Paul McCartney

Back In The World - Live

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.07.2003
Jahr: 2003

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Paul McCartney Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Paul McCartney
Back In The World - Live, Capitol Records, 2003
Paul McCartney Vocals, Bass, Guitars, Piano
Rusty Anderson Guitars, Backing Vocals
Abe Laboriel Jr. Drums, Percussion, Backing Vocals
Paul "Wix" Wickens Keyboards, Backing Vocals, Programming
Brian Ray Guitar, Bass, Backing Vocals
Länge: 121 Min 21 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Hello Goodbye10. Blackbird
2. Jet11. Every Night
3. All My Loving12. We Can Work It Out
4. Getting Better13. Mother Nature's Son
5. Coming Up14. Carry That Weight
6. Let Me Roll It15. The Fool On The Hill
7. Lonely Road16. Here Today
8. Driving Rain17. Something
9. Your Loving Flame
CD 2:
1. Eleanor Rigby11. Can't Buy Me Love
2. Here, There And Everywhere12. Live And Let Die
3. Calico Skies13. Let It Be
4. Michelle14. Hey Jude
5. Band On The Run15. The Long And Winding Road
6. Back In The USSR16. Lady Madonna
7. Maybe I'm Amazed17. I Saw Her Standing There
8. Let 'Em In18. Yesterday
9. My Love19. Sgt. Peppers / The End
10. She's Leaving Home

Nachdem ich jetzt doch recht günstig (war wohl ein falscher Preis in diesem Drogeriemarkt eingescannt) an die aktuelle Paul McCartney Live-Scheibe kommen konnte, muss ich mir doch mal anhören was, oder auch nicht, ich bei seiner Tournee verpasst habe. Schließlich bin ich nach wie vor von dem WINGS Dreifach-Live-Album "Wings Over America" angetan. Bei dem 90er "Tripping The Live Fantastic" konnte ich mich dann auch nicht zurückhalten. Heutzutage kommt mir das aber praktisch nicht mehr unter die Nadel - irgendwie, trotz hochkarätiger Band, zu kraftlos.
Was ich so bisher über seine aktuelle Begleitband gelesen habe, klingt ja einigermaßen vielversprechend: Von wegen Freiheiten, und so.
Als auf geht's Paule!

Fängt ja auch ganz schwungvoll an, natürlich mit einem BEATLES-Klassiker. Man geht also auf Nummer Sicher. Na, besser Hello Goodbye als diese "Langnese Honig-Werbung" (hätte ja auch sein können.). Deutlich wird bei so einem bekannten Song allerdings, dass Herr McCartney doch nicht mehr der Jüngste ist und ihm einige der früheren Höhen abgehen. Das geht ihm übrigens, vor allem bei den "Fab Four"-Songs, auf diesem Album öfter so.
Mit Jet wird gleich ein Schritt in die WINGS-Zeiten gemacht und hier gefällt er mir einiges besser. Die Band steht bei den Nicht-Beatles-Songs auch mehr im Vordergrund und nutzt ihre Freiheiten um richtig cool zu rocken. Aber nicht mehr lange! All My Loving bringt noch mal etwas Stimmung und bei Getting Better sind lediglich die Backing Vocals, im Vergleich zum Original, etwas schwach. Naja, kann nicht jeder Lennon oder Harrison heißen. Kommt ja sonst ganz gut.
Tja, wenn nicht damals zu viele Leute dieses Coming Up zu einem Hit hochgekauft hätten, bliebe es uns wohl erspart.
Was mir gut gefällt, ist vor allem die Gitarrenarbeit auf diesem Album. Da klingt kaum was zu glatt und die Keyboards sind angenehm im Hintergrund. So kommt auch die Killer-Ballade Let Me Roll It (vom 73er "Band On The Run" Album) recht raubeinig daher.
Drei Songs vom letzten Studioalbum "Driving Rain" folgen, wovon Lonely Road noch ziemlich gut als Midtempo-Rock, mit "chrunchenden" Gitarren kommt. Driving Rain, so 'ne Art Ska-Verschnitt, ist mir zu albern und die Piano Ballade Your Loving Flame fällt nach vielversprechendem Anfang doch ziemlich ab.
Apropos Sprechen. Also entweder hat man das alles rausgeschnitten, oder... also, der Paul nimmt doch sonst bestenfalls ein Noten-Blatt vor den Mund. So maulfaul kennt man den doch sonst nicht: So gut wie kein Ton zwischen den Liedern. Keine Ansagen, Begrüßungen - nichts! So fehlt natürlich auch etwas Live-Atmosphäre.
Dann wird's erst mal recht ruhig, sozusagen der Unplugged-Teil. Bei Blackbird wieder die erwähnten stimmlichen Defizite, aber Paul ist Profi genug um da durchzukommen.
Den Rest der ersten CD kann man sich ziemlich schenken. Something ist noch mal eine nette Geste Richtung George Harrison und zu Carry That Weight möchte ich mal folgendes loswerden: Ich hab Richie Sambora (BON JOVI) vor ein paar Jahren mal auf Solo-Tour gesehen und er hat die komplette B-Seite vom "Abbey Road"-Album gespielt. Die ganzen Medleys! Das war richtig geil.

