Rainbow

Down To Earth - Deluxe Edition

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rainbow
Down To Earth - Deluxe Edition, Universal Music, 2011 (1979)
Ritchie BlackmoreGuitar
Cozy PowellDrums
Roger GloverBass
Don AireyKeyboards
Graham BonnetVocals
Produziert von: Roger Glover Länge: 106 Min 23 Sek Medium: CD
Disc One - Original Album:
01. All Night Long06. Love's No Friend
02. Eyes Of The World07. Danger Zone
03. No Time To Lose08. Lost In Hollywood
04. Makin' Love09. Bad Girl (7" Single B-Side)
05. Since You've Been Gone10. Weiss Heim (7" Single B-Side)
Disc Two - Down To Earth - A Work In Progress:
01. All Night Long (Instrumental Outtake)07. Danger Zone (Instrumental Outtake)
02. Eyes Of The World (Instrumental Outtake)08. Lost In Hollywood (Instrumental Outtake)
03. Spark Don't Mean A Fire09. Bad Girls (Instrumental Outtake)
04. Makin' Love (Instrumental Outtake)10. Ain't A Lot Of Love In the Heart Of Me (Instrumental Outtake)
05. Since You've Been Gone (Instrumental Outtake)11. Eyes Of The World (Instrumental Outtake)
06. Ain't A Lot Of Love In The Heart Of Me12. All NIght Long (Cozy Powell Mix)

Wieder einmal zurück in die Vergangenheit: Als ein guter Freund von mir zum "rechten Wege" bekehrt wurde und daraufhin sich seiner "teuflischen Vergangenheit" - sprich seiner gesamten Schallplattensammlung - per Zerstörung entledigen wollte/musste, gelang es mir, aufgrund unserer langjährigen Freundschaft, fünf Scheiben vor dem Höllenfeuer zu bewahren. Alle krieg ich jetzt nicht mehr zusammen, aber eine davon war RAINBOW "Down To Earth"!
Was hab ich diese Scheibe geliebt! Schon die fünf Eröffnungs-Double-Stopps von All Night Long waren die halbe Miete. Und dann dieses Mörder-Organ von Graham Bonnet, der sich im Hintergrund schon mal warm kreischt - fast im Stile von Jimmy Barnes. Dynamisch hervorragend aufgebaut, knallte der Refrain so richtig geil rein. Dazwischen wurd's immer mal ein bisschen poppig - Blackmore wollte mit Gewalt den amerikanischen Markt erobern - aber es drückt und schob doch immer noch recht prächtig. Kein Wunder, bei so einem Dampfhammer-Schlagzeuger wie Cozy Powell und dem bewährten Bassisten Roger Glover in der Rhythmusabteilung. Und dazu den Schreihals von Graham Bonnet am Mikro. Mit seinem Dinner-Jacket und seiner Sonnenbrille passte der zwar so gar nicht ins bisherige Konzept und auf der Bühne war das schon sein Stilbruch, wenn der von Drachen und Rittern sang, aber auf Tonträger passte das schon.
Mit Don Airey hatte Ritchie einen weiteren Experten an Bord. Nicht von ungefähr beerbte jener Don Airey vor ein paar Jahren Jon Lord bei DEEP PURPLE. Besetzungstechnisch ging das also praktisch nicht mehr besser.
Und die Songs haben auch gepasst, wenn auch aus heutiger - und meiner - Sicht nicht mehr alles Gold ist, was da geglänzt hat. Trotzdem hatte alles noch einen guten Drive und Blackmore steckte voller Ideen. Und wie immer, wenn er eine neue Mannschaft zusammenhatte, hatten die erst einmal mehr Freiheiten. Eyes Of The World, ein herrlich schiebender Song, der von Cozy Powell gnadenlos nach vorn gepeitscht wird und der bei allem Mainstream immer noch gut rockt. No Time To Lose hätte beim Sanges-Vorgänger Ronnie James Dio sicher anders geklungen - mehr nach Rock'n'Roll - und in gewisser Weise klingt es ein bisschen wie Can't Happen Here vom nächsten Album "Difficult To Cure" (dann schon mit Joe Lynn Turner am Gesang, aber allein der Instrumental-Mittelpart ist des Hörens wert.
Makin' Love hat eines dieser wundervollen Intros, die sich so herrlich aufbauen, wie sie wohl nur Ritchie Blackmore fertig brachte. Ich hab den Song immer sehr gemocht. Wie der so gemächlich dahin hoppelt und sich dann zu einem Tornado auftürmt. Geil.
Damals war das natürlich noch eine tolle Sache: Die A-Seite mit All Night Long beginnend und die B-Seite mit Since You Been Gone. Dieser Effekt geht bei einer CD leider verloren, aber nichtsdestotrotz bleibt das immer noch ein toller Song, der einen jedes Mal wieder umgehen mitreißt. Radio-angepasst oder nicht. Wer kann sich diesem Refrain entziehen?

Love's No Friend brachte Ritchie's Bluesvorliebe in den Sound der Platte ein. Klingt im Endeffekt ein bisschen wie der entfernte, Mainstream-Verwandte von Misstreated. Rockiger, derber, wurde es dann wieder mit Danger Zone. Kein großer Wurf, aber diese Truppe macht einfach Spaß.
Richtig geil wird es natürlich mit dem Überholspur-Rocker Lost In Hollywood. Das dürfte Cozy Powell so richtig Spaß gemacht haben und entsprechend knüppelt er die Band hier voran. Und dieses Organ von Bonnet ist natürlich beeindruckend und war vielleicht nie mehr besser.
Ritche glänzt natürlich mit all seinen typischen Läufen und Licks. Nichts Spektakuläres, aber bei ihm damals immer ein Ohrenschmaus.
Zunächst gibt’s hier zwei leidlich bekannte Bonustracks, die damals als Single-B-Seiten fungierten. Das ganz passabel rockende Bad Girl und Weiss Heim, wo sich Ritchies Deutschland- und Klassikschwäche Bahn bricht.

Zudem gibt es bei dieser "Deluxe Edition" eine weitere Disc, mit überwiegend Instrumental-Versionen der bekannten Songs. Ist jetzt vielleicht nicht so prickelnd und mancher hätte sich wohl lieber eine paar Live-Nummern gewünscht, aber die Zeit dieser Besetzung war kurz und was Adäquates hat sich vielleicht nicht gefunden.
Für Musiker dürfte diese Scheibe durchaus ihren Reiz haben. Die Instrumentalisten können sich, unabgelenkt vom Gesang, in die Feinheiten der Aufnahmen vertiefen und falls sich jemand gesanglich berufen fühlt, kann er es hier mal dem Graham Bonnet so richtig zeigen. Nur zu.
Für den Rest gibt es immerhin mit Spark Don't Mean A Fire eine Art Alternativversion zu Eyes Of The World die etwas banal ist, aber ganz gut rockt und Ain't A Lot Of Love In The Heart Of Me dürfte der Bruder von Love's No Friend sein.
Dazu noch ein umfangreiches Booklet und der gewohnte Deluxe-Digi-Pack und man hat ein schönes Re-Issue. Vom Songmaterial her sicher mengenmäßig eingeschränkt, aber trotzdem besser als ich erwartet hätte. Und soo teuflisch war's ja dann auch nicht...

Epi Schmidt, 16.04.2011

 

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