Ozzy Osbourne

Prince Of Darkness

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.05.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ozzy Osbourne
Prince Of Darkness, BMG/Sony, 2005
CD 1:
1. I Don't Know (Live)8. You Can't Kill Rock And Roll
2. Mr. Crowley9. Diary Of A Madman
3. Crazy Train10. Bark At The Moon (Live)
4. Goodbye To Romance (Live)11. Spiders
5. Suicide Solution (Live)12. Rock 'n' Roll Rebel
6. Over The Mountain13. You're No Different
7. Flying High Again (Live)
CD 2:
1. Ultimate Sin (Live)9. No More Tears
2. Never Know Why (Live)10. Won't Be Coming Home (S.I.N.) (Demo)
3. Thank God For The Bomb (Live)11. Perry Mason (Live)
4. Crazy Babies12. See You On The Other Side (Demo)
5. Breakin' All The Rules13. Walk On Water (Demo)
6. I Don't Want To Change The World (Demo)14. Gets Me Through (Live)
7. Mama, I'm Coming Home (Demo)15. Bang Bang (You're Dead)
8. Desire (Demo)16.
CD 3:
1. Iron Man8. Psycho Man
2. N.I.B.9. For Heaven's Sake 2000
3. Purple Haze10. I Ain't No Nice Guy
4. Pictures Of Matchstick Men11. Therapy
5. Shake Your Head (Let's Go To Bed)12. Stayin' Alive
6. Born To Be Wild13. Dog, The Bounty Hunter
7. Nowhere To Run (Vapor Trail)
CD 4:
1. 21st Century Schizoid Man6. For What It's Worth
2. Mississippi Queen7. Sympathy For The Devil
3. All The Young Dudes8. Working Class Hero
4. In My Life9. Good Times
5. Fire10. Changes
Länge: 250 Min 08 Sek Medium: 4 CD-Box

Einen besseren Titel für diese Box hätte man kaum finden können, denn das ist er nun mal: Der "Prince Of Darkness" - Ozzy Osbourne.
Er hat sicherlich in den letzten Jahren viel Kredit aufgebraucht, ob durch die TV-Show "The Osbournes", die Medienwirksamkeit seiner Kids oder seine eigenen, nennen wir es mal "Kapriolen".
Geht man aber mal ein paar Jahre weiter zurück, kommt einem in Erinnerung, was für ein Hochkaräter da am Werke war und, wenn er richtig will, noch ist.
Der Mann hatte ja schon Rockgeschichte geschrieben, als er sich an seine Solo-Karriere machte und eben jener zweite Bildungsweg schlägt doch nahezu alles was vergleichbar wäre. Weder ein Ian Gillan noch ein Robert Plant oder ein David Coverdale haben im Alleingang so überzeugt wie der Madman Ozzy. Klar waren da auch entsprechende Mitstreiter dabei, aber die hatten die anderen ja auch und haben's trotzdem nicht so weit gebracht.

Ein Gitarrist wie Randy Rhoads ist natürlich eine Bank. Ein Talent, das Eddie Van Halen in nichts nachsteht und Sound-, Stil- und Ideenmäßig viel in Ozzy's Musik eingebracht. Ein Genie vor dem Herrn, zweifellos. Da zitieren wir doch gerne wieder mal die Herren Rudolf und Schäfer aus ihrem Standartwerk "Lexikon der Rockgitarristen" (Lexikon Imprint Verlag, 1999): "Ein angestrengtes Lächeln umspielte sein Antlitz immer dann, wenn sich seine forschen Solo-Flüge in eine geschmackvolle Schräglage neigten, wenn er schaurige Dissonanzen am soliden Bass-Fundament zerspellen lassen konnte. Es gab immer einen Weg: eine hoffnungslos überdehnte H-Saite, ein kakophones Flageolett-Kreischen, einen Halbton aus der Harmonie verschobene Fingersätze und, wenn gar nichts mehr half, auch schon mal eine aufjaulende Tremolage." Ja, so war er, der Randy Rhoads.
Leider viel zu früh, am 19. März 1982, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Trotz dieses Sterns dürfen andere erstklassige Musiker nicht unerwähnt bleiben. Leute wie Bob Daisley, Don Airey, Rudy Sarzo, Tommy Aldridge, Jake "E" Lee, Randy Castillo, und, und, und..., die an Klassikern wie "Blizzard Of Oz" (1981), "Bark At The Moon" (1983), "Ultimate Sin" (1986) oder "No Rest For The Wicked" (1988) beteiligt waren.
Auf letzterem trat ja dann auch Mr. Zakk Wylde ins Rampenlicht und wurde Ozzy's neuer kongenialer Partner. Der war vielleicht nicht von solcher gitarristischer Genialität geküsst wie Randy Rhoads, aber an Verrücktheit übertraf er jenen sicherlich. Und mehr Bier hat er auch auf der Bühne verschüttet...

