Parzival

Die Kulturnacht

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.02.2013
Jahr: 2013
Stil: Dark Cinematic Bombast

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Parzival
Die Kulturnacht, Euphomious/VME, 2013
Dimitrij BablevskijVocals, Programming & Keyboards
Tim MogensenBass, Guitar & Keyboards
Oleg NaumovDrums & Percussion
Miacheal HedelainPercussion & Keyboards
Prague Symphonic Orchestra
Produziert von: Parzival Länge: 52 Min 33 Sek Medium: CD
01. Panta Rei07. Cursus Polaris
02. Kolowrath08. Die okkultische Matrosen
03. Ex Borea09. Eisenbrot
04. Kali-Yuga10. Zavarakatranemija
05. Das Gold der Partei11. Der schwarze Vatikan
06. Die Kulturnacht

Ein wahrhaft schwerer Brocken ist das, was PARZIVAL mit “Die Kulturnacht“ abliefert. Das Projekt rund um den nach Dänemark ausgewanderten Russen Dimitrij Bablevskij und seine Mitstreiter setzt auf düsteren Bombast, gegen den die Werke von Wagner, Strawinsky und Mussorgsky geradezu leichtfüßig tänzerisch wirken. Quasi der doppelte Espresso der Neoklassik. Umschrieben wird das ganze ebenso lautmalerisch wie zutreffend als “Dark Cinematic Bombast“ – die Musik hier wäre trefflich geeignet, einen finsteren Stummfilm zu untermalen.

Der Titel des Albums setzt beim Hörer durchaus krude Gedanken frei, die die zähflüssige musikalische Lava um das tiefe, ziemlich martialisch wirkende Organ von Bablevskij nicht zu zerstreuen weiß. Aber es geht textlich offensichtlich um den von 1856 bis 1920 lebenden Inder Bal Gangadhar Tilak und sein Buch "The Artic Home In The Vedas", das von einem früheren arktischen Weltreich handelt. Da sich Bal Gangadhar Tilak zeit seines Lebens für die Unabhängigkeit seines Landes vom Kolonialismus eingesetzt hat, muss man wohl keine Blut und Boden Lyrik befürchten – verstehen tut man nämlich so gut wie nix, da keine Texte beigefügt waren. Und “deutschsprachige“ Titel wie Die okkultische Matrosen tragen eher zur weiteren Verwirrung bei. Immerhin distanziert sich die Band auf ihrer Website von jedweden extremistischen Ansichten.

Leider lässt die durchaus nicht zu leugnende Faszination ob diese tiefschwarzen Albums, an dem ein 37-köpfiges, leider nicht näher bezeichnetes symphonisches Orchester aus Prag mitgewirkt hat, mit zunehmender Dauer nach, da sich in Sachen Dynamik und Abwechslung doch eher wenig ändert. Aber dieses Scheibchen ist ohnehin nur für ein ganz spezielles, wohl äußerst überschaubares Spartenpublikum geeignet, dem Gothic, Doom, Black Metal und Darkwave noch deutlich zu fröhlich und lebensbejahend sind. Also: Nur etwas für gefestigte Persönlichkeiten und in verträglichen Dosen zu genießen!

Ralf Stierlen, 08.02.2013

 

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