Pearl Jam

Twenty - The Motion Picture

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 21.11.2011
Jahr: 2011
Stil: Grunge

Links:

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Pearl Jam
Twenty - The Motion Picture, Sony Music, 2011
feat. Eddie Vedder, Stone Gossard, Jeff Ament, Mike McCready, Matt Cameron, Boom Gaspar, Dave Abbruzzese, Jack Irons, Chris Cornell, Neil Young ... and more
Produziert von: Kelly Curtis, Cameron Crowe, Morgan Neville, Andi Fischer Länge: ca. 120 Min 00 Sek Medium: DVD
Documentary feat.Live Footage, Interviews
Incl. Extra features: "Mike McCready writing Faithfull
Jeff Ament in Montana
Stone Gossard Seattle driving tour
Boom Gaspard joins the band
Eddie Vedder house tour
Matt Cameron writing The Fixer
No Anything
Come Back

Wie ich in meinem Review zum Soundtrack von "Twenty" bereits schrieb, steigt die Lust, den Film im Kino zu sehen, immens, mit dem Hören der Audio-CDs. Mancher ist ja auch zu Hause entsprechend gut ausgerüstet, aber wer - wie ich - noch ein altertümliches Röhrengerät für bewegte Bilder nutzt, wird trotzdem nicht enttäuscht von diesem Film.
In akribischer Kleinarbeit hat Regisseur Cameron Crowe hier den ultimativen PEARL JAM Film geschaffen. Von den frühen Tagen ab - da noch unter dem Namen MOTHER LOVE BONE - mit dem charismatischen und leicht ausgeflippten Leadsänger Andy Wood, begleitet man die Band auf der Leiter nach oben. Das kleinste Detail wird noch ausgegraben. So hält ein perplexer Eddie Vedder plötzlich das Tape (Cassette) in den Händen, mit dem er sich damals bei der Band bewarb und auf dem noch seine damalige Telefonnummer vermerkt ist.
Eine enge Freundschaft verband die Seattle-Szene, wie SOUNDGARDEN Frontmann Chris Cornell betont, der dieses vor Jahren von einem überraschten Johnny Ramone bestätigt bekam. Cornell war es auch, der kurzeitig mit Andy Wood zusammenzog und nach dessen tragischem Überdosis-Tod, am 19.3.90, Songs für das Projekt TEMPLE OF THE DOG schrieb und sie mit der damals etwas ziellosen Band aufnahm. Dadurch kam es auch zum Duett, mit dem eben dazugestoßenen Eddie Vedder bei Hunger Strike. Richtig klasse, wie die Zwei zusammen singen - sowohl im Videoclip, als auch auf der Bühne!

Natürlich ist da viel selbst gedrehtes Privatvideomaterial dabei, aber gerade das macht den Charme dieser Aufnahmen aus. Man besucht - damals oder heute - verschiedene Orte und Plätze, die in irgendeiner Form Bedeutung für die Mitglieder von PEARL JAM haben.
Besonders interessant natürlich, Aufnahmen wie die von Alive, am 22.12.1990, beim 2. Auftritt der Band. Natürlich ist die Soundqualität nicht immer vom Feinsten, aber der historische Wert dieser Bilder macht das locker wett.
Die Augen der Fans - und nicht nur derer - werden leuchten bei den beindruckenden Szenen vom Lollapalooza-Festival, als die Band Baba O Riley, von THE WHO zum Besten gibt. Oder wenn Eddie und Mike McCready beim legendären "Headbanger's Ball" zu Gast sind.
Richtig geil wird’s beim 92er Pink Pop Festival. Wie es da abging, direkt Punk-mäßig, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Eddie Vedeer, wie gewohnt an Traversen und Masten kletternd und schließlich sich - wie den Löwen zum Fraß - in die Riesenmenge vor der Bühne stürzend. Nur ein Besessener konnte so etwas tun. Seine Einstellung schildert der Sänger kurz darauf: "Es ging einfach darum, den Leuten die bestmögliche Show zu liefern. Und wenn das bedeutete, sein Leben zu riskieren, dann riskierten wir eben unser Leben. Was in erster Linie an dem Frontmann hängen blieb.

Ich mag fast nichts herausgreifen, denn hier ist Alles so sehenswert. Die legendäre, besoffene, "Singles Promotion Party", oder die Einführung von Neil Young in die "Rock'n'Roll Hall Of Fame" durch Eddie Vedder. Neil und seine Band amüsieren sich in der Garderobe aufs köstlichste dabei, wie Eddie bei seiner Laudatio ganz nebenbei die Herren von Ticketmaster abwatscht. Damals engagierten sich PEARL JAM sehr stark gegen das Konzertkarten-Monopol dieser Firma und die, ihrer Meinung nach, zu hohen Preise.
Ganz in der Tradition der verehrten THE WHO, gibt es auch etwas Klamauk, in Form der "Drummer Story", allerdings werden auch die Tiefpunkte der Band nicht ausgelassen, Eddies Krise nach dem Tod von Kurt Cobain oder die Selbstinfragestellung der Band, nach den Toden während ihres Auftrittes beim Roskilde Festival 2000.
Die beruhigenderen Bilder vom malerischen Ambiente, beim Konzert im italienischen Pistoia, kann man da gut gebrauchen.
In den Bonus-Features kann man u.a. mit Stone Gossard eine Seattle-Tour per Auto machen, Eddie Vedder zu Hause besuchen oder mit Matt Cameron The Fixer schreiben. Für gute zwei Stunden ist man hier beschäftig, gut unterhalten und mit Informationen versorgt, die man beim ersten Durchlauf gar nicht alle erfassen kann. "Twenty" gehört mit Sicherheit in die Reihe der großen Rock-Dokumentationen.

Epi Schmidt, 19.11.2011

 

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