Wie auch immer: Zwei CDs lang werden einem auf "Prince Of Darkness" Hits und Klassiker um die Ohren gehauen. Teilweise im Live-Gewand und ausnahmslos in hervorragendem Sound. Mr. Crowley, läuft einem da nicht vor Ehrfurcht ein Schauer über den Rücken? Übrigens scheint mir, als wenn sich EUROPE hier ganz schön für das Solo von Final Countdown inspirieren ließen.
Crazy Train - was für ein Killer-Track, mit einem der geilsten Riffs im Metal-Bereich.
Also, in solch einem "Straight-into-the-Schnauze"-Sound hab ich diese Aufnahmen noch nicht gehört. Da hat einer gute Arbeit verrichtet!
Suicide Solution schleppt das gleiche unrühmliche Erbe wie JUDAS PRIEST's Better By You, Better Than Me mit sich, nämlich dass sich ein paar Jugendliche dadurch zum Suizid verleitet sahen. Das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber wenn ein paar Kerle, denen man motorisierte Fahrzeuge anvertraut und die kurz vor oder im Berufsleben stehen, nicht zum selbständigen Denken erzogen hat, muss man vor anderen Haustüren kehren.

Live war Ozzy immer von besonderer Klasse und die Ansage zu Flying High macht ebenso viel Spaß wie sein gewohntes "Let's go crazy!"
Hin und wieder gibt's auch mal poppigere Töne, wie bei You Can't Kill Rock'n'Roll, aber ein Randy Rhoads Killer-Solo verhindert hier Schlimmeres. (Kann mir mal jemand verraten, warum, wenn der Begriff Rock'n'Roll im Titel vorkommt, die Rocker immer eher ruhiger Songs verbraten? Siehe etwa KISS und God Gave Rock'n'Roll To You. Ich weiß, nicht von denen geschrieben, aber trotzdem.)
Faszinierend wie Mr. Rhoads die Spinnen in Spiders mittels seiner Gitarre materialisiert oder auch sein kurzes Akustikgitarren-Instrumental, welches als 14. Track die erste CD abschließt.

CD 2 knallt nicht weniger mitreißend. Besonders gefallen mir hier die Demo-Versionen von I Don't Want To Change The World, Mama, I'm Coming Home und No More Tears. Das sind keine scheppernden Proberaummitschnitte, sondern ausgewachsene Monster, denen hier und da etwas vom späteren Brimborium fehlt und die gerade dadurch noch gnadenloser eine Scheibe nach der anderen der Schädeldecke des Zuhörers abtragen. Allein der Gitarrensound von Zakk Wylde hat die Schärfe einer Rasierklinge und die Gewalt eines Dampfhammers.
Wer könnte den Aufforderungen von Ozzy widerstehen, wenn er sein "Louder!!!" ins Publikum schreit, wie bei der Live-Fassung von Perry Mason, und die Band legt entsprechend angestachelt nach.
Ja, auch ein Saxofon ertönt mal bei Ozzy. Zu hören in See You On The Other Side, hier ebenfalls als "Demo" vorhanden und genauso wie Walk On Water und Bang Bang bisher unveröffentlicht. Hach ja, Metal hin und her, der abschließenden Hit-Ballade Dreamer (Album "Down To Earth", 2001) kann man sich doch nicht entziehen...

Auf dem dritten Silberling, betitelt "Oddities and Duets", befindet sich eine Auswahl der tollsten Kollaborationen mit anderen Künstlern. So gehen THERAPY beim Iron Man zwischenzeitlich mal kurz auf den Kickdown und verpassen dem SABBATH-Klassiker ein tightes Metal-Kostüm. Auch N.I.B. (zusammen mit PRIMUS) bekommt einen modernen Anstrich, der ob des eigenartigen Intros zunächst irritiert, aber dann doch gut kommt.
Klasse, wie STATUS QUO's Pictures Of Matchstick Men (mit TYPE O NEGATIVE) einen schleppenden, zentnerschweren Nu-Metal Groove verpasst bekommt. Gewöhnungsbedürftig sind natürlich solche Geschichten wie Shake Your Head mit WAS NOT WAS, welches in die Kategorie Electronic-Pop gehört oder Nowhere To Run mit diversen Rappern, das so eine Art Industrial-Rap ist.
Genial-komisch wiederum die Version von Born To Be Wild, zusammen mit Miss Piggy!
Selbstverständlich ist auch das Duett mit Lemmy, I Ain't No Nice Guy enthalten, welches ja damals beide auf ihren aktuellen Alben veröffentlichten.
Die Art, wie Ozzy zusammen mit Dweezil Zappa Stayin' Alive von den BEE GEES verrockt, dürfte Fans von Michael Jackson, zumindest aus der "Thriller"-Zeit, ebenso wie etwas aufgeschlosseneren Metalheads gefallen.

