Paul Simon

Surprise

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.06.2006
Jahr: 2006

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Paul Simon Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Surprise
Surprise, Warner Brothers Records, 2006
Paul Simon Vocals, Guitars
Brian Eno Electronics
Abraham Laboriel, Pino Palladino, Leo Abrahams Bass
Steve Gadd, Robin Dimaggio Drums
Bill Frisell Guitars
Gil Goldstein Keyboards
Produziert von: Paul Simon Länge: 45 Min 21 Sek Medium: CD
1. How Can You Live In The Northeast7. I Don't Believe
2. Everything About It Is A Love Song8. Another Galaxy
3. Outrageous 9. Once Upon A Time . . .
4. Sure Don't Feel Like Love 10. That's Me
5. Wartime Prayers11. Father And Daughter
6. Beautiful

Junge, Junge, ist es wirklich schon 20 Jahre her, dass Paul Simons "Graceland" für Furore sorgte? Viel musikalisch Bemerkenswertes ist seitdem nicht mehr passiert bei unserem großartigen Songwriter, der einst in den 60's auszog, um mit seinem Partner Art Garfunkel, die Welt mit einfühlsamen Folk-Pop-Hits zu erobern. Ein paar Jahre später hat "Rhythm Of The Saints" mein Blut noch einmal zaghaft in Wallung versetzt. Was danach kam, hinterliess zwar jeweils den Eindruck, man habe es nach wie vor mit einem ambitionierten Künstler zu tun, doch richtig packend gerieten Paul Simons Werke in den 90's wohl nicht. "Songs From The Capeman" darf man wohl als recht harmlose Droge abtun...

Seit Simons letzter Studioveröffentlichung, "You're The One", sind nun auch schon wieder sechs Jahre ins Land gezogen, und unser einstiger Globetrotter kehrt 2006 heim von seiner musikalischen Weltwanderung, und nimmt in seinem geliebten New York City unter Zuhilfenahme des Soundzaubereres Brian Eno (U2, ROXY MUSIC, David Bowie) ein weiteres ambitioniertes Album auf, das ihn als umtriebigen und mit Entdeckergeist gesegneten Künstler auszeichnet.
Er könnte es sich leicht machen und auf seine alten Tage (Simon wird im Oktober 65) ein gemächliches Singer-Songwriter-Folk-Pop-Album einspielen und sich weiter mit seinen Millionen vergnügen. Doch nein, er sucht eine weitere Herausforderung, packt sich Eno als Innovator und Erschaffer erstaunlicher 'sonic landscapes'. Klanglandschaften aus vertrackten Drum- und Percussiongeflechten und ambientmäßigen Synthesizerflächen, die sich gerne auch mal in andere geometrische Figuren wie Kegel, Raute oder Dreieck verwandeln. Das mag sich jetzt etwas merkwürdig anhören, aber Enos Soundgebilde hinterlassen tatsächlich eine etwas strenge, arithmetisch unterkühlte Atmosphäre, die Paul Simons meist konventionelle, wenn auch gute Gitarrenarbeit und seine kritisch eingefärbten Lyrics, die wie üblich mit Herz und Geist verfasst wurden, auf eine Ebene transportieren, die absolut gewöhnungsbedürftig daherkommt.

Sicher, andere Künstler haben sich auch schon erfolgreich mit Electronicaversatzstücken durch die Welt des Popsongs laviert, das mag ja auch generell begrüßenswert sein, wenn, ja wenn, die eine oder andere 'catchy hookline' dabei herausspringt, sich Melodien entwickeln, die interessante Wendungen darbieten und durch gewitzte Eingängigkeit den Hörer umgarnen. Dies gelingt Paul Simon auf diesem Album nur schwerlich.
"Surprise" beginnt zwar vielversprechend mit dem politisierendem How can you live in the North-East?, fällt dann aber schon mit Everything about it is a love song merklich ab, um mit dem anschließenden Outrageous einen ersten vorläufigen Höhepunkt zu setzen. Dieses Lied besitzt durchaus Hitformat, kommt sehr funky daher und hat mit 'who's gonna love you when your looks are gone' wohl die schmissige Kernzeile, die man braucht, um sich anstecken zu lassen. Doch Outrageous besticht möglicherweise auch nur deshalb, weil es an alte "Graceland"-Tage erinnert.

So driftet man weiter durch dieses Wellental, erfreut sich zwar an Paul Simons niemals platten Texten, bleibt aber stes auf der Suche nach dem einen oder anderen großartigen Song, der es schafft, auch nach 5 oder 10 oder 20 Jahren sich in den Kanon von Simons großartigem Schaffen einzugliedern. Durchaus möglich, dass "Surprise" nach einigen Monaten und mit etwas Abstand noch wächst, doch zunächst muss man Pauls neue Platte wohl als nicht gänzlich gelungenes Experiment werten. Ehrgeizig zwar, aber ambivalent. Der Albumtitel "Surprise" bewahrheitet sich allerdings.

Frank Ipach, 10.06.2006

 

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