Queensryche

Empire [Remastered]

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.06.2021
Jahr: 2021
Stil: Progressive Metal
Spiellänge: 102:32
Produzent: Peter Collins & Steve Hammonds

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Plattenfirma: Universal Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Def Leppard

Metallica

Titel
Disc 1: Empire [Remastered]
01. Best I Can
02. The Thin Line
03. Jet City Woman
04. Della Brown
05. Another Rainy Night (Without You)
06. Empire
07. Resistance
08. Silent Lucidity
09. Hand On Heart
10. One And Only
 
11. Anybody Listening?
Disc 2: Concealed Empire – Bonus Tracks
01. Last Time In Paris (B-Side)
02. Scarbrough Fair (B-Side)
03. Dirty Lil Secret (B-Side)
04. Silent Lucdity (Single Edit)
05. Empire (Single Edit)
06. I Dream In Infrared (Acoustic Version/B-Side)
07. Prophecy (Live In Tokyo/B-SIde)
08. Best I Can (Radio Edit/B-Side)
09. Anybody Listening? (Radio Edit)
Musiker Instrument
Geoff Tate Gesang & Keyboards
Chris DeGarmo Gitarre, Keyboards & Gesang
Michael Wilton Gitarre & Gesang
Eddie Jackson Bass & Gesang
Scott Rockenfield Schlagzeug & Percussion

Nach dem Erfolg von “Operation: Mindcrime“ und dem damit verbundenen Durchbruch standen die US-Metaller QUEENSRYCHE vor der schwierigen Aufgabe, ihrem Meisterwerk einen ebenbürtigen Nachfolger zur Seite zu stellen, der nicht ein bloßer Abklatsch oder eine Reproduktion der vorangegangenen Sounds war. Dazu entschieden sich die Haupt-Songwriter Geoff Tate, Chris DeGarmo und Michael Wilton zum einen, keine Fortsetzung der “Mindcrime“-Geschichte zu schreiben, sondern für sich alleine stehende Songs zu komponieren. Und zum anderen wollte die Band ihren Klangkosmos weiter ausbauen und mischte zunehmend Rock-Elemente mit ihrem Metal-Sound. Das Ergebnis hörte dann auf den Titel “Empire“ und ist auch nach 30 Jahren das bislang erfolgreichste Album der Band, was auch damit zusammenhängen könnte, dass es gerade noch vor dem Durchbruch der Grunge-Szene erschien. Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums wird das Album – zusammen mit “Operation: Mindcrime“ – in mehreren Versionen neu aufgelegt wird.

Obwohl QUEENSRYCHE hier kein Konzeptwerk erarbeitet haben, so handeln doch etliche der insgesamt elf Stücke von sozialen Missständen, wie etwa Armut (in Della Brown) oder körperlichen Einschränkungen (wie in Best I Can) oder mit ihrem Aufruf zum Protest gegen Klimaverschmutzung (in dem Song Resistance). Zudem setzt sich der Titel-Song generell mit sozialen Verwerfungen in der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Daneben geht es aber auch mal um zwischenmenschliche Beziehungen (The Thin Line, Jet City Woman, Another Rainy Night (Without You), Hand On Heart sowie One And Only) oder aber die Konsequenz, die die Entscheidung für ein Leben als Musiker mit sich bringt (Anybody Listening?). Und beim größten Hit ihrer Karriere (Silent Lucidity) entführt die Band den Hörer in eine Traumwelt.

Musikalisch zeigte sich “Empire“ ebenfalls deutlich zugänglicher als das komplexe “Operation: Mindcrime“, das experimentelle “Rage For Order“ oder der doch sehr typische New Wave of British Heavy Metal-Sound auf dem Debüt “The Warning“. Die Ballade Silent Lucidity schaffte es sogar in die Top Ten der amerikanischen Single-Charts. Aber auch die anderen drei Single-Auskopplungen Empire, Best I Can und Jet City Woman erreichten äußerst respektable Chart-Positionen - und das nicht nur in ihrer amerikanischen Heimat sondern zum Beispiel auch in Großbritannien. Dabei ist der Ansatz der Band in diesem Fall hoch-melodiös. Jeder Song ist auf seine Art sehr eingängig. Im Vergleich zum Vorgänger kommen hier auch wieder verstärkt Keyboard-Sounds zu Einsatz. In seiner Gesamtheit besticht das Album aber vor allen Dingen durch den Abwechslungsreichtum der Songs. Zudem traf es einfach den Nerv der Zeit: auf der einen Zeit eine Art „Hochglanz-Metal“, der aber auf der anderen Seite schon mit ernsteren Themen als die meisten Zeitgenossen aufwartete. So wurden QUEENSRYCHE ihrem Ruf als „thinking man‘s Metal band“ einmal mehr als gerecht.