Kommen wir zur vierten CD, die quasi den Bonus dieser Box darstellt.
Eine CD mit Coverversionen von Lieblingssongs aufzunehmen, ist nicht gerade eine neue Idee und liegt sogar mehr oder weniger im Trend. RUSH haben das vor einigen Monaten gemacht und aktuell haben STYX ein ähnliches Projekt veröffentlicht.
Als die Sache mit dem Box-Set aufkam, war es Ozzy's Wille etwas Besonderes für seine Fans aufzunehmen und wenn man irgendwas über ihn sagen kann, dann, dass er immer ein besonderes Verhältnis zu seinen Anhängern hatte.
Zu solchen Coverversionen hat sicherlich jeder seine eigene Einstellung, aber Klassiker wie KING CRIMSON's 21th Century Schizoid Man oder, ganz besonders, Mississippi Queen von MOUNTAIN, machen schon Spaß. Da ist eine gehörige Portion mehr Schub als im Original vorhanden und der Sound kommt richtig heavy.
Spieltechnisch gibt's hier natürlich nichts auszusetzen, Ozzy's Gesang muss man halt mögen. Dann klingen auch Songs wie MOTT THE HOOPLE's All The Young Dudes prima in den Ohren. Klar sind die Lieder nicht sonderlich innovativ und nahe am Original-Arrangement gehalten. Was sie ausmacht, ist der modernere Klang und der aggressivere Sound, vor allem der Gitarren.
In My Life von den BEATLES/John Lennon ist mir allerdings dann doch etwas zu sehr dahergeleiert. Da ziehe ich doch Johnny Cash's Version auf "The Man Comes Arround" vor.
Richtig geil ist dafür Fire. Nicht Springsteen's erotische Schlafwagennummer, sondern die von THE CRAZY WORLD OF ARTHUR BROWN. Remember: "I am the god of hellfire and I bring you... FIRE!"? Ja, und dann zündet die Band richtig los. Könnte ein neuer Klassiker in Rock-Diskotheken werden.
Die Bearbeitung von BUFFALO SPRINGFIELD's For What It's Worth ist wieder etwas gewöhnungsbedürftiger und kommt doch im Country-Rock-Folk-Gewand der Vorlage besser. Interessant ist es in dieser leicht spacigen Heavy-Version aber allemal.
Auch Sympathy For The Devil hat sich im Original schon dermaßen in die Gehörgänge gefräst, dass eine Coverversion immer Schwierigkeiten hat. So auch hier, obwohl sich Ozzy bemüht und das Gitarrensolo sicherlich technisch gut ist - die satanische Gewalt und Atmosphäre bekommt man nicht hin.
John Lennon hat es ihm wohl besonders angetan und dessen Working Class Hero bleibt zwar hinter der verletzlichen Intensität des Originals zurück, aber auch Ozzy's Aufnahme bleibt ein toller Song und sein Vorhandensein hier erfreut doch sehr.
Ein gewisses Schmunzeln lässt sich nicht unterdrücken, wenn das Intro zu Eric Burdon's Good Times ertönt. In gewisser Weise sind die beiden ob ihrer Eskapaden auch "Soulmates". In dieser Fassung gefällt mir der Titel sogar besser als die doch sehr 60's-mäßige bekannte Vorlage. Liegt halt auch sehr am zeitgemäßen Sound.
Das Duett mit seiner Tochter Kelly im SABBATH-Klassiker Changes kennt man ja und hätte wegen mir nicht hier mit drauf gebraucht. Naja, lassen wir's halt gelten.

Die vierte CD ist aber tatsächlich nur als Bonus zu verstehen und alleine deswegen braucht sich niemand die Box zu kaufen, denn, Obacht: Diese CD wird auch als Einzel-CD erscheinen! Mit zusätzlichen Tracks. Eingespielt wurde nämlich dafür u.a. John Lennon's (ja, der schon wieder) Woman .
Es ist die Gesamtheit dieser Box. Die Songs, der Sound, die Verpackung als "Gothic Digi Book Collectable" und das 60-seitige Booklet mit umfassenden Liner Notes und raren Fotos, die "Prince Of Darkness" wohl jetzt schon zu der Metal-Box des Jahres machen.
Und jetzt: LET'S GO FUCKIN' CRAZEEEEEE!

Epi Schmidt, 13.05.2005

 

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