Auf CD 2 geht's zunächst mal im selben Stil weiter. Ballade reiht sich an Ballade und dem Publikum gefällt's offenbar immer besser. Etwas Abwechslung immerhin durch das irisch angehauchte Calico Skies, vom "Flaming Pie"-Album. Wenigstens ein Zwischenspurt wird eingelegt mit Band On The Run. Auch hier gefallen mir die Gitarren und ihr Sound sehr gut. Back In The USSR rockt recht original - aber es rockt!
"Maybe I'm amazed of the way you love me all the time...". Dieses Intro verschafft mir immer noch eine Gänsehaut, trotz der nachlassenden Stimmqualität, dafür reißen die Gitarren wieder einiges raus.
Let 'Em In ist an und für sich eine gute Ballade, aber davon finden sich leider schon zu viele auf dieser Scheibe. My Love, dito. Erst bei Can't Buy Me Love komm ich wieder etwas in Stimmung. Klingt recht gut. Das kann man auch über Live And Let Die sagen. Ist jetzt nicht die GUNS N'ROSES-Schiene, aber doch rauer als früher.
Bei Hey Jude geht der Paule dann doch noch etwas aus sich raus, fordert das Publikum zum Mitsingen und stachelt es immer mehr an. Die Mexikaner, bei denen dieser Song offensichtlich aufgenommen wurde, folgen ihm auch willig und stimmgewaltig.
Seine Fans sind ja auch nicht mehr die jüngsten, so brauchen wohl beide immer solche Pausen wie The Long And Winding Road. Na ja, bei Lady Madonna übertreibt es Macca auch nicht mit dem Tempo. Bei I Saw Her Standing There treibt die Band hingegen recht gut (hatte ich die Gitarren schon erwähnt?).
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band wird für ca. 1 1/2 Minuten gespielt um dann in die Schlussnummer vom "Abbey Road"-Album, eben The End überzuleiten (ich weiß da kommt dann noch Her Majesty!). Da dürfen sich Paules Mitmusiker dann auch noch in einen Jam begeben und entsprechend fetzen. Und "Zack" macht's und schnell wird ausgeblendet. Irgendwie hätte man doch etwas mehr Atmosphäre auf diese Live-CD bringen können.

Wie gesagt, die Band gefällt mir recht gut und so etwa ein Dutzend gute Nummern sind auch versammelt. Wenn man also nicht gerade 25 Euro für diese Doppel-CD ausgeben muss, kann man sich das schon geben.
Oder man kauft sich "Wings Over America", bzw. holt sie aus dem Schrank... (sind halt nicht so viele BEATLES-Nummern drauf).

Epi Schmidt, 10.07.2003

 

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