Paul McCartney

Tug Of War - Paul McCartney Archive Collection

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.10.2015
Jahr: 2015
Stil: Pop, Rock

Links:

Paul McCartney Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Paul McCartney
Tug Of War - Paul McCartney Archive Collection, Universal Music, 2015 (1982)
Paul McCartneyVocal, Guitar, Bass, Piano, Percussion, Drums
Linda McCartneyVocals, Keyboards
Denny LaineGuitar, Vass, Backing Vocals
Eric StewartGuitar, Backing Vocals
Steve Gadd, Ringo Starr, Adrian Sheppard, Dave MattacksDrums
George MartinElectric Piano
Adrian BrettPanpipes
Stanley ClarkeBass
Stevie WonderSynthesizer, Vocals on What's That You're Doing and Ebony And Ivory
Patrick Halling, David OgdenViolin
Chris SpeddingGuitar
David Willis, Raymond SwinfieldSaxophone
Carl PerkinsElectric Guitar, Vocals on Get It
Produziert von: Paul McCartney Länge: 72 Min 56 Sek Medium: CD
CD 1 - Remixed Album:
01. Tug Of War07. The Pound Is Sinking
02. Take It Away08. Wanderlust
03. Somebody Who Cares09. Get It
04. What's That You're Doing10. Be What You See (Link)
05. Here Today11. Dress Me Up As A Robber
06. Ballroom Dancing12. Ebony And Ivory
CD 2 - Bonus Audio:
01. Stop, Don't You Know Where She Came From (Demo)07. Ebony And Ivory (Demo)
02. Wanderlust (Demo)08. Dress Me Up As A Robber/Robber Riff (Demo)
03. Ballroom Dancing (Demo)09. Ebony And Ivory (Solo Version)
04. Take It Away (Demo)10. Rainclouds
05. The Pound Is Sinking (Demo)11. I'll Give You A Ring
06. Something That Didn't Happen (Demo)

“Tug Of War“ gehört mit Sicherheit zu den Alben Paul McCartneys, die ich am häufigsten gehört habe. Das hat wohl mehrere Gründe. Natürlich hatte ich damals, 1982, viel mehr Zeit um Musik zu hören. Dann war für mich ein Album eines einstigen BEATLE sowieso ein Ereignis, zumal eine Reunion, sowie ein Soloalbum von John Lennon, seit dessen gewaltsamen Todes 1980 nicht mehr möglich war. Mit “McCartney II“ hatte sich Paule 1980 von seinen WINGS verabschiedet und gleichzeitig als Solokünstler zurück gemeldet. Und mit Coming Up den Sprung in die Charts geschafft. Das witzige Video dazu wird seinen Anteil daran gehabt haben.
Spielte er da noch – unterstützt von Gattin Linda – alle Instrumente selbst, waren bei “Tug Of War“ wieder etliche Studiogäste mit dabei. Allen voran BEATLES-Produzent George Martin. Vielleicht hatte McCartney nach Johns Tod realisiert, wie schnell so ein Leben vorbei sein kann und wollte es nicht versäumen, noch einmal mit Martin zu arbeiten. Außerdem fand sich sein langjähriger Gitarrist Denny Laine, BEATLES-Drummer Ringo Starr und weitere hochkarätige Musiker im Studio ein.

In der “Paul McCartney Archive Collection“-Reihe wurde das Original-Album remixt und mit einer Bonus-CD ausgestattet. Die Aufmachung ist wie schon bei den bisherigen Veröffentlichungen der Reihe äußerst gelungen.
Allein schon dadurch, dass viele Titel ineinander übergehen, wirkt das Album sehr stimmig, wenn auch natürlich die übliche Stilvielfalt bei McCartney herrscht.
So beginnt das Album mit dem balladesken Titelsong, der sich durch immer mehr Instrumente zu einer melancholischen Hymne aufschwingt. Nicht der Geniestreich schlechthin, aber gut zu hören und mit Take It Away kommt das Album denn auch in Schwung. Eine typische, vielschichtige McCartney Pop-Nummer, durch die man einfach gut drauf kommt.
Ebenso typisch, das folkige, akustisch gehaltene Somebody Who Cares. Damals nicht gerade mein Favorit, muss ich dem Song heute eines der gelungensten Arrangements dieser Scheibe attestieren. Mehr zum Träumen kann ein Song nicht einladen.
Bereits Coming Up verblüffte manchen Fan mit ungewohnten Funk-Rhythmen und der Erfolg hatte McCartney wohl dazu verführt, noch einen Schritt weiter zu gehen und mit Stevie Wonder einen Spezialisten und Duettpartner ins Studio zu holen, der What’s That You’re Doin‘ so richtig Pepp verpasste. Groove, Baby!

Here Today kommt einem vielleicht sehr gefühlsduselig vor, doch wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Text an den erschossenen John Lennon gerichtet ist, findet man wohl einen anderen Zugang.
Lustiger wird’s mit Ballroom Dancing. Zusammen mit Ray Davies ist McCartney wohl einer der größten (musikalischen) Romantiker der britischen Insel und so wird immer mal vergangenen Zeiten gehuldigt. Hier allerdings durchaus mit Drive.
Von wegen Romantiker und Nostalgiker..., wer der D-Mark und anderen Währungen noch nachtrauert, hat wahrscheinlich bei The Pound Is Sinking richtig Spaß. Wer nicht, erfreut sich immer noch an einer schwungvollen Pop-Nummer mit Ohrwurm-Qualitäten. Wanderlust geht mehr Richtung Weihnachtslied, während bei Get It Carl Perkins im Studio zu Gast war. Ganz klar, dass man hier dem 50’s Rockabilly fröhnte.
Be What You See (Link) ist mehr eine Soundspielerei, der ein weiterer funky Song, namens Dress Me Up As A Robber folgt. Nicht so übel, aber auch etwas zerfahren. Hat er sich wohl nicht so recht getraut.
Über-Hit des Albums war natürlich Ebony And Ivory, das Duett mit Stevie Wonder, welches wohl hauptsächlich für die Grammy-Nominierung von “Tug Of War“ verantwortlich war. Ist auch heute noch eine tolle Zusammenarbeit!

Die Bonus-CD birgt überwiegend Demo-Versionen der Albumtracks (meist schon gut vorproduziert), aber mit Stop, You Don’t Know Where She Came From, zum Beispiel, eine muntere Piano-Boogie-Nummer und einen kleinen Einblick in McCartneys Schaffen, da offensichtlich Something That Didn’t Happen ursprünglich als eigenständiger Song geplant war, später aber dann Teil von The Pound Is Sinking wurde.
Wie sich Ebony And Ivory anhört kann man hören – längst nicht so gut – und mit Rainclouds und I’ll Give You A Ring zwei Single-B-Seiten. Ersteres in der Country-Folk-Ecke beheimatet, Zweiteres nahe bei Pauls Vaudeville-Vorliebe angesiedelt.
Ich denke: Nicht das beste und wichtigste Album in McCartneys Karriere, aber unter die Top Ten gehört es allemal. In dieser Aufmachung ohnehin.

Epi Schmidt, 17.10.2015

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music