium: CD
Disc 1 - "Diary Of A Madman":
01. Over The Mountain05. Little Dolls
02. Flying High Again06. Tonight
03. You Can't Kill Rock And Roll07. S.A.T.O.
04. Believer08. Diary Of A Madman
Disc 2 - Ozzy Live:
01. I Don't Know07. Steal Away (The Night)
02. Crazy Train08. Suicide Solution
03. Believer09. Iron Man
04. Mr. Crowley10. Children Of The Grave
05. Flying High Again11. Paranoid
06. Revelation (Mother Earth)

Unlängst hab ich mich erst mit der remasterten Ausgabe von Ozzys Debütalbum beschäftigt und bin natürlich gespannt, wie sich der Nachfolger aus heutiger Sicht macht. Zunächst einmal ist die Aufmachung natürlich schon deutlich ansprechender: Digipack zum mehrfachen Aufklappen und neben der remasterten Ausgabe gibt’s noch einen Live-Mitschnitt der "Blizzard Of Ozz" Tour. Das Booklet hätte etwas an Hintergrundinfos liefern können, aber Texte und Bilder sind ja auch ganz nett.
So weit also sehr schön. Wie es sich für Exzentriker gehört, wurden bereits die ersten Bandmitglieder ausgetauscht und so bedienten Bass und Schlagzeug fortan Rudy Sarzo und Tommy Aldridge - schon damals die Allzweckwaffen, wenn es um die Rhythmusabteilung ging. Daisley und Kirslake hatten zwar sämtliche Songs noch mitgeschrieben, aber zur Ausführung kam es dann nicht mehr und Jahre später sollte sich das in Form von LIVING LOUD nochmals niederschlagen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wie gesagt, waren Sarzo und Aldridge von jeher wunderbare Zweitverwerter und mit Randy Rhoads stand ja immer noch ein Gitarrist von besonderen Gnaden neben "Uns Ozzy".
Das Songmaterial hatte indes nicht mehr ganz die Güte des Debüts, aber zweifellos ist "Diary Of A Madman" immer noch ein Hard'n'Heavy Klassiker. Ein typischer Trommellauf Aldridges eröffnet Over The Mountain und sobald Ozzys Sirene einsetzt, weiß man, dass man hier richtig ist. Also Kopf und Haare nach unten und ordentlich die Birne kreisen lassen. Die kernigen, stakkatoartigen Riffs von Rhoads sorgen für den nötigen Drive und zwischendurch gibt’s natürlich wieder die Ozzy-typische - leicht softe - Bridge.
Und schon folgt ein erstes Solo-Schmankerl von Randy Rhoads. Irgendwo zwischen Blackmore und Eddie beheimatet.
Das legt also bereits prächtig los und auch Flying High Again hebt ganz gut ab, wenn auch der Killer-Touch fehlt.
Die melancholisch Ader Ozzys bricht sich You Can't Kill Rock And Roll bahn, bevor wieder Rhoads Heft und Gitarre in die Hand nimmt und das Ding in die Spur bringt. Pendelt dann etwas zwischen Soft und Hard und kommt eigentlich ganz dynamisch. Auch wenn der Text etwas banal ist.

Believer ist auch nicht die Ausgeburt der Innovation, aber trotzdem schafft es die Band, das ganz ansprechend zu gestalten. Muss man laut hören!
Little Dolls - na, wenn so etwas dem Herrn Osbourne in die Hände fällt... Der Song genügt zum sinnfreien Mit-Bangen, aber in den Kopf rein, will er nicht so recht. Natürlich ist jederzeit die Gitarrenarbeit von Rhoads des Hörens wert und auch 30 Jahre später beeindruckt der viel zu früh Verstorbene mit seinen Saitenkünsten.
Als Ohrwurm fungiert die Midtempo-Ballade Tonight. Nix für die Schwermetaller, aber nahezu kuschelrockverdächtig.
Der Tatsache, dass sowohl Ozzy als auch seine Frau Sharon damals "nebenbei" noch Partner hatten, ist der Titel S.A.T.O. geschuldet: Sharon, Adrian, Thelma, Ozzy (nix Sailing Across The Ocean!). Trotzdem - oder gerade deswegen - rockt die Nummer ziemlich geil und alle Beteiligten lassen hier mal hier Klasse fast gleichberechtigt heraus.
Der leicht vertrackte Titelsong beschließ das Album kongenial. Das geht alles nicht so leicht ins Ohr wie beim Vorläufer, aber das Album ist es wert mehrfach und intensiv gehört zu werden.

Erst recht in dieser Ausführung, mit dem zusätzlichen Live-Stoff. "Are you ready to Rock'n'Roll?" ruft Ozzy und schon wird in bestem Sound losgeknüppelt. I Don't Know ist da natürlich der richtige Einheizer und man kann die Menge förmlich hüpfen sehen und spüren. Glorreiche Metal-Zeiten!
Mit Crazy Trainy ist der Käse bereits gegessen und es kann nix mehr schief gehen. "Let's go f*** crazy!" braucht da gar nicht mehr gerufen zu werden. Der Song ist einfach die perfekte Mischung zwischen Powerrock und Ohrwurm.
Auch die neuen Songs kommen live deutlich dreckiger, weniger poliert und mit mehr Dampf. Das kommt u. a. Believer sehr zugute.
So rockt und rollt sich das Quartett durch den Großteil der ersten beiden Alben und die unvermeidlichen BLACK SABBATH-Stücke dürfen, gegen Ende, auch nicht fehlen.
Auch hier zeigt sich, welches Potenzial in manchen Songs steckt, wenn der richtige Six-Stringer sich deren annimmt. Fast ein wenig Wehmut kommt auf, wenn man bedenkt, dass Randy Rhoads' Tage da bereits gezählt waren.
In Hochform war er hier zweifelsohne und auch Ozzy und der Rest waren wohl selten besser als bei diesen live aufgenommenen Songs, die eine tolle Ergänzung zu diesem Re-Issue sind und es so richtig aufwerten. Da könnte die Erwerbsentscheidung leicht fallen und deshalb:
Let's go f*** crazy, ha ha ha ha!!!

Epi Schmidt, 09.07.2011

 

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