Paul Young (II)

Good Thing

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.04.2016
Jahr: 2016
Stil: Soul

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Paul Young
Good Thing, ADA/Warner, 2016
Produziert von: James Hallawell & Arthur Baker Länge: 37 Min 43 Sek Medium: CD
01. L-O-V-E06. Ain't That A Lot Of Love
02. Touch A Hand, Make A Friend07. Slipped, Tripped And Fell In Love
03. Eloise08. I Believe In You
04. Back For A Taste Of Your Love09. Words
05. Big Bird10. Your Good Thing

Come back and stay möchte man ihm zurufen, dem guten, alten Paul Young, der im Januar 60 wurde und die knallbunten Achtziger Jahre mit etlichen Radiohits wie Love of the common people, Everytime you go away und Wherever I lay my hat etwas erträglicher gestaltete. Die Wurzeln des Soul und R&B waren schon immer Youngs Domäne. Pauls Faible für traditionelle Werte hörte und spürte man seinerzeit schon recht deutlich und so verbuchte der smarte Brite in seinem Heimatland nicht umsonst drei Nummer Eins Alben und schaffte es im März 1985 gemeinsam mit Wolf Maahn und Al Jarreau auf die begehrte Performance-List des deutschen WDR Rockpalast.

Nun, nach einer fast endlos scheinenden Album-Pause reüssiert Paul Young mit einem frischen Studioalbum, das - wen wundert's - mit Soulklassikern aufwartet und die logische Konsequenz seiner jahrelangen Unentschlossenheit darstellt. Einerseits habe er mit Touren und Konzerten genügend zu tun gehabt und andereseits war er sich nicht unbedingt schlüssig, wie ein aktuelles Paul Young Album zu klingen habe und was man nach so vielen Jahren überhaupt von ihm erwarte.

So runzelt der in Ehren ergraute Young seine Stirn, wägt eine zeitlang ab und legt jetzt ein ziemlich waschechtes Soul-Album vor, das nicht, wie vor Jahren beim amerikanischen Kollegen Michael McDonald geschehen, mit hochkalibrigen Hits bestückt ist, sondern eher unbekanntere, versteckt funkelnde Perlen entstaubt und ihnen zu neuem Glanz verhilft. Da stößt man auf zuckersüß arrangierte Gospelanleihen wie Touch a hand, make a friend von den STAPLE SINGERS, hell funkelnde, frech angerockte Zündsätze wie Homer Banks' Ain't that a lot of love, das schwer an den alten SPENCER DAVIS GROUP Hit Gimme some lovin' erinnert oder eben auch auf den schmachtenden BEE GEES Hit Words, den das Paul Young Team nach Al Green Manier ganz ordentlich "eingesoult" hat.

Dass ein Mann wie der Amerikaner Arthur Baker, den man mit Produktionen solcher Acts wie NEW ORDER und PET SHOP BOYS verbindet, als hilfreicher Geist und Mentor zur Seite stand, verwundert zunächst ein wenig. Doch die beiden arbeiteten bereits 1992 für den Soundtrack des Hollywood-Streifens "Grüne Tomaten" (What becomes of the broken-hearted) zusammen und die gemeinsame Songauswahl für das 2016er Album passt einfach gut.

"Good Thing" tönt opulent und gediegen arrangiert, während es mit einem Auge auf's Mainstream-Publikum schielend in ein mehr oder weniger stromlinienförmiges Soundgewand gebettet daherkommt, um einem täglichen Radioeinsatz nicht hinderlich im Wege zu stehen. Das ist jedoch alles nicht weiter schlimm, denn die alten Vorbilder wie Al Green, Lou Rawls und Smokey Robinson haben's damals nicht großartig anders praktiziert. Man will schließlich gefallen, die Leute zum Singen und Tanzen animieren. Paul Youngs "Good Thing" strahlt in der Tat so viel positive Energie aus, dass man nicht umhin kommt, sein Herz für die alte Raspelstimme zu öffnen. Und auch wenn Mr. Youngs Stimme nicht mehr so ganz das alte Feuer der 80s entfachen kann, erfreuen wir uns an einem gelungenen Comeback.

Frank Ipach, 18.04.2016

 

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