Queensryche

Operation: Mindcrime [Remastered]

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.06.2021
Jahr: 2021
Stil: Progressive Metal
Spiellänge: 122:16
Produzent: Peter Collins & Steve Hammonds

Links:

Queensryche Homepage

Queensryche @ facebook

Queensryche @ twitter


Plattenfirma: Universal Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Rush

Operation: Mindcrime

Titel
Disc 1: Operation: Mindcrime [Remastered]
01. I Remember Now
02. Anarchy-X
03. Revolution Calling
04. Operation: Mindcrime
05. Speak
06. Spreading The Disease
07. The Mission
08. Suite Sister Mary
 
09. The Needle Lies
10. Electric Requiem
11. Breaking The Silence
12. I Don't Believe In Love
13. Waiting For 22
14. My Empty Room
15. Eyes Of A Stranger
Disc 2: Operation: LIVEcrime
Complete Album Live At Hammersmith Odeon London, 15/11/1990
Musiker Instrument
Geoff Tate Gesang & Keyboards
Chris DeGarmo Gitarre & Gesang
Michael Wilton Gitarre & Gesang
Eddie Jackson Bass & Gesang
Scott Rockenfield Schlagzeug, Percussion & Keyboards
Gastmusikerin:
Pamela Moore Gesang

Auch mehr als 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat das Metal-Meisterwerk "Operation: Mindcrime" nichts von seiner Faszination und vor allen Dingen von seiner Relevanz verloren. Man könnte sogar meinen, dass angesichts von alltäglichem Populismus, verdrehten Fakten sowie Hass und Hetze in den sozialen Medien (und nicht nur dort) die Geschichte von Nikki, der sich zum Mörder machen lässt, heute fast noch aktueller ist als damals 1988 als das Meisterwerk der amerikanischen Progressive Metal-Legende QUEENSRYCHE erstmals erschien. Ein guter Grund also, das Werk – parallel zum kommerziell erfolgreichsten Album der Band-Geschichte, “Empire“ – nun noch einmal ein einer remasterten Version neu aufzulegen. Dabei gibt es beide Alben in mehreren Versionen: zusätzlich zur Originalversion, die als 180-Gramm-Doppel-Vinyl remastered erscheint, gibt es sie dann als erweiterte Doppel-CDs und als Multi-Disc-CD+DVD-Boxset, das keine Wünsche mehr offen lässt.

Das dritte Studioalbum von QUEENSRYCHE, “Operation: Mindcrime“, brachte das Quintett dabei auf eine inhaltlich völlig neue Ebene. Das Konzept, das sich in den Songs offenbart, dreht sich um den Charakter von Nikki, einem von der Gesellschaft desillusionierten Jugendlichen, der in eine sektenähnliche revolutionäre Gruppe hineingezogen wird, die von dem skrupellosen und manipulativen Dr. X (gesprochen von dem britischen Schauspieler Anthony Valentine) angeführt wird. Nikki wird mit Drogen und einer Gehirnwäsche dazu gebracht, politische und religiöse Persönlichkeiten zu ermorden, bis seine Freundschaft mit der Nonne Schwester Mary ihm schließlich die Augen für die Wahrheit öffnet. Aber da ist schon fast zu spät für ihn.

Diese packende und emotionale Geschichte wurde von der Band mit einer ebensolchen Musik unterlegt. Dabei war der Sound von Produzent Peter Collins (zuvor unter anderem mit RUSH sehr erfolgreich) deutlich weniger experimentell als es noch beim Vorgänger “Rage For Order“ der Fall war. Getragen von dem exzellent harmonierenden Gitarren-Doppel Chris DeGarmo und Michael Wilton reiht sich hier ein Metal-Kracher an den nächsten: Revolution Calling, Operation: Mindcrime, Speak, Spreading The Disease, The Mission, The Needle Lies, Breaking The Silence, I Don‘t Believe In Love und Eyes Of A Stranger sind abwechslungsreiche, hoch-emotionale Meisterwerke, die die Handlung quasi atemlos nach Vorne treiben, selbst nachdem es in der Suite Sister Mary den emotionalen Höhepunkt erreicht, in der Nikki den Auftrag erhält (und dann auch ausführt), Schwester Mary zu töten. Verknüpft durch zahlreiche Zwischenspiele, die die Handlung vorantreiben, wird der Hörer zunehmend immer tiefer in die Geschichte hineingezogen.

