Phil Collins

...But Seriously (Deluxe Edition) - Going Back (Deluxe Edition)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.06.2016
Jahr: 2016
Stil: Pop

Links:

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Redakteur(e):

Marc Langels


Phil Collins
...But Seriously (Deluxe Edition) - Going Back (Deluxe Edition), Warner Music, 2016
Phil CollinsGesang, Schlagzeug, Percussion, Glockenspiel, Gitarre, Bass, Orgel, Piano & Keyboards
Daryl StuermerGitarre ("...But Seriously)
Leland SklarBass ("...But Seriously)
Dominic MillerGitarre ("...But Seriously)
Don MyrickSaxophon ("...But Seriously)
Louis SatterfieldPosaune ("...But Seriously)
Harry KimTrompete ("...But Seriously)
Rhamlee Michael DavisTrompete ("...But Seriously)
Alex BrownGesang ("...But Seriously)
Marva KingGesang ("...But Seriously)
Lynne FidmontGesang ("...But Seriously)
David CrosbyGesang ("...But Seriously)
Nathan EastBass ("...But Seriously)
Pino PalladinoBass ("...But Seriously)
Stephen BishopGesang ("...But Seriously)
Eric ClaptonGitarre ("...But Seriously)
Steve WinwoodHammond ("...But Seriously)
Ray MonetteGitarre ("Going Back")
Eddie WillisGitarre ("Going Back")
Bob BabbittBass ("Going Back")
Ronnie CarylGitarre ("Going Back")
Connie Jackson-ComegysGesang ("Going Back")
Lynne Fiddmont-LinseyGesang ("Going Back")
Jason RebelloPiano ("Going Back")
John AramPosaune ("Going Back")
Guy BarkerTrompete ("Going Back")
Tom Rees-RobertsTrompete ("Going Back")
Phil ToddSaxophon ("Going Back")
Graeme BlevinsSaxophon ("Going Back")
Celeste-Marie RoyFagott ("Going Back")
Scott StromanStreicher-Arrangements ("Going Back")
Produziert von: Phil Collins & Hugh Padgham (...But Seriously) & Phil Collins (Going Back) Länge: 230 Min 02 Sek Medium: CD
"...But Seriously" Disc 1: Studio Album (59:45)
01. Hang In Long Enough07. Another Day In Paradise
02. That's Just The Way It Is08. Heat On The Street
03. Do You Remember?09. All Of My Life
04. Something Happened On The Way To Heaven10. Saturday Night And Sunday Morning
05. Colours11. Father To Son
06. I Wish It Would Rain Down12. Find A Way To My Heart
"...But Seriously" Disc 2: Bonus Disc (68:40)
01. Hang In Long Enough (live)08. You've Been In Love (That Little Bit Too Long) (B-Side)
02. Something Happened On The Way To Heaven (live)09. Another Day In Paradise (Demo)
03. Colours (live)10. That's Just The Way It Is (Demo)
04. Saturday Night And Sunday Morning (live)11. I Wish It Would Rain Down (Demo)
05. Always (live)12. Hang In Long Enough (Demo)
06. Find A Way To My Heart (live)13. Do You Remember? (Demo)
07. That's How I Feel (B-Side)
"Going Back" Disc 1: Studio Album (45:35)
01. Going Back08. Something About You
02. Girl (Why You Wanna Make Me Blue)09. Talkin' About My Baby
03. (Love Is Like A) Heatwave10. Do I Love You
04. Some Of Your Lovin'11. Never Dreamed That You'd Leave Me In Summer
05. Going To A Go-Go12. Take Me In Your Arms (Rock Me For A Little While)
06. Papa Was A Rolling Stone13. Too Many Fish In The Sea
07. Loving You Is Sweeter Than Ever14. Uptight (Everything's Alright)
"Going Back" Disc 2: Bonus Live-Disc (56:02)
01. Signed, Sealed, Delivered I'm Yours09. Do I Love You
02. Ain't Too Proud To Beg10. Ain't That Peculiar
03. Girl (Why You Wanna Make Me Blue)11. Too Many Fish In The Sea
04. Dancing In The Street12. You Really Got A Hold On Me
05. (Love Is Like A) Heatwave13. Something About You
06. Papa Was A Rolling Stone14. Uptight (Everything's Alright)
07. Never Dreamed That You'd Leave Me In Summer15. My Girl
08. Talkin' About My Baby16. Going Back

