Ralf Scheepers

Scheepers


CD-Review

Reviewdatum: 28.02.2011
Jahr: 2011
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Ralf Scheepers
Scheepers, Frontiers Records, 2011
Ralf ScheepersGesang, Gitarre & Keyboards
Tim “Ripper” OwensGesang (Remission Of Sin)
Magnus KarlssonGitarre, Banjo, Akkordeon & Keyboards
Sander GommansGitarre
Mike ChlasciakGitarre
Alex BeyrodtGitarre
Kai HansenGitarre
Victor SmolskiGitarre
Mat SinnerBass & Keyboards
Snowy ShawSchlagzeug
Produziert von: Ralf Scheepers Länge: 52 Min 38 Sek Medium: CD
01. Locked In The Dungeon07. Before The Dawn
02. Remission Of Sin08. Back On The Track
03. Cyberfreak09. Dynasty
04. The Fall10. The Pain Of The Accused
05. Doomsday11. Play With The Fire
06. Saints Of The Rock12. Compassion

Soloplatten von Frontmännern bekannter Bands sind häufig eine zweischneidige Sache. Denn auf der einen Seite sind es natürlich gerade die Fans, die ein solches Werk kaufen. Aber auf der anderen Seite ist eine Solo-Scheibe ja eben dazu da, um auch andere musikalische Seiten auszuloten – und da wollen manche Fans dann eben nicht immer folgen und fangen an sich über Veränderung zu beschweren. In dieser Hinsicht geht der frühere GAMMA RAY- und heutige PRIMAL FEAR-Frontmann Ralf Scheepers sehr geschickt vor. Er erweitert seinen musikalischen Horizont, geht dabei aber so vorsichtig vor, dass er immer auf dem sicheren Boden des Heavy Metal bleibt.

Dabei beginnt das Album eher unspektakulär. Die ersten beiden Stücke (Locked In The Dungeon und Remission Of Sin, bei dem auch Tim „Ripper“ Owens gastiert) sind relativ typische Heavy Metal-Brecher, die genau in dieser Form auch auf einem PRIMAL FEAR-Album ihren Platz gefunden hätten. Gewiss nicht schlecht, aber eben auch nichts, wofür man ein Solo-Album gebraucht hätte. Aber bei Cyberfreak bekommt das Werk dann die Kurve und die Stücke werden stärker, abwechslungsreicher und interessanter. Dabei bleibt eben jenes Cyberfreak am nachhaltigsten im Gedächtnis hängen. Die Stimmung ist aggressiv und unterkühlt, die Gitarren riffen sehr eingängig und Scheepers liefert einen eindruckenden Beweis dafür, warum er Deutschlands Antwort auf den Metal God ist.

Und genau auf diesem hohen Niveau legt er mit The Fall und Saints Of The Rock nach. Dabei klingt die Art Metal ein wenig nach JUDAS PRIEST in den 1980er-Jahren etwa zwischen “Turbo“ und dem unterbewerteten “Ram It Down“. Wieder eine tolle Melodie-Linie und starker Gesang. In die gleiche Kerbe aber mit etwas modernerer Ausrichtung schlägt zwischenzeitlich Doomsday, das schön mit verschiedenen Tempi, Stimmungen und Härtegraden spielt und so etwas vertrackter wirkt, als es eigentlich ist.

Einen waschechten Tribut hat Scheepers mit Before The Dawn dabei, bei dem er das JUDAS PRIEST-Original toll nachspielt und singt. Wobei hier eben die Besonderheit ist, dass der Sänger Scheepers alle Instrumente – mit Ausnahme der Gitarren-Soli von Victor Smolski (RAGE) – selber eingespielt hat. Dafür gebührt ihm Respekt. Ansonsten bleibt es aber ein Song, der vielleicht besser auf ein Tribut-Album gepasst hätte.

Danach verflacht das Album leider ein wenig und bietet wieder den gewohnten Metal-Stoff, den PRIMAL FEAR nun einmal einfach zwingender bringen. Dabei sollte man aber ein Stück wie The Pain Of The Accused nicht so leicht übersehen, denn das Stück bietet ein schönes hymnisches Stück Metal. Und den Abschluss bildet mit Compassion, das stilistisch auch auf Michael Kiskes (Ex-HELLOWEEN) “Past In Different Ways“ gepasst hätte.

Scheepers ist mit “Scheepers“ ein gutes Solo-Album gelungen, aber kein überragendes. Dafür hätte er in meinen Augen konsequenter mutig sein müssen, denn die besten Stücke sind eben die, die sich etwas abseits des vertrauten PRIMAL FEAR-Pfades bewegen und auch mal kleinere musikalische Risiken eingehen. Alles andere hätte auch keiner Solo-Platte bedurft.

Marc Langels, 26.02.2011

 

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