Auch “Empire“ wurde für diese Auflage noch einmal neu gemastert in den Abbey Road Studios – und auch hier (wie schon bei “Operation: Mindcrime“) stellt sich die Frage, ob das wirklich nötig gewesen wäre, denn der Sound der Original-Scheibe – für den erneut wie beim Vorgänger Peter Collins verantwortlich zeichnete - war hervorragend. Schon beim Remastering aus Anlass des 20-jähigen Jubiläums waren keine auffälligen Unterschiede hörbar, außer vielleicht wenn man das Album über ein Studio-Mischpult oder eine wirkliche High-End-Audio-Anlage hört. Ansonsten sind aber keine merklichen Qualitätsverbesserungen auszumachen.

Wie auch bei “Operation: Mindcrime“steht der interessierte Hörer nun vor der Frage, ob und wenn ja, welche Version des Albums er erwerben möchte. Die Doppel-CD, die hier zur Rezension vorliegt, kommt mit einer CD voller Radio Edits und Single-B-Seiten daher, die jeder Fan bereits kennt, der damals die vier Singles oder aber die “20th Anniversary Edition“ erworben hatte. Das arg gewöhnungsbedürftige Cover von Scarborough Fair (bereits aufgenommen 1986 noch zu “Rage For Order“-Zeiten, zu denen es auch besser passte) war die B-Seite der Empire-Single. Der Akustik-Remix des “Rage For Order“-Klassikers I Dream In Infrared stammt ebenso von der Best I Can-Auskopplung wie auch die hier vorhandene Live-Version von Prophecy. Und auch die übrigen B-Seiten Last Time In Paris, Dirty Lil Secret und der Radio-Edit von Anybody Listening? Sind kaum wirkliche Kaufanreize, dafür sind die beiden ersten Songs zu schwach und auch der letztgenannte ist ja nur eine verkürzte Version des Originals, das in seiner gesamte Länge aber noch mehr erstrahlt.

Als Alternative kommt daher vor allen Dingen das Box-Set in Frage, das neben den bereits beschriebenen Bonus-Tracks noch eine weitere CD mit Live-Aufnahmen enthält (die bereits vor zehn Jahren im Rahmen der “20th Anniversary Edition“ veröffentlicht wurden), die 1990 im Londoner Hammersmith Odeon aufgenommen wurden. Zusammen mit den Live-Songs der Neu-Auflage von “Operation: Mindcrime“ repräsentieren sie das ganze Konzert von damals. Der Mitschnitt zeigt QUEENSRYCHE‘s Aufstieg von der Support-Band für DEF LEPPARD auf deren “Hysteria“-Tour über METALLICA bei deren “… And Justice For All“-Tour hin zum weltweiten Headliner-Act auf der eigenen “Building Empires“-Tour. Die DVD enthält die “Building Empires“-VHS von damals, die wirklich ein Fest für jeden Fan ist, die man aber wohl auch meistens schon im Schrank stehen hat.

Insofern bietet auch diese Box leider wenig wirklich Neues für echte QUEENSRYCHE-Fans. Gerade im Vergleich zu der Auflage von vor zehn Jahren ist das zu wenig für eine Neu-Anschaffung der Doppel-CD oder auch etwa des Box-Sets. Nicht, weil das Album “Empire“ nicht ein fantastisches Album und ein Stück musikalische Zeitgeschichte wäre, dessen Themen auch heute noch aktuell sind – und sich etwa im Fall von Resistance mit Blick auf die „Fridays For Future“-Bewegung sogar als geradezu prophetisch erwiesen haben. Insofern gehört “Empire“ aus meiner Sicht weiterhin zu den Meisterwerken des amerikanischen Heavy Metal, das man sicherlich alle zehn Jahre feiern könnte. Aber dann sollte man sich doch bitte etwas mehr Mühe mit wirklichen Bonus-Songs geben, die auch die langjährigen Fans ansprechen und zum Kauf verleihen können. Diese sucht man hier aber – ebenso wie bei der Neu- Auflage von “Operation: Mindcrime“ – leider vegebens.

 

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