Es ist die letzte Runde in der großen Phil Collins Deluxe Edition-Re-Release-Reihe. Und dieses Mal gibt es wieder ein Klassiker und ein eher übersehenes Werk aus dem umfangreichen Oeuvre des Meisters. Da wäre zum einen mit “…But Seriously“ das kommerziell zweiterfolgreichste Solo-Album des Mannes, der ja auch mit GENESIS so einige Verkaufsschlager verzeichnen konnte. Und zum anderen ist dann noch das bisher jüngste Solo-Werk, “Going Back“ – hier als “The Essential Going Back“ betitelt -, das ja erst wenige Jahre „auf dem Buckel“ hat.

Aber „first things first“- und wir halten uns hier ja strikt an die Chronologie - “…But Seriously“ wurde erstmals am 20. November 1989 veröffentlicht. Es erreichte in allen wichtigen Märkten (sprich: USA, Großbritannien, Deutschland, Australien) die Spitzenposition der Charts – übrigens als einziges Solo-Werk von Collins. Und es wurde natürlich massenweise mit Edel-Metall „überzogen“, hier nur mal kurz die Platin-Auszeichnungen: neunfach in Großbritannien, sieben Mal in Kanada, sechsfach in Deutschland, fünf Mal in Australien und der Schweiz sowie noch vier Mal in den USA. Ach ja, einen Grammy für die “Platte des Jahres“ gab es 1990 erneut – bereits der Vorgänger “No Jacket Required“ war damit ausgezeichnet worden - auch noch dazu.

Ach ja – und dann wäre da ja noch Another Day In Paradise, der Song, den jeder liebend gerne hasst (einmal natürlich abgesehen von Phil Collins-Anhängern). Ein weltweiter Mega-Erfolg, der monatelang – gefühlt müssen es Jahre gewesen sein – die Playlisten der Radiostationen rund um den Globus zukleisterte mit seinem recht einfach gestrickten Aufbau und seinem etwas pathetischen Text über das Leben der Obdachlosen. Aber wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, dann ist es eine nette kleine Ballade, die soziale Ungerechtigkeit thematisiert und nicht wie viele andere nur eine Junge-trifft-Mädchen-Liebesgeschichte wie tausend andere Lieder. Und davon einmal abgesehen, ist es lediglich einer von zwölf Songs auf diesem Album.

Aber auch Collins analysiert in den liner notes treffend: „Hits are often payed to death on the radio, while other less fortunate tracks are ignored.“ Das gilt natürlich auch hier. Die Hälfte aller Songs wurde als Singles herausgebracht, was die Aufmerksamkeit der Hörer natürlich besonders auf diese Stücke lenkt. Und wer würde bei einer Ballade wie I Wish It Would Rain Down mit Eric Clapton an der Gitarre und dem wundervollen Pino Palladino am Fretless-Bass nicht genauer hinhören? Aber natürlich werden dann Nummern wie die rockig-funkigen Hang In Long Enough und Something Happend On The Way To Heaven nicht entsprechend gewürdigt. Aber auch Tracks wie Colours oder Heat On The Street hätten – nicht nur weil sie von der Apartheid in Südafrika oder dem Problem der Straßenkinder in Los Angeles handeln – schon ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht ja im Zuge dieser Wiederveröffentlichung?

