Palindrome

Bundle These Last Scattered Synapses

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.01.2013
Jahr: 2012
Stil: Prog Rock, Math Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Palindrome
Bundle These Last Scattered Synapses, Edelbrand Records, 2012
RosaGesang
MarioKeyboards
JürgenBass
MichelGitarre
PaulSchlagzeug
Preyssl & GrueniBlasinstrumente
Produziert von: Mario Nentwich Länge: 24 Min 48 Sek Medium: CD
01. Toy Of Fate04. Nothing To Lose
02. Superior05. Sevenmember
03. Personal Equation

Palindrome sind Wörter und Sätze, die vor- und rückwärts gelesen einen Sinn ergeben. Beispiele dafür sind etwa: Anna, Otto, und etwas komplexer: Reittier oder Reliefpfeiler und als kompletter Satz: Die Liebe geht, hege Beileid. PALINDROME sind hingegen eine Band aus der österreichischen Hauptstadt Wien, die sich der Erforschung komplexer Musikkunst, auch bekannt als Prog-Rock oder Math-Rock, gewidmet haben. Soundtechnisch darf man sich das Ganze dann vorstellen wie eine Mischung aus PRIMUS, den frühen SIEGES EVEN und WATCHTOWER.

“Bundle These Last Scattered Synapses“ ist der Titel und die Aufgabe der jüngsten EP dieser doch recht außergewöhnlichen Band. Denn die Musik von PALINDROME stellt schon eine Herausforderung an das Einfühlungsvermögen, Musikverständnis und die „letzten, verstreuten Synapsen“ des Gehirns dar. Ich werde nicht behaupten, dass diese Musik rückwärts abgespielt genau so viel oder gar denselben Sinn ergibt wie vorwärts (das backwards masking ist sehr kompliziert bei CD-Playern), aber die Stücke sind sehr komplex, manchmal verwirrend aber immer packend und irgendwie faszinierend.

Ihre Musik hat eine ungestüme Wildheit - fast möchte man sagen Gnadenlosigkeit -, dass es einem fast schon angst und bange werden kann. In die knapp 25 Minuten dieser EP packen die Österreicher mehr ungezügelte Leidenschaft als andere Bands in ihr jeweiliges Lebenswerk. Immer frei nach dem Motto: "It's better to burn out than to fade away" muss man fast um die Lebenserwartung der Musiker fürchten. Dabei können sich einige Songs schon in die Gehörwindungen fräsen, wie etwa Toy Of Fate, Personal Equation, das fast schon PRIMUS-artige Nothing To Lose oder das abschließende Sevenmember. Zudem profitiert die Musik der Band davon, wenn sie Bläser in ihren Sound integrieren und ihn dadurch sogar noch mehr erweitern.

Sicher für einige Hörer wird das Gebotene einfach zu viel sein. Zu viel Leidenschaft. Zu viel Wechsel. Zu viel Chaos. Zu viele Eindrücke. Zu viele Informationen. Zu viele Noten. Wer sich damit ohnehin schwer tut und es lieber ruhig mag, der sollte diese CD besser gar nicht erst in die Hand nehmen. Das hier ist nur etwas für die "Harten im Garten" und selbst die werden sicher hier so ihre Schwierigkeiten bekommen. Denn ein paar Durchgänge braucht es definitiv, um die Synapsen auf diese Kakophonie, auf dieses Dauerfeuer einzuschwören und auch dann geben PALINDROME keine Hintergrundmusik für eine intellektuelle Diskussionsrunde ab. Volle Aufmerksamkeit oder gar keine. An diesen Polen (und eben nicht dazwischen) spielt sich das Geschehen ab. Und ich bin froh, ihnen diese Zeit geschenkt zu haben.

Marc Langels, 03.01.2013

 

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