Rammstein

Rosenrot

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.11.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Rammstein
Rosenrot, Universal Music, 2005
Till Lindemann Gesang
Richard Z. Kruspe Gitarre
Paul Landers Gitarre
'Flake' Lorenz Keyboards
Oliver Riedel Bass
Christoph Schneider Schlagzeug
Gäste:
Sharleen Spiteri Additional Vocals (Stirb nicht vor mir)
Carmen Zapata Additional Vocals (Te Quiero Puta)
Christo Hermanndos Trumpets
Produziert von: Jacob Hellner & Rammstein Länge: 48 Min 08 Sek Medium: CD
1. Benzin7. Zerstören
2. Mann gegen Mann8. Hilf mir
3. Rosenrot9. Te Quiero Puta
4. Spring10. Feuer und Wasser
5. Wo bist du11. Ein Lied
6. Stirb nicht vor mir

Zwei Jahre, vier Jahre, drei Jahre...
Um etwas Aufklärung zu betreiben, es handelt sich um die zeitlichen Abstände zwischen den bisherigen Studioalben von RAMMSTEIN. "Herzeleid" (1995), "Sehnsucht" (1997), "Mutter" (2001) und "Reise, Reise" (2004) stehen für erstklassige Veröffentlichungen einer Band die internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Nicht umsonst lässt sich im Falle RAMMSTEIN von einer weltweit erfolgreichen Gruppe sprechen.

Ein Jahr...
"Rosenrot" steht bereits ein Jahr nach ihrem bis dato reifsten Werk ("Reise, Reise") in den Läden und hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Taten die bisherigen Pausen ihren Scheiben gut und ließen als Resultat eine permanente Weiterentwicklung erkennen, so kann man jetzt erstmals eine Stagnation feststellen. Nach wie vor braucht der deutsche Härte-Sechser keine Konkurrenz zu scheuen, doch gemessen am eigenen Output ist hundertprozentige Begeisterung nicht unbedingt angesagt.
Woran liegt das? Sieben der elf Tracks stammen bereits aus den Sessions zum Vorgänger. Angeblich passten sie stilistisch nicht auf das Album. Mag sein. Andererseits waren sie aber vielleicht auch nicht gut genug.
"Rosenrot" wurde als "ruhiger ausgefallen" angekündigt. Hört man die Scheibe, kann man lästernd auch behaupten, die Begeisterung der Hörer wäre gemeint.

Die erste Single und gleichzeitig Opener des neuen Longplayers, Benzin, ist eine bandtypische, brachiale Breitseite und lässt den Daumen steil nach oben zeigen. Spring und Zerstören erinnern ebenfalls stark an die Songs des letztjährigen Album. Kraftvoll wie einst Mein Teil oder Keine Lust.
Rosenrot eignet sich aufgrund seiner Eingängigkeit bestens als Single und bietet einen interessanten Kontrast von fast schon Schunkellied-Charakter und der typischen RAMMSTEIN'schen Finsternis.
Das in spanischer Sprache vorgetragene Te Quiero Puta ist sicherlich auch als Reminiszenz an die Fans aus Südamerika zu verstehen. Klingt mit seinen typisch mexikanischen Trompeten aber auch für westeuropäische Ohren hörenswert. Nett ebenso das Duett Stirb nicht vor mir mit der Gastsängerin Sharleen Spiteri. Aber eben nur nett, nicht überragend wie vor Jahren beispielsweise Engel. RAMMSTEIN goes Pop? Immerhin ein Versuch, nicht im engen Korsett des eigenen Stils zu ersticken.
Hilf mir ist ein schwacher Abklatsch von Spieluhr, Wo bist Du ein Füller vom Übelsten (zu dem mir einfach nichts mehr einfällt...) und Ein Lied vollkommen belanglos. Feuer und Wasser glänzt zwar durch einen "skandalösen" Text, aber so richtig schocken tut das niemanden mehr. Der Verdacht, krampfhaft nach Aufsehen erregenden Themen zu suchen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Stellenweise lässt sich von "reim Dich oder ich fress Dich" reden.

Ich traue mich kaum zu erwähnen, dass ich gerne mal wieder etwas im Stile von Laichzeit oder Wollt Ihr das Bett in Flammen sehen? gehört hätte. So eine fünf- bis sechsminütige Heavy-Hymne hätte der Scheibe wahrlich gut getan. Will sagen: Eine Rückkehr zu alten Arrangements muss nicht unbedingt verkehrt sein und kommt vielleicht besser, als sich schwächer werdend zu zitieren.

RAMMSTEIN-Fans kommen sicherlich nach wie vor auf ihre Kosten und werden sich beim Lesen dieser Zeilen eventuell fragen, was ich da gehört habe. Der Sound ist trefflich wie immer, das Cover ist gelungen und es sind doch starke Songs mit allen beliebten Trademarks vorhanden. Klar, aber ein paar Treffer gereichen nicht zu einem Spitzenalbum. Und genau das war (und ist es bis heute) "Reise, Reise".
Wie oft in solchen Momenten, frage ich mich warum es vergleichsweise so wenige Mini-Alben gibt. "Rosenrot" wäre ein gutes geworden. Benzin, Rosenrot, Spring, Zerstören, Stirb nicht vor mir, Te Quiero Puta. 'nough said.

Jürgen Ruland, 07.11.2005

 

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