Raven Henley

Richtung Schicksal


CD-Review

Reviewdatum: 04.12.2010
Jahr: 2010
Stil: Punk Rock

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Redakteur(e):

Kristin Krauß


Raven Henley
Richtung Schicksal, Rookies & Kings / Soulfood, 2010
Raven HenleyVocals
Walter UnterhauserGuitar, Bass
Mark EngelsDrums
Philipp Burger, Markus Stein, Joachim BergmeisterBacking Vocals
Produziert von: Philipp Burger, Alex Lysjakow Länge: 32 Min 36 Sek Medium: CD
01. Aus dem Weg06. Wochenende
02. Nie und nimmer!07. Du brauchst keinen Namen
03. Neue Ziele - Neues Glück08. Schweinehund
04. Mein Leben ohne Dich!09. Die Norm
05. Richtung Schicksal

Patrick Henselin aus Husum hat zwei Dinge richtig gemacht:
1. Er hat sich ein ziemliches cooles Alias zugelegt.
2. Er hat ein optisch recht kultiges Debütalbum auf den Markt geworfen.
Das Erstlingswerk von eben jenem Raven Henley nennt sich "Richtung Schicksal" und ist eine Mischung aus Punk Rock und Singer/Songwritertum, wobei von Letzterem am Ende des Tages relativ wenig übrig bleibt.

Mit Aus dem Weg beginnt das Album zwar mit einem kleinen Aha-Effekt, Henleys tiefe Stimme kommt nicht unsympathisch rüber. Doch ziemlich schnell nerven die immer wieder gleich klingenden Sing A Long Refrains, die abwechselnd an BÖHSE ONKELZ oder DIE TOTEN HOSEN erinnern.
Schade, denn der Opener verspricht zunächst eine ganz andere Gangart. Dass man sich dann auch noch Dank deutscher Texte auf extrem dünnen Eis bewegt, macht die Sache nicht einfacher. Mag auf den ersten Blick die sehr plakative Ballade Mein Leben ohne dich! daneben sein, stellt sich doch bald heraus, dass dieses Lied in seiner Einfachheit vielleicht doch eine Sternstunde ist.
Schlimmer sind jedoch die Möchtegern-Durchblick und Aufsteh-Parolen, die immer und immer wieder aufgebrüht werden. Die ebenfalls Deutsch (Punk) Rock typische Ich-hab-den-Durchblick-und-ihr-anderen-seid-ja-nur-Rädchen-im-Getriebe Attitüde wird zu allem Überfluss auch noch bemüht.

Innovativ ist das alles nicht - da ist das Brimborium, welches Drumherum durch das Rookies & Kings Label in Form von Stefan Harder und Burger Philipp aufgezogen wird, schon recht groß angelegt. Vielleicht hätte die ganze Musik und Text Klicke aka Burger, Lysjakow und Unterhauser sich beim Songwriting doch etwas mehr Zeit lassen und sich musikalisch auf die Eigenarten Henleys konzentrieren sollen. So bleibt das Gefühl, des im Grunde überflüssig seins, obwohl das Potential brach liegt.

Kristin Sperling, 29.11.2010

 

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