Die Stücke werden dabei von DeGarmo/Wilton nicht nur mit jeder Menge famoser Riffs sondern auch mit zahllosen Gitarren-Duellen zusätzlich aufgewertet, insbesondere dann wenn die beiden Sechs-Saiter zu harmonierenden Doppel-Leads ansetzen. Darüber aber thront der Gesang von Geoff Tate (der seine Solo-Band dann ja auch OPERATION: MINDCRIME benannte), der schon auf den vorhergehenden Alben seinen Ruf als einer der besten Sänger im Bereich Heavy Metal begründet hatte, sich hier aber in den Bereich der unbestrittenen Gesangs-Götter aufschwang. Seine Präsenz, sein Umfang und der Ausdruck, den er in jede Zeile legt gehören einfach zum Besten, was man zu hören bekommen kann. Tatkräftige Unterstützung bekam er dabei von DeGarmo, Wilton, Jackson und sogar Rockenfield, die mit ihren Background-Vocals dem Sound noch eine zusätzliche Facette gaben, über die nicht viele andere Bands in dieser Form verfügten.

Neu gemastert wurde dieses Jahrhundert-Werk in den mindestens genau so legendären Abbey Road Studios, dabei kann man wirklich darüber diskutieren, ob der damals schon wirklich sehr gute Sound der Aufnahme durch die zusätzliche Nachbearbeitung noch einmal in seiner Qualität aufgewertet wurde. Einen allzu großen Unterschied kann ich beim besten Willen nicht feststellen. Insofern sind es eher die Bonus-Scheiben die darüber entscheiden, ob man die Scheibe noch einmal in die heimische Sammlung packen will. Der vorliegende Fall ist dabei die Doppel-CD-Version, die auf der zweiten Scheibe eine komplette Aufführung des Werkes im Londoner Hammersmith Odeon vom 15. November 1990. Der Klang des Mitschnitts ist dabei nicht perfekt aber herrlich live und die Band präsentiert sich in wirklich hervorragender Verfassung.

Allerdings ist dieser Mitschnitt nicht neu, sondern lag schon der “Deluxe Edition“ von 2006 bei, die darüber hinaus auch noch “Video: Mindcrime“ beinhaltete. Das heutige “Deluxe Box Set“ umfasst daneben noch eine weitere komplette Aufführung aus Wisconsin und dem Jahr 1991, die einige Fans der Band schon als “Operation: LIVEcrime“ im Schrank stehen haben könnten. Insofern bleiben nur ein paar Boni wie die Extended Version von I Don‘t Believe In Love, der B-Seite Overseeing The Operation sowie den Bonus-Tracks The Mission, My Empty Room, The Lady Wore Black und Roads To Madness (wobei die Ankündigung nicht klar macht, ob es sich um Live- oder alternative Versionen oder die regulären Tracks handelt) und einem Interview mit der Band als Anreize.

Aus der Sicht eines langjährigen Fans muss ich daher feststellen, dass die Neu-Auflagen leider wenig wirklich „Neues“ bieten. Insofern richten sich die Neu-Auflagen entweder an Komplettisten oder aber an Neu-Entdecker. Und da die Thematik des Albums, wie oben angedeutet, ja derzeit aktueller denn je ist, wäre es natürlich wünschenswert, wenn eine neue Generation an Musik-Fans dieses außergewöhnliche Werk einer fantastischen Band entdeckt, die sich damals wohl wirklich auf dem Höhepunkt ihres kreativen Schaffens befand.

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music