U.D.O.

Sister Sin

Recklinghausen, Vest Arena, 01.12.2011

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 15.02.2012
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Maurice Schreiber


U.D.O., Sister Sin, Sister,
Recklinghausen, Vest Arena, 01.12.2011

An diesem verregneten Donnerstagabend soll es in Recklinghausen richtig was auf die Ohren geben, nämlich von keiner geringeren Band als U.D.O., der Metal-Institution um ex-ACCEPT-Sänger Udo Dirkschneider. Dieses Mal in einer für mich neuen Location, der Vest Arena in Recklinghausen. Nun, eine wirkliche Arena ist es dann nicht, aber eine sehr ordentliche Halle mit gutem Sound, in der sich an diesem Abend dann auch reichlich ältere und jüngere Fans einfinden, um gepflegt abzurocken. Gespannt darf man zum einen auf die Songauswahl sein und zum anderen auch darauf, ob sie das Niveau der doch stark wiedererwachten ACCEPT halten können. Doch vorerst heizen die jungen Sleazer aus Schweden, SISTER, zusammen mit den Landsleuten SISTER SIN der Meute ordentlich ein.

Dank schlechtem Wetter und Feierabendverkehr mit jeder Menge Staus ist es dem Rezensenten leider nicht mehr möglich, noch SISTER mitzuerleben. Augen- und Ohrenzeugenberichten zufolge gehen die Meinungen hier jedoch sehr auseinander: Die einen schätzen den rotzigen Sleazerock mit ordentlicher Düster-Punk-Attitude sehr, die anderen finden das eher langweilig und unausgegoren. Nun, mit einem neuen Album im Gepäck haben sie wohl jedoch ganz ordentlich gerockt und durchaus für gute Laune gesorgt und den Leuten gut eingeheizt.

Bei Eintreffen in der Halle und nach Erholung von dem ersten kleinen Schock die recht hohen Getränkepreise betreffend ist es dann an der Zeit, SISTER SIN aus Schweden live mitzuerleben. Und die machen ihr Ding verdammt gut: Erdiger, dreckiger Hardrock mit einer fantastischen Frauenrockröhre wird hier geboten, der runter geht wie Öl. Mich persönlich erinnert die Band dabei an die heimischen SKEW SISKIN aus Berlin. Die dunkelhaarige Sängerin (Shouterin!) Liv in enger roter Lederhose macht dabei sowohl gesanglich als auch optisch richtig was her, und auch der Rest der Band weiß absolut zu überzeugen. Kein Wunder, ist die Truppe doch in den vergangenen Jahren livetechnisch ordentlich präsent gewesen. Dies bezeugt auch ein Tourshirt, welches auf der Rückseite dermaßen viele Livedates „beherbergt“, daß man diese kaum lesen kann. Skurril. Zum Abschluß des Gigs überraschen die Hardrocker dann noch mit einer starken U.D.O.-Coverversion von 24/7. Eine satte Vorstellung und mit den Alben muß man sich dringend mal befassen!

Nach einer kurzen Umbaupause ist es dann endlich soweit, und einer meiner Jugendidole, Udo Dirkschneider mit seiner Band U.D.O., betritt die Bühne im gewohnt amtlichen Outfit. Auffallend und sehr positiv herausstechend ist zunächst das tolle Bühnenbild, das komplett in grün gehalten ist und das Cover des aktuellen Albums, „Rev-Raptor“, gebührend wiederspiegelt. Hatte das Album in der Presse noch eher durchwachsene Kritiken erhalten, so ist es heute Zeit zu beweisen, daß die Songs live besser rüberkommen als auf Platte. Und so kommt es dann auch: Los geht es mit dem Titelsong Rev-Raptor, der sofort die Halle zum Beben bringt und für ordentliches Mitmachen und Headbangen unter den Jüngern sorgt. Udo Dirkschneider ist in perfekter Laune wie eh und je und sein Reibeisenorgan hat auch Anno 2012 nichts von seinem Reiz und seiner Power verloren. Sehr professionell eingespielt sind die Gitarristen Stefan Kaufmann und Igor Gianola, ebenso wie Basser Fitty Wienhold und Drummer Francesco Jovino. U.D.O. sind live einfach immer eine Macht und man sieht ihnen die Professionalität und die Bühnenerfahrung förmlich an. Die Songauswahl des langen Sets läßt dementsprechend auch keine Wünsche offen: Unter jeder Menge U.D.O.-Klassikern wie Man And Machine, Break The Rules oder Thunderball mischen sich fast ebensoviele ACCEPT-Songs: Screaming For A Lovebite, Up To The Limit, Metal Heart oder Princess Of The Dawn werden ebenso zum Besten gegeben wie zum Ende hin die Überklassiker Balls To The Wall oder gar Fast As A Shark. Das kann man allerdings auch als Kritikpunkt anmerken: Eigentlich haben U.D.O. Im Laufe ihrer Karriere dermaßen viele Hits und Songs geschrieben, daß sie es gar nicht nötig hätten, auf das ACCEPT-Repertoire zurückzugreifen. Aber die Fans nehmen es dankbar an und fressen ihnen aus der Hand. Zudem ist der Sound bombig und auch die Gitarren-Soloeinlage von Igor (sehr sympathisch!) im Publikum weiß wirklich sehr gut zu gefallen. Gestreckt wird die Show zudem noch von einem klasse Drumsolo von Francesco.

U.D.O. haben heute live bewiesen, daß sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und es zumindest auf der Bühne locker mit ACCEPT mithalten können! Die Fans gehen alle mit zufriedenen Gesichtern nach Hause und das reichhaltige Merchandise wird zuhauf mitgenommen. Genau so wollen wir Metal hören und sehen! Die Stimmung ist so gut, daß einige sogar hinterher im Regen vor dem Auto noch bis in die Nacht hinein Party machen wie auf einem Festival. Und das soll was heißen!

Maurice Schreiber, 01.12.2011

 

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