Diese kommt wieder mit einer randvollen Bonus-CD daher, die – auch das sind wir von dieser Reihe gewohnt – sowohl Live-Versionen aus der Zeit als auch B-Seiten und Demo-Versionen beinhaltet. Die sechs Live-Songs zeigen vor allen Dingen auch deutlich auf, dass es sich bei einer Phil Collins-Show damals nicht um eine reine Balladen-Aufführung handelte, sondern ganz im Gegenteil dazu eine gehörige Portion Funk und Soul sowie eine klasse Bläser-Sektion im Spiel war. Auffällig auch, dass hier eben nicht die großen Hits vertreten sind, sondern eher die – wie oben ausgeführt – eher mal übersehenen Stücke. Eine sehr gute Entscheidung wie ich finde. Die B-Seiten That’s How I Feel und You’ve Been In Love (That Little Bit Too Long) zeigen dann wieder die Vorliebe von Collins dafür, rockige Akzente mit funkigen Bläser-Sätzen zu garnieren. Vermutlich haben sie es nicht auf die Original-CD geschafft, weil Collins zu viele ähnliche Stücke hatte. Aber gerade die letztere Nummer hätte es dabei wirklich verdient gehabt. Die Demo-Versionen zeigen dann andere Facetten der Stücke wie etwa bei Another Day In Paradise und I Wish It Would Rain Down (ohne die markante Clapton-Gitarre) oder aber, wie ein Lied nur mit Melodie also ohne zu Ende gebrachten Text wirkt, bei That’s Just The Way It Is. Allemal sehr interessant zu hören – auch wenn wohl nicht viel häufiger als ein paar Mal.

“…But Seriously“ gehört sicherlich in jede Konversation über eine rundum gelungene Pop-CD. Zu Unrecht wird die Scheibe auf Grund eines einzelnen Songs etwas abschätzig belächelt. Denn die anderen Songs können durchaus mehr als überzeugen und lassen es vergessen, dass Another Day In Paradise dem Hörer eben oft schon „aus den Ohren rauskommt“. Dafür trägt ja nun auch nicht der Künstler die Verantwortung. Aber wer Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre Pop-Musik mochte und diese immer noch mag, der kam und kommt an dieser CD und insbesondere an dieser Deluxe Edition nicht vorbei – sie zeigt Phil Collins auf den Höhepunkt seines Solo-Werks.

Bei dem achten – und bislang letzten - Solo-Album handelt es sich eigentlich nicht wirklich um ein „richtiges“ Phil Collins-Werk, denn auf “Going Back“ hat er sich einfa ch nur einige seiner Lieblings-Lieder ausgewählt, mit denen er aufgewachsen ist und die ihn als Musiker und Musik-Liebhaber besonders geprägt haben. Diese wollte er neu aufnehmen und versuchen, dabei das Gefühl zu transportieren, das er empfand, als er diese Lieder damals als Heranwachsender hörte. Dazu hat er sich erneut eine wahrlich erlesen Band ins Studio geholt. Dabei handelt es sich um die so genannten Funk Brothers Bob Babbitt, Eddie Willis und Ray Monette, die unter anderem auf Hits der Motow-Ära wie My Girl, I Heard It Through The Grapevine oder Signed, Sealed, Delivered I’m Your’s zu hören sind. Wer könnte also besser als Backing-Band geeignet sein?

Und dann noch die Song-Auswahl: (Love Is Like A) Heatwave, Papa Was A Rolling Stone, Talkin‘ About My Baby mögen die bekanntesten Songs der CD sein, aber Loving You Is Sweeter Than Ever von den FOUR TOPS oder etwa die Hayden James-Nummer Something About You kommen in dieser Fassung mit der kräftigen Bläser-Sektion noch eine Nummer druckvoller, raumgreifenden und beeindruckender als die „Klassiker“ (was hier ja eigentlich auf jeden Song zutrifft). Man merkt den beteiligten Musikern dabei wirklich an, mit wieviel Herzblut sie bei der Sache sind. Nicht nur, dass sie die Sachen spielen können (das ist ja klar), aber sie bringen die Lieder mit Seele und Feeling rüber, so dass Collins sich sicher sein kann, den Liedern gebührend seinen Respekt erbracht zu haben. Natürlich muss man einschränkend anführen, dass Collins nicht über die beeindruckende Stimme eines Smokey Robinson oder Marvin Gaye verfügt. Aber das weiß man ja schon vorher.

