Pete Townshend

Truancy - The Very Best Of


CD-Review

Reviewdatum: 28.07.2015
Jahr: 2015
Stil: Brit Rock, Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Pete Townshend
Truancy - The Very Best Of, Universal Music, 2015
Pete TownshendVocals, Guitar, Piano, Synth
div. Musiker
Produziert von: Pete Townshend Länge: 75 Min 37 Sek Medium: CD
01. Pure And Easy10. Face Dances Pt. 2
02. Sheraton Gibson11. White City Fighting
03. (Nothing Is Everything) Let's See Action12. Face The Face
04. My Baby Gives It Away13. I Won't Run Anymore
05. A Heart To Hold On To14. English Boy
06. Keep Me Turning15. You Came Back
07. Let My Love Open The Door16. Guantanamo
08. Rough Boys17. How Can I Help You
09. The Sea Refuses No River

Warum jetzt eine “Very Best Of” seiner Songs erscheint, scheint nicht einmal Pete Townshend selbst so recht plausiblee zu sein. So durchschimmert es zumindest die Zeilen, welche er zum recht ausführlichen Booklet beigetragen hat.
Auch der fromme Wunsch, diese Songansammlung könnte ihm einen neuen Hörerkreis erschließen, birgt eine gewisse Ironie.
Tatsächlich hat Townshend wohl seine besten Songs für THE WHO geschrieben und sind von diesen auch entsprechend interpretiert worden.
Nun, wenn aber einer der größten Songschreiber der Rockmusik von seiner Plattenfirma mit so einer Compilation geehrt wird, soll mir das recht sein und ein Ohr habe ich für den “Windmühlen-Mann“ jeder Zeit übrig.

Siebzehn Songs sind natürlich viel zu wenig für so eine Würdigung, aber irgendwo freut es einen ja, dass solche Ikonen nicht vergessen werden. Mit Pure And Easy eröffnet einer seiner frühesten Solo-Songs den Reigen. Wurde natürlich auch mal von THE WHO aufgenommen, aber die pure Schönheit entfacht die Nummer doch eher in Petes Aufnahme. Irgendwie klingt es mir zwar fast etwas zu “clean“, aber mag auch an dem Unterschied zu meinem Exemplar von Petes erstem Soloalbum liegen.
Von jeher war Townshend ein hervorragender Akustikplayer und Pickingspezialist, wie wir nicht nur von “Quadrophenia“ wissen. Sheraton Gibson gehört einem weiteren, einfach gehaltenen, frühen Akustikschmankerl. Let’s See Action, hieß es bei THE WHO und auch wenn Townshend ein (Nothing Is Everything) da vorne dransetzt, bleibt es eine tolle Folk Rock-Nummer. Nicht ganz so powervoll wie bei seiner Stammkapelle, aber ein weiterer Geniestreich.
Die Zusammenarbeit mit Ronnie Lane führte zum Album “Rough Mix”, von dem hier drei Songs vertreten sind. Nicht nur als Townshend/WHO/Lane-Fan ist das Album als Rockhörer Pflicht. Immer wieder schön, Townshend typische Lead-Licks – wie in My Baby Gives It Away - oder sein ebenso typisches Akustikgitarrenspiel, zwischen Picking und Strumming, wie in A Heart To Hang On To, zu hören.
Einer der größten Ohrwürmer aus Townshends Feder ist wohl Let My Love Open The Door. Für THE WHO ein wenig zu poppig, ist der Gute-Laune-Song auch heute noch eine absolute Perle der Popmusik. Das zugehörige Album heißt “Empty Glas“ und unverzichtbar daraus ist die Abgeh-Nummer Rough Boys. Auch mit Petes etwas dünner Stimme ein toller Rocker.

Die Höhepunkte aus Townshends Solo-Schaffen wurde danach geringer, aber unverzichtbar und legendär ist wohl das “White City“ Album und daraus besonders Face The Face. Hätte man Pete wohl nicht zugetraut, so eine angejazzte Funk-Power-Nummer rauszuhauen.
English Boy, mit seinem harten “Industrial-Beat“, aus dem Album “Psychoderelict darf weder fehlen noch unerwähnt bleiben.
Zwei Songs aus dem Archiv gibt’s noch dazu. Mit dem Erscheinen von Guantanamo hatte Pete schon gar nicht mehr gerechnet, aber irgendwie kommt es zum rechten Zeitpunkt. Denkt der US-Kongress doch tatsächlich aktuell über die Schließung nach. Ist zwar mehr eine Sound-Spielerei, aber hier zählt wo mehr der Text und dass der Finger in die Wunde gelegt wird.
Die zweite “Unveröffentlichte“ ist How Can I Help You. Vielleicht kein Über-Hit, aber eine flotte, typische Townshend-Nummer, die lediglich etwas viel Streicheruntermalung hat. Ansonsten würde das auch auf das kommende WHO-Album passen. Oder auf eines der späten 70er.
Wenn nicht jeder Song der Oberknaller ist, ich bleibe ein Pete Townshend-Fan und freu mich hier über jede Nummer. Long live Rock – Long live Pete Townshend!

Epi Schmidt, 26.07.2015

 

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