Interessant ist dabei, dass diese Deluxe Edition von “Going Back“ nun weniger Songs als das Original auf der ersten CD hat (und sogar noch mal weniger im Vergleich zur Ultimate Edition, die es auch schon mal gab). Collins selbst begründet das in den liner notes damit, dass er das Gefühl hatte, zu viel Musik auf die Original-Version gepackt zu haben. Und wie man im Rheinischen weiß ist alles, was mit „zu“ beginnt niemals gut. Also verzichtete Collins für “The Essential Going Back“ auf die Lieder In My Lonely Room, Blame It On The Sun, Standing In The Shadows Of Love und Jimmy Mack, veränderte die Song-Reihenfolge ein wenig – so beginnt das Werk nun mit dem Titeltrack, der das Original eigentlich beendete und kommt jetzt nur noch auf rund 45 Minuten Spielzeit. Das könnte bei dem einen oder anderen Fan nun natürlich dazu führen, dass er sich (wenn er zunächst diese Deluxe Edition erwirbt) dann auch noch das Original wegen der vier verpassten Stücke zulegt.

Aber an dieser Deluxe-Ausgabe führt für Fans ohnehin kein Weg vorbei, denn die Bonus-Disc ist eine wahre Wonne. Sie ist gefüllt mit dem Mitschnitt eines Konzerts im Roseland Ballroom New York. Hier werden 16 Stücke von einer wahrhaft furios spielenden Band geradezu „zelebriert“. Dabei hat Collins auch einige Überraschungen im Gepäck, denn neben einer Auswahl des Albums hat er mit Ain’t Too Proud To Beg, Dancing In The Street, Ain’t That Peculiar und My Girl auch vier Stücke in der Setlist, die es eben bislang nur auf der oben bereits angesprochenen Ultimate Edition von “Going Back“ zu hören gab.

Es wird sicherlich einige Kritiker geben, die sich daran stören, dass die Stimme von Collins nicht so gut zu den Nummern passt wie zu seiner eigenen Musik. Das Argument ist valide, wird aber diejenigen, die seine Musik eben wegen seiner Art zu singen und zu performen hören nicht weiter abschrecken. Denn es kann keiner erwarten, dass Collins mit seiner Version das Original von Papa Was A Rolling Stone in den Schatten stellt – das ist auch George Michael nicht gelungen und der hat die wahrlich „größere“ Stimme. Aber man kann an der Version auf dieser CD trotzdem seine Freude haben und danach das Original rauskramen. Ich denke, damit ist sogar ziemlich genau die Intention von Collins erfasst, als er dieses Projekt in Angriff nahm. Es gab ihm die Möglichkeit, zum einen mit Musikern zusammen zu arbeiten, die er seit seiner Jugend bewunderte und zudem einigen seiner musikalischen Heroen Tribut zu zollen und so vielleicht auch wieder ein wenig Aufmerksamkeit auf diese zu lenken. Auf jeden Fall ist “Going Back“ ein wirklich schönes Album geworden, das diese Wiederveröffentlichungs-Reihe würdig beschließt.

Mit “…But Seriously“ und “Going Back“ geht denn diese Reihe an Wiederveröffentlichungen von Phil Collins-Werken in Deluxe Editionen genauso zu Ende, wie sie begonnen und fortgeführt wurde. Jedes der Alben wurde würdig aufgearbeitet, mit sorgsam ausgewählten Bonus-Stücken angereichert, die zum einen die Songs im Live-Gewand zeigten, aber auch in ihrem roh belassenen Demo-Zustand. Zudem wurden einige sehr gelungene B-Seiten beigefügt, die ja nicht jeder Collins-Fan (außer er sammelt auch Singles) sein eigen nennen konnte. Da lohnt sich die Anschaffung wirklich jedes einzelnen Werks. So dürfen Deluxe Editionen ruhig häufiger aussehen.

Marc Langels, 07.06.2016

 

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